Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Vodafone: Kunden klagen über langsames Internet

Der Datenverkehr in Deutschland steigt Jahr um Jahr enorm, berichtet Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Unterirdische Verstärke
Der Datenverkehr in Deutschland steigt Jahr um Jahr enorm, berichtet Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Unterirdische Verstärkerpunkte sollen helfen, auch die Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen.

In mehreren Orten im Landkreis Südwestpfalz gab es in den vergangenen Wochen Beschwerden, weil die Geschwindigkeit des Internetanschlusses beim Telekommunikationsanbieter Vodafone immer wieder erheblich sinke. Timo Schrody aus Rodalben berichtet über eine Odyssee beim Versuch, mit Vodafone eine Lösung zu finden.

„Ich dachte zuerst, es wäre wegen Corona“, erzählt Timo Schrody – weil viele Leute zu Hause bleiben und im Internet streamen und surfen. Anfang Mai habe er zum ersten Mal festgestellt, dass die Geschwindigkeit seines Internetanschlusses „gegen Abend rapide absank“. In den folgenden Wochen sei es nicht besser geworden. Bei mehreren Telefonaten hätten Vodafone-Mitarbeiter auf eine Störung hingewiesen, an der gearbeitet werde. Am 12. Mai begann der Rodalber, die Internetgeschwindigkeit mithilfe des Vodafone-Speedtests täglich mittags und abends zu prüfen, berichtet Schrody. Mit dem Ergebnis, „dass die Geschwindigkeit am Abend immer weit unter 50 Prozent ist – an manchen Abenden unter zehn Prozent“.

Nach einer Weile seien auch tagsüber Probleme aufgetreten. „Es gibt sicherlich Menschen, denen es momentan jobtechnisch schlechter geht als mir. Aber auch ich muss von zu Hause arbeiten und bin auf eine zuverlässige Leitung angewiesen“, meint der Rodalber. Man habe ihm empfohlen, eine schnellere Leitung zu buchen, um mehr Bandbreite zu erreichen. Bei der Frage nach einer Sonderkündigung sei er vertröstet worden, sagt Schrody. Um arbeiten zu können, habe er mehrmals Daten-Pakete fürs Smartphone gebucht – das Geld werde ihm nicht erstattet.

Vodafone: Fehler beim Kunden

Timo Schrody ist nicht der einzige Südwestpfälzer Vodafone-Kunde, der beklagt, dass seine Internetgeschwindigkeit immer wieder absackte: Auch in Pirmasens, Ruppertsweiler und Lemberg gab es vermehrt Probleme, berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Christof Reichert. Laut Schrody hätten das zudem Bekannte in Münchweiler, Clausen, Thaleischweiler-Fröschen und im Dahner Felsenland festgestellt.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf betont auf Nachfrage, der Konzern liefere Timo Schrody „jederzeit die vertraglich vereinbarten Geschwindigkeiten bis zum Netzabschlusspunkt“, das heißt bis zur Verbindung zwischen Kommunikationsnetz und Endgerät. Petendorf weist auf „viele potenzielle Fehlerquellen, die nicht in der Verantwortung der Netzbetreiber liegen“ hin, aber zur einer Absenkung der Geschwindigkeiten führen. So spielten der Standort des Routers im Haus eine Rolle, die Anbindung und die Energieversorgung der Geräte. Schrody hat indes darauf hingewiesen, dass er die Tests bei seinem Anschluss unter „Optimalbedingungen (Laptop per Kabel direkt an den Router angeschlossen)“ durchgeführt habe.

Laut Petendorf hat Vodafone inzwischen bei Schrody eine „kurzfristige Maßnahme zur Verkehrslenkung“ vorgenommen, um die Kapazitäten vor Ort besser auszunutzen. Das bedeute, dass freie Kapazitäten von Vodafone-Nutzern in der Umgebung verwendet werden – das habe keinen Nachteil für die anderen Kunden, betont Petendorf.

„Für ländliche Region nicht hinnehmbar“

Mittelfristig solle ein zusätzlicher unterirdischer Verstärkerpunkt in der Gegend eingerichtet werden, auch weil der Datenverkehr jedes Jahr um 50 Prozent steige. Das sei „Tagesgeschäft“: Überall in Deutschland richte Vodafone ständig neue Verstärkerpunkte ein, um den steigenden Datenverkehr zu bewältigen. „Wir als Netzbetreiber sehen wirklich zu, dass die vertraglich vereinbarten Geschwindigkeiten ankommen“, versichert der Sprecher. Bei einer gebuchten Leistung von bis zu 100 Mbit pro Sekunde müssten demnach zwingend mindestens 60 Mbit/s beim Kunden ankommen.

Der Landtagsabgeordnete Reichert hat sich inzwischen mit einer Beschwerde an den Vodafone-Konzern gewandt. Bürger hätten ihm Messprotokolle vorgelegt, die zeigen, dass die Internetgeschwindigkeit teilweise unter 1 Mbit/s sinkt. „Sicher können Sie sich vorstellen, dass dieser Zustand gerade für eine ländliche Region nicht weiter hinnehmbar ist“, schreibt der CDU-Mann an Vodafone. Vermehrten Datenverkehr gebe es nicht nur während der Pandemie: „Ich bin überzeugt, dass auch nach der Corona-Krise Homeoffice ausgebaut wird.“

Während es seit Mai immer wieder Klagen über langsame Internetgeschwindigkeiten gegeben hat, scheint sich die Lage langsam zu normalisieren. Wie Christof Reichert mitteilte, haben in den vergangenen Tagen einige Südwestpfälzer von Besserungen berichtet.

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