Kreis Südwestpfalz Wer nicht will, macht nicht mit

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Der Contwiger Gemeinderat beschloss am Mittwoch einstimmig, dass sich der Ort als eine von drei Pilotgemeinden in Rheinland-Pfalz am Projekt energetische Quartierssanierung beteiligt. Für die Anwohner des Contwiger Ortskerns bedeutet das im Prinzip eine kostenlose Energieberatung und Hilfe bei Förderanträgen für Energiesparmaßnahmen.

Hintergrund ist, dass der Bund den Ausstoß von Kohlendioxid verringern will. Das Gas steht im Verdacht, schädlich für das Klima zu sein. Beim Strom wird bereits mit Photovoltaik und Windkraft einiges unternommen, um weniger Kohlendioxid zu erzeugen, „doch im Wärmemarkt passiert relativ wenig“, wie André Schnelte von der Beratergesellschaft Pricewaterhouse Coopers in der Ratssitzung erklärte. Das soll sich mit der energetischen Quartierssanierung ändern, welche die Gesellschaft mit Pfalzgas und dem Fraunhofer-Institut in drei Gemeinden angeht. Neben Contwig sind das Fußgönheim und Kirn. Weitere Gemeinden können laut Schnelte später hinzukommen. Das Quartier, um das es in Contwig geht, ist der alte Ortskern, da es für diesen ohnehin bereits ein Städtebaukonzept gibt. Für dieses Gebiet wird eine Art energetische Bestandsaufnahme gemacht, beispielsweise wie hoch Energieverbrauch und Wärmeverlust sind. „Wenn es in einem Straßenzug einen starken Verbraucher gibt, kann das ein Hinweis auf schlechte Dämmung oder eine veraltete Heizung sein“, nannte Schnelte ein Beispiel. Nach der Bestandsaufnahme werden die Anwohner informiert und beraten. Ziel sei es, den Wärmeverbrauch in den Gebäuden zu reduzieren, die Anwohner aufzuklären und gegebenenfalls Wärme-Erzeuger auszutauschen. Alles auf freiwilliger Basis. Wer nicht mitmachen will, muss nicht. Kostenlos für die Anwohner sind die Analyse und die anschließende Energieberatung, die von Pfalzgas übernommen wird. Konkrete Maßnahmen, wie der Austausch einer alten Heizung, müssen die Eigentümer allerdings selbst zahlen. „Einige Techniken, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe, sind förderfähig, anderes wird nicht gefördert. Aber da können wir beraten“, sagte Schnelte. Ist eine Förderung möglich, wird den Anwohnern geholfen, Fördergelder zu beantragen. Die Phase der Bestandsaufnahme und Beratung werde etwa ein Jahr dauern. Danach sind bis zu fünf Jahre eingeplant, in denen die Anwohner weiter beraten und unterstützt werden, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die Kosten des Projekts übernehmen zu 65 Prozent die Kreditanstalt für Wiederaufbau, zu 20 Prozent der Bund und zu 15 Prozent Pfalzgas (wir berichteten am Mittwoch). Letztgenannte werden vor allem das Personal wie die Energieberater stellen. Ist das Projekt beendet, können theoretisch weitere Teile von Contwig eine Quartierssanierung beantragen, dann ginge der Prozess von vorne los. Besser wäre laut Schnelte, die Erfahrungen, die nun gemacht werden, für den gesamten Ort zu nutzen. Das ganze Dorf von Anfang an komplett in das Projekt aufzunehmen, sei aus formellen Gründen nicht möglich. Denn dann würde es Richtung Stadtsanierung gehen, was sich auf die Förderung auswirken würde − daher die Auswahl von Quartieren. RATSSPLITTER |mco

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