Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel TSR-Halle: Millionen-Kosten für Sanierung stellt Verein vor Probleme

Mehrere Millionen Euro wird die Sanierung der TSR-Halle in Rodalben kosten.
Mehrere Millionen Euro wird die Sanierung der TSR-Halle in Rodalben kosten.

50 Jahre hat die Halle der Turnerschaft Rodalben mittlerweile auf dem Buckel, 1972 ist sie eingeweiht worden. In der Halle gibt es einen Sanierungsstau. Besonders drängend ist die Erneuerung des Flachdachs. Es ist undicht. Doch damit ist es nicht getan. Es gibt Auflagen für den Brandschutz, die Heizung muss erneuert werden, weitere Reparaturen sind erforderlich. Das alles wird eine Millionen-Summe kosten.

Die letzten Kostenschätzungen für die Sanierung der Halle liegen bei 3,5 Millionen Euro. „Das wäre für die große Lösung“, sagt Janine Fix, die Vorsitzende der Turnerschaft Rodalben. Sie weiß, dass diese Kosten angesichts der jüngsten Preissteigerungen wohl nicht zu halten sind. Diese große Lösung umfasst das Hallendach, den Brandschutz und ein Energiekonzept. Würden alle Fördermöglichkeiten greifen, dann müsste der Verein zehn Prozent der Kosten tragen. Auf Basis der letzten Kostenschätzungen beliefe sich der TSR-Anteil auf 350.000 Euro.

„350.000 Euro in diesen Zeiten aufzubringen ist schwierig, wenn man nicht weiß, was kommt“, sagt Janine Fix. „Wir sind bereit, einen großen Teil an Eigenleistung einzubringen“, ergänzt sie. Fix weiß, dass die eigene Halle ein finanzieller Klotz am Bein des Vereins ist. „Das ist schon hart. Welcher andere Verein hat denn eine eigene Halle in dieser Größe?“, fragt sie. Es gebe einen Sanierungsstau, das räumt die Vorsitzende, die seit 2020 im Amt ist, ein. In der Vergangenheit sei nur das unbedingt Notwendige gemacht worden. Die letzte große Maßnahme sei die Erneuerung des Hallenbodens nach einem Wasserschaden gewesen. Jetzt gibt es viel zu tun.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Bis zu 500 Kinder im Verein

Die Turnerschaft ist mit 1230 Mitgliedern der größte Verein im Kreis Südwestpfalz. In der Mitgliederstatistik des Sportbundes Pfalz wird die Turnerschaft an 28. Stelle geführt. „Wir haben zwischen 400 und 500 Kindern, die hier Sport treiben“, sagt Fix mit Blick auf den Nachwuchs in den fünf Abteilungen des Vereins. Sie kommen nicht nur aus Rodalben, sondern auch von der Sickinger Höhe und aus dem Holzland. Nicht nur der Verein nutzt die TSR-Halle, auch Schulsport findet darin statt. Bei den It’s Showtime-Veranstaltungen finden sich über 1000 Zuschauer auf den Rängen ein, auch die Rodalber Handballer sind bei ihren 1000-plus-Spielen Publikumsmagneten.

Die zu erwartenden Kosten überfordern den Verein. „Wir bewegen uns seit Jahren durch die ständigen Unterhaltungs- und Renovierungskosten ständig am Limit“, sagt Janine Fix. „Wir müssen uns unsere Mittel selbst erwirtschaften“, ergänzt die Vorsitzende mit Blick darauf, dass öffentliche Gelder rar geworden sind. Die Corona-Pandemie hat manches schwerer gemacht. „Die Durststrecke durch Corona war lange genug“, erklärt die Vorsitzende. Ob und wie die Turnerschaft Hilfe über den geförderten Teil hinaus erhält, ist offen. „Es gibt keine klaren Signale“, sagt Fix.

Bürgermeister rät zu Geduld

„Alles liegt zur Prüfung beim Land“, sagt Rodalbens Stadtbürgermeister Claus Schäfer. „Bevor sich das Land nicht äußert, werden auch der Kreis, die Verbandsgemeinde und die Stadt keine Zusagen treffen“, bemerkt er. „Der Antrag liegt vor“, ergänzt Schäfer und erinnert daran, dass beim Wiederaufbau des Schützenhauses anderthalb Jahre zwischen Antragstellung und Genehmigung vergingen. „Der Eigenanteil ist das große Problem“, beschreibt er die Schwierigkeit. Aber er versichert: „Wir werden die Halle nicht fallen lassen.“ Zwar könne die Stadt weder einen Neubau noch die Dachsanierung finanzieren, man wolle den Verein aber dabei unterstützen, die Halle nach und nach zu sanieren. „Man sollte hier mit Vorsicht rangehen, mit muss geht es nicht“, appelliert er an die Vereinsverantwortlichen, etwas Geduld zu haben. Schäfer zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werden, die Halle, beginnend mit dem Dach, „in kleinen Schritten“ auf Vordermann zu bringen.

„Wir wollen das von Vereinsseite“, sagt Janine Fix mit Blick auf das Millionenprojekt. Und es sei auch klar, dass der Verein die Halle nicht abgeben wolle. „Wir wollen das Eigentum auf keinen Fall aufgeben“, betont sie. „Wir haben das Privileg einer eigenen Halle, können sie nutzen, wie wir wollen“, sagt die Vorsitzende, „as ist der Schlüssel unseres sportlichen Erfolgs.“

Viele Rodalber haben eine enge Bindung an die Turnerschaft und verbinden viele Erinnerungen an rauschende Feste, tolle Konzerte, Shows und Sportveranstaltungen mit der Halle. „Ich bin im Herzen TSRler“, sagt Schäfer und man nimmt ihm ab, dass er sich dafür einsetzen will, dass die Halle im Eigentum der Turnerschaft bleibt und nach und nach saniert werden soll. Janine Fix selbst führt den Verein, den sie lebt. „Seit ich vier Jahre alt bin, bin ich in dem Verein. Das hat mir so viel gegeben über die Jahre. Wir wollen uns zukunftsfähig machen. Und dafür werden wir alles geben“, sagt die Vereinsvorsitzende kämpferisch.

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