Geiselberg RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Bürgerstiftung zieht erste positive Bilanz

Corona und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben die Arbeit nicht einfacher gemacht. Aber der Vorstand der Bürgersti
Corona und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben die Arbeit nicht einfacher gemacht. Aber der Vorstand der Bürgerstiftung Geiselberg, Volker Spieß, Peter König, Beate Schenck und Sidny Morcinczyk (von links), zieht eine positive Bilanz. So wie die Klima-Linde, die von der Bürgerstiftung im November in Zusammenarbeit mit dem Haus der Nachhaltigekeit gepflanzt wurde, gedeihen soll, wird auch die Bürgerstiftung kontinuierlich wachsen, sind die überzeugt.

38 Gründungsstifter zeigten sich im Oktober 2020 überzeugt davon, dass die Bürgerstiftung Geiselberg eine gute Sache ist, dass die Stiftung einen großen Beitrag leisten kann, um den Ort im Holzland und seine Zukunft lebenswert mitzugestalten. Sie sollten Recht behalten.

„Sie hatten Recht“, bestätigen Peter König, der erste Vorsitzende, sowie sein Stellvertreter Volker Spieß die Annahme der Gründer. Gemeinsam mit Beate Schenck und Sidny Morcinczyk bilden sie den Vorstand der Bürgerstiftung Geiselberg. Corona hat den Start nicht leicht gemacht. Statt direkten Kontakt gab es aus Pandemiegründen oft Kontaktbeschränkungen. „Dafür, dass die Rahmenbedingung schwierig war, finde ich, haben wir wirklich viel in unseren ersten 15 Stiftungsmonaten gemacht“, sagt Morciczyk. Sehen seine Vorstandskollegen genau so.

Schon 20.000 Euro Spenden im ersten Jahr

Als die Stiftung im Oktober 2020 gegründet wurde, sollte die 13 zur Glückszahl werden. Als 13. Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Pfalz und als erste Bürgerstiftung dieser Art im Landkreis wurde die Bürgerstiftung Geiselberg gegründet. „Die Idee gab es seit 2013 und es war von Anfang an eine gute Idee“, sagt Peter König. Zeigte sich auch an den 30.365 Euro Gründungskapital, die Arbeitsgrundlage sind. „Wir haben im ersten Jahr dazu etwa 20.000 Euro Spenden erhalten“, bilanziert Volker Spieß über die zweite Schiene, über die die Stiftung ihre Vorhaben finanziert. All das, „obwohl es nicht immer einfach war, die Menschen zu erreichen“, sagt Beate Schenck. Genau das „hat uns angespornt, kreativ zu werden. Es gab wirklich viele gute Ideen, die wir auch umgesetzt haben“, zieht Morcinczyk eine erste positive Bilanz.

Die vier Vorstandsmitglieder tagen regelmäßig, „mindestens einmal im Monat“, bilanziert König. Mal virtuell, mal persönlich, das funktioniere sehr gut, sagt der erste Vorsitzende und berichtet von engagierten Diskussionen, wenn es um Projektideen geht. Am Ende, und das sei wichtig, sei noch jede Entscheidung einstimmig getroffen worden, so wie es die Satzung vorsieht. Dass der Vorstand und einige Mitstreiter aus dem Kuratorium derzeit treibende Kräfte seien, „ist ganz sicher Corona und den Kontaktbeschränkungen geschuldet“, sind sich Spieß und Morcincyk einig. Der gesamte Vorstand hofft, dass in diesem Jahr noch mehr Aktionen stattfinden können, bei denen die Menschen zusammenkommen können. „Die Bürgerstiftung will die Ideen aller Bürger aufgreifen, möchte, dass sich möglichst viele Menschen engagieren“, unterstreicht König.

Spendengeld kommt in Geiselberg an

Dass 20.000 Euro als Spenden eingingen, „zeigt, dass das, was wir bisher angestoßen und umgesetzt haben, bei den Menschen ankommt“, bilanziert Spieß. Das Spendengeld wird für Projekte in Geiselberg zweckgebunden genutzt.

Zum Beispiel, um die Advents- und Oster-Podcasts zu realisieren. Die Anzahl der Menschen, die bei den Podcasts Rollen einsprechen möchten, ist kontinuierlich gestiegen. Ebenso die Hörerzahl. Die Podcasts, die zum Beispiel in der Adventszeit täglich ein neues Kapitel liefern, werden regelmäßig angeklickt. Die Adventsfensteraktion wurde 2021 wieder belebt. In einer Phase, in der es besonders restriktive Kontaktbeschränkungen gab. Auch als stille Adventsfenster „hat es gut funktioniert“, freuen sich König und Spieß.

