Geiselberg RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Pläne für das älteste Haus im Dorf

Geiselberg hat das älteste Haus im Ort an einen Privatmann verkauft, der es denkmalgerecht sanieren möchte.
Geiselberg hat das älteste Haus im Ort an einen Privatmann verkauft, der es denkmalgerecht sanieren möchte.

Die Gemeinde Geiselberg hat das älteste Gebäude im Ort, das frühere Tagelöhnerhaus in der Friedhofstraße 6, verkauft. Der neue Eigentümer, ein Privatmann, möchte das Gebäude, das wohl aus dem Jahre 1650 datiert, denkmalgerecht sanieren.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus wird also nicht abgerissen. Es gab einmal den Plan, es zum Heimatmuseum umzufunktionieren. Das war angesichts der hohen Kosten für die Gemeinde aber keine Option. Nun will sich ein Privatmann um das Anwesen kümmern. Eine gute Situation für beide Seiten, sagte Geiselbergs Bürgermeisterin Marika Vatter. Der Gemeinderat entschied, nach dem Verkauf einen Antrag zurückzuziehen, den Denkmalschutz vom Haus zu nehmen. Das war vorsorglich beschlossen worden, für den Fall, dass sich kein Käufer findet. Denn eine umfangreiche Sanierung, entsprechend den Denkmalschutzvorgaben, wäre für die Gemeinde finanziell schwer darstellbar gewesen. „Eine Investition in unbekannter Größenordnung“ hätte das Sattlerhaus für die Gemeinde werden können, zeigte Vatter auf.

Für 20.000 Euro hatte die Gemeinde Geiselberg das Haus, das bereits an einigen Stellen bröckelt, zum Verkauf angeboten. Angeboten wurde es auf der Seite der Generaldirektion Kulturelles Erbe, um deutlich zu machen, dass es ein Objekt für Liebhaber ist – für dessen Sanierung aber öffentliche Zuschüsse gewährt werden können.

„Erhaltenswürdiges Kulturdenkmal“

Zu dem Haus hatte die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben im vergangenen Jahr eine Dokumentation erstellt. Das Haus hatte einer Familie aus Heltersberg gehört. 1996 hatte der Gutachterausschuss des Landkreises den Verkehrswert von damals 20.000 Mark ermittelt. Bereits zu dieser Zeit war der Bauzustand schlecht und das Haus nicht mehr nutzbar. Der Gutachterausschuss hatte schon Mitte der 90er erklärt, dass eine Sanierung und Anpassung an normale Wohnverhältnisse wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei und der Abriss eine Option sein müsse. Die 20.000 Mark wurden rein als Bodenwert gesehen.

Die Ortsgemeinde bemühte sich, Zuschüsse über verschiedene Institutionen zu bekommen, um einen Abriss zu vermeiden und dem historisch wertvollen Gebäude neues Leben einzuhauchen. Nach Ansicht des damaligen Leiters des Pfalz-Instituts, Roland Paul, handelt es sich bei dem Haus um ein erhaltenswürdiges Kulturdenkmal. Der 1997 gegründete Verein für Heimat- und Brauchtumspflege hatte das Ziel, das Tagelöhnerhaus zu erhalten und nutzbar zu machen. Im gleichen Jahr beantragte das Landesamt für Denkmalschutz die Unterschutzstellung des Gebäudes. Im Dezember 1997 kaufte die Gemeinde dann das Gebäude für 40.000 Mark – unterstützt von der Daniel-Theysohn-Stiftung und dem Enkel der früheren Eigentümer, dem am Erhalt des Hauses gelegen war.

Wieder in den Fokus gerückt

1999 wurde das Heltersberger Anwesen unter Denkmalschutz gestellt. Original erhaltene Innentreppen aus Eiche, Dielenböden, historische Öfen und Türen machten das Gebäude, das als Tagelöhnerhaus ohnehin zu einer kaum noch vorhandenen Gebäudeart gehört, kulturhistorisch wertvoll. Die Bestrebungen in den Folgejahren, das Gebäude zu sanieren, hatten keinen Erfolg. Bereits 2003 wurden die Sanierungskosten auf mehr als 200.000 Euro geschätzt. Realisiert wurden die Ideen nicht, trotz in Aussicht stehender Zuschüsse. Das Gebäude verfiel zusehends weiter. 2018 war es dann unumgänglich, Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Dadurch rückte das alte Haus wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit.

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