Handball
Glückliche Homburger besiegen TVO
Der eine Trainer war sauer, der andere zufrieden mit der gezeigten Leistung. Dass der Zufriedene gerade knapp mit 28:29 (15:15) verloren hat, zeigt, was für ein Handballspiel der TV Offenbach und Spitzenreiter TV Homburg am Sonntagabend in der Oberliga zeigten. „Am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte TVO-Trainer Tobias Job. Sein Team hatte dem Favoriten aus Homburg 60 Minuten lang die Stirn geboten, gekämpft und viele Rückstände aufgeholt. Mehr als zwei Tore war kein Team vorne.
Über Kreisspieler Fuchs gefährlich
Der TVO begann mit einem 3:1 (6.), hielt bis zum 9:9 (21.) mit und bewies immer wieder Moral. Rechtsaußen Marian Metz, der für den verletzten Tino Gläßgen spielte, ließ zwei Fehlversuche hinter sich und netzte per schönem Heber über Homburgs Henning Huber ein. Der war bestens aufgelegt, kam in der ersten Hälfte auf zehn Paraden (16 im Spiel). Erst ein Kullertor von Jovan Talevski und eine zweite Welle über Homburgs Transfercoup Yves Kunkel brachte die Gäste erstmals zwei Tore in Führung (10:12, 23.). Der TVO mühte sich im Angriff, Sebastian Mohra rieb sich ein ums andere Mal gegen Muhamet Durmishi und Patrick Bach im massiven Mittelblock der Gäste auf. Wenn was ging für den TVO, dann wie im Hinspiel über Anspiele auf Kreisläufer Mario Fuchs (6 Treffer). Vor der Halbzeit schenkte der TVO eine 15:13-Führung her. Kunkel traf um ein Haar noch per direktem Freiwurf aus neun Metern – abgeblockt, Pfosten.
Schlag auf Schlag
Im zweiten Durchgang ging es Schlag auf Schlag: 18:18, 18:20, 22:20, 22:24. Der TVO war Nutznießer bei Treffern ins leere Tor bei Homburger Unterzahl. Auf der Gegenseite zeigte Kunkel seine Klasse und und brachte von der Mitte aus seine Außen in Abschlussposition. Beim 25:25 (53.) und 27:27 (58.) blieb der Offenbacher Metz erneut kaltschnäuzig, traf ins kurze Eck und per Heber, diesmal gegen Homburgs Benedikt Berz. Der TVO hätte führen können, brachte seine Konter nur nicht ins Ziel: abgefangener Pass hier, Pfosten bei freier Wurfbahn da.
Knapp 30 Sekunden nahmen die Gäste von der Uhr, ehe Spielgestalter Kunkel dann doch mal wieder selbst warf und traf. Danach ein missratener Pass an den Anspielpunkt zu Fuchs, der den Ball erst in Homburgs Hälfte einsammeln musste. Timeout bei 59:59 Minuten. Dass Philipp Mohra direkt vom Mittelkreis über Homburgs Block trifft und das in weniger als einer Sekunde passiert, war zu viel verlangt.
Was die Trainer sagen
„Wir haben eigentlich unser Ziel erreicht und Homburg mehr als nur geärgert. Am Ende steht leider ein unverdienter Sieg. Ich glaube, beide wären heute mit einer Punkteteilung zufrieden gewesen“, sagte Job. „Verdient war das nicht“, sagte Gäste-Coach Steffen Ecker. „Wir hatten jetzt drei, vier Spiele in Folge, wo wir einfach nicht gut sind, immer wieder individuelle Ausfälle haben. Wenn wir hier ausrutschen, wächst der Druck enorm. Es wird Zeit für die Osterpause, die brauchen wir dringend.“
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller) – Niklas Klein (7/1), Lukas Klein (3), Philipp Mohra (3) – Metz (4), Kunz (3) – Fuchs (6 – Sebastian Mohra, Bader, Daum (1), Felix Klein, Benz.
TV Homburg: Huber (Berz ab 53.) – Rebelo, Talevski (4), Kunkel (9/5) – Alt (4), Wilga (6) – Durmishi (5) – Bach, Josic (1), Szilagyi, Gohl.
Spielfilm: 3:1 (6.), 5:5 (13.), 10:12 (23.), 15:13 (29.), 15:15 (Halbzeit), 18:20 (39.), 22:20 (44.), 22:24 (49.), 27:27 (58.), 28:29 (Ende) - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 1/1 - 5/5 - Beste Spieler: Niklas Klein, Mario Fuchs – Huber, Kunkel - Zuschauer: 320 - Schiedsrichter: Müller/Albes (TV Nierstein).