Lokalsport Südpfalz Fußball: 5:0-Pokalsieg in Ingenheim besonderes Spiel für Ex-Offenbacher Evrard

Der Billigheimer Marcel Thiede (links) mit Cem Izgec.
Der Billigheimer Marcel Thiede (links) mit Cem Izgec.

„Wenn sie das durchhalten …“, meinte ein TSV-Fans. Fünf Minuten waren gespielt. Und Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen legte in der vierten Verbandspokalrunde beim Landesligisten TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim ein hohes Tempo vor. Noch stand es 0:0. Billigheim konnte das Tempo nicht mitgehen und verlor mit 0:5.

Billigheims Trainer Marc Kauther erkannte nach sieben Minuten: „Männer, das sieht gut aus.“ Er hatte sein Team erstmals in einem 4-1-4-1-System auf den Rasen geschickt, spielte selbst auf der Sechs und schloss die Räume gut. Natürlich hatten die bestimmenden Ludwigshafener auch Chancen – immer dann, wenn sie das ohnehin schon hohe Tempo nochmals kurzzeitig erhöhten und ihre technischen Fähigkeiten einsetzten. Beispiel: ein Konter über den Ex-Offenbacher Daniel Evrard. Der nahm aus der FC-Dreierkette heraus Fahrt auf und bediente den mitgelaufenen David Braun. Dessen Schuss zischte knapp am Kasten des Billigheimers Daniel Heiter vorbei.

„Da sagst du nichts mehr“

In der 22. Minute hatte der TSV eine schöne Kontergelegenheit über Robin Philipp, der Marius Lauth bediente. Es gab einen Eckball, den Marcel Thiede vors Tor brachte. Aber er fand keinen Abnehmer. Der Oberligist schaltete blitzschnell um: Tim Ambergers Schuss konnte Heiter nur wegfausten – genau auf den Fuß von Nico Pantano, der aus 18 Metern ins lange Eck traf. Eine guter Diagonalpass, eine perfekte Ballverarbeitung, eine schnelle Drehung, Schuss: 2:0. Das war die Geschichte zum Treffer von Amberger. „Da sagst du nichts mehr“, stellt einer der 370 Betrachter an der Bande fest (34.).

Als Amberger dann Fabian Czaker das 3:0 direkt zum Pausenpfiff auflegte, war die Partie entschieden. Der Torschütze aber hatte noch nicht genug, ließ nach dem Seitenwechsel noch zwei Treffer folgen (55., 61.). Der TSV brachte noch einen schönen Schuss von Philipp zustande, der knapp über die Latte segelte (76.).

„Pulverfass mit fußballerischen Qualitäten“

Evrard genoss den Auftritt: „Es waren viele Freunde und Bekannte da. Im Vorfeld wurde viel darüber geschrieben. Ich habe ja hier leider nicht die Möglichkeit, so hochklassig zu spielen.“ In den kommenden Jahren sieht der Verteidiger mit Vorwärtsdrang seinen Aufgabenbereich im höherklassigen Fußball. „Aber irgendwann komme ich wieder hierher zurück. Der Fahrtaufwand ist ja doch groß.“

Trainer Ralf Gimmy atmete erst mal tief durch, als er auf den Ex-Offenbacher angesprochen wurde: „Er ist ein Pulverfass mit fußballerischen Qualitäten. Ersteres ist ein Problem. Er verursachte schon einen Strafstoß, fehlte schon wegen einer Gelb-Roten Karte, hat heute wieder eine unnötige Gelbe Karte bekommen. Es ist meine Aufgabe, ihn zu beruhigen. Aber mir ist es lieber, wenn ich einen bremsen muss, als ihm erst mal Beine machen zu müssen.“ Evrard meint, dass ein momentanes Fitnessdefizit ursächlich für manche Karte sei: „Ich hatte einige Probleme in der Vorbereitung. Wenn ich die aufgeholt habe, kann ich den Gegner besser ablaufen. Und dann passiert so was nicht mehr.“

Ein Spiel, wie es Fußballer lieben

Zum Spiel meinte Gimmy: „Die Voraussetzungen für einen Pokalkampf sind hier geschaffen worden: Flutlicht, kleiner Platz, viele Zuschauer ganz dicht dran. Das sind Spiele, die Fußballer lieben. Meine Mannschaft hat das angenommen, Billigheim keine Möglichkeiten gelassen. Die Mannschaft hatte Spaß und Billigheim, denke ich, letztlich auch.“

„Wir haben 30 Minuten umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, waren eine Hälfte lang extrem diszipliniert. Es war ein Bonusspiel, bei dem die Jungs die Dynamik der Oberliga erlebt haben“, sagte Kauther. „Es war eine gute Trainingseinheit.“

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