Fasnachts-Malaktion und Kochbus für die Kinder

Weil Kinderfasching nicht live gefeiert werden konnte, hieß es „Fasching mol anders“, wobei das „mol“ zugleich für das pfälzische Wort für malen stand. Die Kinder malten fleißig Fasnachtsbilder, die ausgehängt wurden. Stärkte in kontaktarmen Zeiten das Zusammengehörigkeitsgefühl. St. Martin war hoch zu Ross im Ort unterwegs. Auch der Nikolaus kam zu den Kindern, die nicht zu ihm kommen durften. „Natürlich soll all das wieder mit vielen Kontakten stattfinden, wenn es die gesundheitliche Lage zulässt“, sagt König. Die Kerwe wurde gefeiert. Sie wurde relativ kurzfristig auf die Beine gestellt. Da sei es von Vorteil, dass sich Menschen engagiert hätten, die auch in den vergangenen Jahren angepackt und mitorganisiert hätten, wenn im Ort gefeiert wurde. Auch das soll, wenn Corona es zulässt, ausgebaut werden. Die Kerwerede konnte online abgerufen werden.

Als im Sommer die Kontaktbeschränkungen gelockert wurden, machte der Kochbus des Landes in Geiselberg Station. In den Ferien den Kindern zeigen, das gesundes Essen zubereiten und zusammen essen etwas ganz Tolles ist, „war eine Aktion, die gut angenommen wurde“, resümiert Beate Schenck.

Klima-Linde verbindet Jugend- und Umweltprojekt

Die Kinder waren auch gefragt, als die Klima-Linde im November gesetzt wurde. Bei dieser Aktion in Zusammenarbeit mit dem Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz wurden zwei Stiftungsschwerpunkte miteinander verbunden. Ein Kinder- und Jugendprojekt in Kombination mit dem Stiftungszweck Umwelt- und Naturschutz sowie Landschaftspflege. Weitere Stiftungsschwerpunkte sind die Denkmal- und Brauchtumspflege sowie Inklusion und Integration.

Alles in allem „haben wir im Schnitt pro Monat ein Projekt umgesetzt. Das ist schon richtig gut“, freuen sich König und Spieß, der mittlerweile zertifizierter Stiftungsberater ist. Im zweiten Jahr soll dem Stiftungsthema Natur und Umwelt nach Möglichkeit stärker Rechnung getragen werden.

Klare Förderrichtlinien

Eine Bürgerstiftung ist kein Verein. Das elementare Ziel der Bürgerstiftung besteht darin – wie bei anderen Stiftungen - das Stiftungskapital zu vergrößern. Dieses Stiftungskapital, das nicht angerührt wird, bringt langfristig die Erträge, die wachsen, und die so für gemeinnützige Zwecke im Ort eingesetzt werden können. An eine Stiftung werden deshalb hohe Anforderungen gestellt. Zum Beispiel müssen Förderrichtlinien klar aufgelistet und nachvollziehbar sein. Das Stifterkapital erhöhen ist ein Ziel, dem sich die Bürgerstiftung intensiver widmen möchte. Durch die Kontaktbeschränkungen sei das nicht ganz einfach gewesen. Impulse setzen, damit sich Geiselberg nachhaltig entwickeln kann, ist der Grundsatz, den alle Stifter mittragen, zu denen sich noch ein paar gesellen dürfen.

Erstes Großprojekt vor Augen

Die Basis, die in den ersten 15 Monaten gelegt wurde, ist gut, da ist sich der Stiftungsvorstand einig. An Ideen mangelt es nicht. Auch am ersten geplanten Großprojekt, dem Kauf des katholischen Pfarrheims, das für die Geiselberger als Treffpunkt mit zukunftsgerichtetem Angebot erhalten werden sollen, wird gearbeitet. Die Stiftung ist in Kontakt mit dem Bistum Speyer bezüglich des Gebäudes und der Modalitäten.

Die Bürgerstiftung könne Plattform sein für alle Menschen, die aktiv sind, hatte Christiane Steinmetz, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Pfalz, die Treuhänder der Geiselberger Bürgerstiftung ist, bei der Gründung gesagt. „Genau das sind wir und das wollen wir weiter ausbauen“, betonen König, Spieß, Schenck und Morcinczyk. Und das transparent. Auf ihrer Internetseite informiert die Bürgerstiftung regelmäßig über ihre Projekte.

x