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600 Zuschauer, kein Sieger in Billigheim
In einem intensiv geführten und bis zum Schluss spannenden Verfolgerduell der Fußball-Landesliga Ost trennten sich der TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim und der FSV Offenbach am Montag 1:1. Die Gastgeber können mit der Punkteteilung sicher besser leben, denn Offenbach war in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft.
FSV-Fußballboss Michael Wachler wollte mit einem weiteren Sieg ein „perfektes Wochenende“ beschließen. Der glühende Anhänger des 1. FC Köln, zuletzt begleitete er die Geißböcke zum Conference-League-Spiel nach Nizza, freute sich immer noch über den 3:2-Sieg der Kölner über Borussia Dortmund. FSV-Übungsleiter Daniel Jahnke verriet vor dem Spiel sein Konzept: konzentrierte Zweikampfführung im Mittelfeld, gefährliche gegnerische Chipbälle über die Viererabwehrkette verhindern und schnelles Spiel in die Spitze. Der Matchplan sollte fast aufgehen. Seine Elf zeigte nach der Pause die reifere Spielanlage, gewann deutlich mehr zweite Bälle im Mittelfeld und erarbeitete sich ein Chancenplus.
Konsequent nach vorn
Beide Trainer mussten auf ihre etatmäßigen Keeper verzichten: Für Mallorca-Urlauber Martin Herrmann hütete Björn Henrich das Fortuna-Tor, für den kurzfristig erkrankten Offenbacher Mika Stabel rückte Routinier Florian Theobald zwischen die Pfosten.
Von Beginn an entwickelte sich ein schnelles Spiel mit packenden Zweikämpfen. Beide Teams warfen taktische Zwänge über Bord und suchten konsequent den Weg zum gegnerischen Tor. In der 7. Minute hatte TSV-Rechtsverteidiger Max Bischoff Glück. Sein Foul an der Strafraumgrenze an Jonas Dörrzapf wertete Schiedsrichter Simon Wölflinger aus Kusel nicht als Notbremse und zeigte ihm nur Gelb. Fünf Minuten später sorgte Stürmer Daniel Szadorf mit einer tollen Einzelleistung für die Gästeführung. Er setzte sich gegen die beiden Innenverteidiger Thorsten Ullemeyer und Marc Kauther durch und schob das Leder mit dem rechten Außenrist unhaltbar ins lange Eck.
Ausgleich mit dem Pausenpfiff
Danach kam Billigheim besser ins Spiel. Eine Co-Produktion der Bollinger-Zwillinge hätte fast zum Ausgleich geführt. Christian, der kurz vor Schluss wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah, setzte Sebastian über die linke Seite geschickt in Szene. Doch dessen Schuss ging knapp am langen Pfosten vorbei.
Das 1:1 fiel mit dem Pausenpfiff. Nach einem langen Freistoß von Christopher Koch gewann der vorgeeilte Ullemeyer das entscheidende Kopfballduell, und Luca Zillmann traf aus kurzer Distanz.
Beinahe noch ein Szadorf-Tor
Verbandsspielausschussvorsitzender Lothar Renz aus dem rheinhessischen Gundheim weilte erstmals in der Weiß+Sohn-Arena. Von der Kulisse, über 600 Fans waren gekommen, zeigte er sich beeindruckt: „Es ist erstaunlich, wie in der Südpfalz bei einem Derby die Massen mobilisiert werden.“
In der 73. Minute verhinderte Henrich mit tollem Reflex den zweiten Szadorf-Treffer. Kurz zuvor ging ein Chipball von Agmir Bajraktari ganz knapp über das Fortuna-Tor. Fehlende Passgenauigkeit und ein überragender FSV-Kapitän Tim Hörner verhinderten klare Möglichkeiten für die Gastgeber.
Was die Trainer meinen
Jahnke war mit der Leistung seiner Elf sehr zufrieden, merkte aber an: „Das Thema Effizienz müssen wir uns auf die Brust schreiben. Wenn man sich gegen so einen starken Gegner solche hochkarätigen Chancen erarbeitet, muss man sich dafür belohnen.“
Billigheims Marc Kauther sagte: „Nach verschlafenen Anfangsminuten haben wir es besser gemacht. Doch nach der Pause haben wir zu wenig investiert, der letzte Ball kam nicht in die Box. Es ist insgesamt ein glücklicher Punkt.“
Diese Meinung teilte Michael Wachler, für den es doch einen Sieger gab: Spitzenreiter SV Viktoria Herxheim, der den Abstand auf beide Teams auf fünf beziehungsweise sechs Punkte vergrößern konnte.