Höheischweiler
Ortsdurchfahrt eineinhalb Jahre wegen Sanierung gesperrt
„Es war ein langer Kampf“, erinnert Bürgermeisterin Ricarda Holub daran, dass das Thema Ausbau der Ortsdurchfahrt die Gemeinde seit über 15 Jahren beschäftigt. Die Straße dient bei Arbeiten an der B10 und der A8 auch als Umleitungsstrecke und hat durch diese Verkehrsbelastung enorm gelitten.
Im Jahr 2013 habe sie begonnen, sich intensiv um das Thema zu kümmern, sagt Holub. Nach ihrem Amtsantritt habe sie fertige Pläne aus dem Jahr 2009 zum Ausbau der Ortsdurchfahrt vorgefunden. Nur ausgebaut wurde nie. Es sollte nochmal mehr als zehn Jahre dauern, um aus den zwischenzeitlich überarbeiteten Plänen Realität werden zu lassen. „Wir sind froh, dass es jetzt losgeht“, sagt Holub. Auf mindestens eineinhalb Jahre Bauzeit müssen sich Anlieger und Verkehrsteilnehmer einrichten. Erfahrungsgemäß eher länger. Das ist unter anderem abhängig vom Wetter.
Nur unter Vollsperrung machbar
Ab Montag wird die Ortsdurchfahrt von Pirmasens kommend bis zur Straße Lambacher Berg gesperrt. Ausgebaut wird die L471 in sechs Teilabschnitten – fünf Teilstücke, von denen eines in die Unterabschnitte A und B geteilt ist – jeweils unter Vollsperrung. „Das ist anders nicht machbar“, sagt Holub.
Überörtlich läuft die Umleitung während der gesamten Bauphase von der B10 aus Pirmasens kommend auf die K15, dort geht es am früheren Tüv vorbei, dann in Richtung Höhmühlbach, wo wegen der schlechten Straßenverhältnisse bereits eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer gilt. Weiter geht es nach Rieschweiler-Mühlbach und durch Dellfeld, bis die L471 wieder erreicht ist. Aus Richtung Zweibrücken kommend gilt die Ausweichstrecke umgekehrt. Wer nach Höheischweiler reinfahren muss, kann während des ersten Bauabschnitts die Hainbüchelstraße nutzen. Von Nünschweiler kommend ist die Strecke aktuell bis zum Beginn der Baustelle befahrbar.
Bushaltestelle außer Betrieb
Für Nutzer des öffentlichen Busverkehrs hat der erste Bauabschnitt zur Folge, dass die Bushaltestelle, die in diesem Bereich liegt, außer Betrieb genommen wird. Genutzt werden muss die Bushaltestelle in der Hainbüchelstraße. Am Fahrplan ändert sich dort nichts. Für Radfahrer hat die erste Sperrung keine Konsequenz. Auf die B10 durften sie ohnehin nicht auffahren.
Die L471 war bis zum Bau der A8 eine Bundesstraße gewesen. Deshalb ist die Ortsdurchfahrt sehr breit ausgebaut. Im Zuge des Ausbaus wird die Fahrbahnbreite auf 6,50 Meter verschmälert. Die Ortsgemeinde baut auf beiden Seiten die Gehwege aus, erneuert die Beleuchtung und es werden gesonderte Parkflächen entlang der Straße ausgewiesen.
„Wir werden sicher alle Geduld brauchen“
Es werden Fahrbahnteiler eingebaut, die an mehreren Stellen im Ort das Überqueren der Straße erleichtern sollten. Diese Querungshilfen werden, wie die Bushaltestellen, barrierefrei gestaltet. Für seh- und gehbehinderte Menschen werden taktile Leitsysteme verbaut und an den neuen Bushaltestellen soll sicheres Ein- und Aussteigen möglich sein.
„Wir werden sicher alle Geduld brauchen“, sagt die Bürgermeisterin. Aber wie beim Ausbau der Ortsstraßen in den vergangenen Jahren lohne sich das, „weil wir danach immer ein tolles Ergebnis hatten“, unterstreicht sie.
Vorarbeiten der Werke verkürzen Sperrung
Die Baumaßnahme ist eine Gemeinschaftsmaßnahme des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der Ortsgemeinde und der Verbandsgemeindewerke. 4,7 Millionen Euro kostet der Ausbau. Davon trägt die Ortsgemeinde etwa 1,5 Millionen Euro, Zuschussanträge sind gestellt. Zwei Drittel der Kosten werden über die wiederkehrenden Beiträge direkt durch die Grundstückseigentümer in Höheischweiler finanziert. Die Verbandsgemeindewerke erneuern die Wasserleitungen und den Kanal. An der Gemeinschaftsmaßnahme sind sie mit rund 790.000 Euro beteiligt.
Allerdings haben die Werke in der Vergangenheit schon Vorarbeiten geleistet und Leitungen und Hausanschlüsse erneuert. Rund 880.000 Euro hat das gekostet. Die Baumaßnahmen waren vorgezogen worden, weil sie unter abschnittsweise halbseitiger Sperrung der Straße erledigt werden konnten. So kann die Dauer der Vollsperrung deutlich reduziert werden. Was jetzt von den Werken noch zu arbeiten ist, bedarf der Vollsperrung. Deshalb werden die Synergieeffekte des gemeinschaftlichen Ausbaus genutzt.