Geiselberg
Verkehrsbelastung: Lärmgutachten wird erstellt
Da die Straße nicht im besten Zustand ist, wackeln in den Häusern in der Straße schon mal Tassen, befürchten Anwohner Risse in den Wänden. Straße kehren kann in der Hauptstraße zu einer gefährlichen Tätigkeit werden. Dass es Spitzenzeiten gebe, in denen die Lärmbelästigung zunimmt und diese eng mit Schichtanfang und Schichtende zum Beispiel bei der Firma Hager-Tehalit verbunden sind, bestätigten alle. Deshalb soll nicht nur im Amtsblatt, sondern, falls möglich, auch im Unternehmen noch mal darauf hingewiesen werden, dass man sich bitte an vorgegebene Geschwindigkeiten halten, nach Möglichkeit langsamer fahren sollte.
Vor allem der Schwerlastverkehr – bis zu 90 Lastwagen rollen täglich durch den Ort – bereitet den Anliegern Sorge. Es habe auch schon einige Wasserrohrbrüche gegeben, die die Anlieger auf diese Belastung der Straße zurückführen. Was, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, allerdings zweifelsfrei nachgewiesen werden müsste.
Verkehrsschau ergibt: Keine Tempo 30-Zone
Ende November gab es deshalb eine Verkehrsschau. Gemeinsam mit Vertretern der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeinde, des Landesbetriebs Mobilität, der Polizei und der Ortsgemeinde. Ergebnis: Die Verhältnisse sind zwar nicht schön, aber eine durchgehende Tempo-30-Zonen-Regelung kommt für die Hauptstraße in Geiselberg nicht in Betracht, weil sich diese nicht auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Kreisstraße), noch auf weitere Vorfahrtsstraßen erstrecken dürfen. „Keine schöne Nachrichten“, sagte Ortsbürgermeisterin Marika Vatter.
Im Sommer – vor und während der Ferien – hatte die Gemeinde Geschwindigkeitsmesstafeln installiert. In 23 Tagen wurde die Hauptstraße von 22.500 Fahrzeugen befahren. Während der Verkehrsschau, berichtete Vatter, sei der Lärm, der vor allem durch leer fahrende Lkw verursacht wird, deutlich hörbar gewesen. Das wurde von allen Teilnehmern der Verkehrsschau auch registriert. Aber der bauliche Zustand der Hauptstraße, die Teil der Kreisstraße 31 ist, sei nicht so schlecht, dass er die Geschwindigkeitsreduzierung rechtfertige. 2019 stand die Straße schon mal zur Sanierung auf dem Plan, wurde heruntergenommen und aktuell sei vor 2026 nicht mit einem Straßenausbau zu rechnen. Die Verbandsgemeinde soll prüfen, ob die Kanaldeckel eventuell so eingepasst werden können, dass weniger Lärm verursacht wird, wenn sie überfahren werden.
Gemeinde will Lärmgutachten
Die Polizei, die zwei Mal Radarkontrollen vorgenommen hatte, verwies darauf, dass die Hauptstraße kein Unfallschwerpunkt ist. Auch aus diesem Grund ist eine Temporeduzierung nicht möglich. Radarkontrollen, sagte Vatter, seien Sache der Polizei, und bei der Polizei gebe es klare Kriterien, wann wo gemessen werden dürfe. Nur auf Wunsch der Ortsgemeinde funktioniere das nicht. Es bleibe nur der Weg, über die Lärmbelästigung zu gehen. Analog zur Gemeinde Hinterweidenthal, wo 24 Stunden lang Tempo 30 auf der Hauptstraße (B 427) gilt. Das Lärmgutachten, das den Ausschlag dafür in Hinterweidenthal gab, wurde allerdings auf der Basis erstellt, dass durch Hinterweidenthal täglich 11.000 Autos fahren.
Ein solches Lärmschutzgutachten gibt die Gemeinde Geiselberg jetzt auch beim LBM in Auftrag. Für die Gemeinde ist das kostenfrei. Bis zu neun Monate kann es aber dauern, bis das Gutachten erstellt ist. Bis dahin hofft man, dass die Polizei vielleicht doch ab und zu noch mal Radarkontrollen vornimmt und plant, Geschwindigkeitsmesstafeln öfter bis dauerhaft zu installieren. Allerdings keine, die das Tempo anzeigen, sondern nur darauf verweisen, dass zu schnell gefahren werde – um zu verhindern, dass es Wettbewerbe gibt, wer die höchste Geschwindigkeit erreicht, so Vatter.
Nicht nur in der Hauptstraße sorgt die hohe Geschwindigkeit für verärgerte Anwohner. Auch Anlieger aus Wohngebieten im Ort, in denen Tempo 30 gilt, beklagten, dass dieses Limit nicht immer eingehalten werde.