Schönau RHEINPFALZ Plus Artikel Radweg nach Frankreich: Erhöhter Verkehr strapaziert die Geduld

Die Beschilderung am Radweg zur Wengelsbach ist eindeutig: Die Durchfahrt für Krafträder und Kraftfahrzeuge ist verboten.
Die Beschilderung am Radweg zur Wengelsbach ist eindeutig: Die Durchfahrt für Krafträder und Kraftfahrzeuge ist verboten.

Der Radweg von Schönau nach Frankreich wird immer häufiger von Kraftfahrzeugen genutzt – trotz klarer Beschilderung. Die Anwohner sind zunehmend genervt und Bürgermeister Rudolf van Venrooy sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Durchfahrt von Schönau nach Wengelsbach in Frankreich ist für Kraftfahrzeuge verboten. Die Beschilderung weist darauf eindeutig hin. Das hindert aber kaum jemanden daran, den als Radweg ausgezeichneten Asphaltweg mit Motorrädern, Autos, Lieferfahrzeugen und sogar Lastwagen zu befahren. Sogar ein Bus wurde schon gesichtet, konnte allerdings rechtzeitig zurückgeschickt werden, bevor er sich festgefahren hatte. Von französischer Seite aus ist die Beschilderung jedoch nicht eindeutig, von dort kommen auch die meisten Bestrebungen, das Fahrverbot aufzuheben. Zuletzt hatte das der Verein „Les Amis des Wengelsbach“ vor dem Kreisrechtsausschuss versucht. Bereits nach Verhandlungsende wurde der Widerspruch zurückgezogen. Durch den Rückzug des Widerspruchs wurde ein Richterspruch verhindert. In der Sache ändert sich dadurch nichts: Die Beschilderung verbietet die Durchfahrt für Autos und das ist rechtskräftig.

Den Anwohnern in der Wengelsbacher Straße wird das zunehmend lästig, der Durchgangsverkehr hat sich vor allem auch an langen Wochenenden und im Sommer stark erhöht. Anwohner berichten davon, dass mittlerweile sogar Lastwagen zur Belieferung auf dem Radweg unterwegs sind. Bürgermeister Rudolf van Venrooy hat inzwischen auch festgestellt, dass der Asphalt an einigen Stellen bereits Risse aufweist. Für ihn und die Beigeordneten ist die Sache klar: Es herrscht dringender Handlungsbedarf, die Geduld aller sei am Ende. Der Rat von Schönau hat Verbandsbürgermeister Michael Zwick einen Vorschlag unterbreitet, bei dem zwar keine physische Barriere errichtet wird, jedoch die Durchfahrt mit Metallgeländern auf 1,80 Meter verkleinert werden soll, so dass die meisten Fahrzeuge nicht mehr durchkommen. Immer wieder kommt es laut dem Bürgermeister zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern und Radfahrern, es gab auch schon Personenschäden, die polizeilich gemeldet wurden.

Verbandsbürgermeister: Keine neue Grenze

Das Thema beschäftigt die Beteiligten schon seit vielen Jahren, ohne dass eine Lösung herbeigeführt wurde. Dies liegt auch daran, dass Verbandsbürgermeister Michael Zwick sich vehement gegen eine physische Barriere stellt. Er argumentiert, dass dies dem europäischen Gedanken zuwiderlaufe. „Mit mir wird es keine neue Grenze geben“, sagt er. Es dürfe auch keine Hindernisse für die Rettungsdienste geben. Er will den Vorschlag der Ortsgemeinde, die Straße zu verengen, durch die Rechtsabteilung prüfen lassen. Außerdem schwebt ihm eine Verkehrszählung vor, um die tatsächliche Anzahl der Autos zu ermitteln. „Das hat es bisher noch nicht gegeben und da hätte ich gerne mal Zahlen, bevor man eine Entscheidung trifft“, sagte Zwick der RHEINPFALZ auf Nachfrage. Einen Zeitpunkt, bis wann eine Entscheidung getroffen werden soll, nennt Zwick nicht.

In Schönau ist indessen die Geduld aufgebraucht. Van Venrooy kann nicht nachvollziehen, wozu eine Verkehrszählung an einer Straße, auf der es verboten ist, zu fahren, gut sein soll. Der Gemeinderat ist sich einig, dass wenn von Seiten der Verbandsgemeinde keine Unterstützung kommt, er die Sache alleine durchziehen wird: „Der Radweg wird zwar von der Verbandsgemeinde betrieben, aber der Grund ist Eigentum der Ortsgemeinde“ sagt van Venrooy.

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