Dellfeld Marcus Spies oder Erich Buchmann: Wer wird Ortsbürgermeister?

Zwei Kandidaten gibt es in Dellfeld: Erich Buchmann und Marcus Spies.
Zwei Kandidaten gibt es in Dellfeld: Erich Buchmann und Marcus Spies.

2010 ist Marcus Spies nach Dellfeld gezogen. Jetzt will der CDU-Mann Ortsbürgermeister werden – und sich gegen Erich Buchmann von den Freien Wählern durchsetzen. Der 63-Jährige will es noch einmal wissen, tritt zum bereits vierten Mal an.

Marcus Spies stammt aus Niederauerbach. „Ich kenne also das Dorfleben schon von klein auf“, sagt er. Dass er ausgerechnet in Dellfeld ein Haus gekauft hat, hängt mit der seiner Meinung nach ausgezeichneten Infrastruktur zusammen: Schule, Kindergarten, gute Anbindung mit Auto und Zug. Spies schätzt das dörfliche und familiäre Leben. „Das ist hier einfach persönlicher als in der Stadt.“

Der 42-Jährige hat sich als großes Ziel die Stärkung des Heimatgefühls und der Dorfgemeinschaft gesetzt. „Corona hat viel Persönliches kaputt gemacht“, befindet er. Spies will, dass die Menschen im Dorf, alt und jung, wieder mehr gemeinsam unternehmen. Dafür brauche es aber Treffpunkte. Ideale Stelle ist für Spies das Bürgerhaus. Dort könne ohne großen Aufwand ein Begegnungsplatz gestaltet werden. Spies betont, dass er die Dellfelder aktiv in Entscheidungen einbinden wolle. „Wir müssen die Leute fragen, was sie gerne hätten.“ Ebenso will er die Vereine – „davon haben wir im Dorf genug“ – aktiv ins Dorfgeschehen integrieren.

Verkehrschaos an der Grundschule

Als dringliches Projekt nennt Spies die Erweiterung und Modernisierung der Kita. „Da muss etwas passieren, auch weil wir jetzt ein Neubaugebiet mit vielen Familien mit Kindern bekommen.“ Ebenfalls wichtig sei es, Straßen, Brücken und Spielplätze zu sanieren. Außerdem spricht sich der CDU-Kandidat für Verkehrsberuhigung im Dorf aus. An der Grundschule gebe es jeden Morgen ein Verkehrschaos, befindet Spies. Da müsse sich dringend etwas ändern. Das flexible Ganztagsmodell der Schule will er beibehalten, sodass auch in Zukunft Eltern am Nachmittag ihre Kinder zu jeder Uhrzeit abholen können.

Marcus Spies (CDU) will Ortsbürgermeister werden.
Marcus Spies (CDU) will Ortsbürgermeister werden.

Wenn Spies gerade nicht politisch aktiv ist, beruflich Unimogs verkauft oder als stellvertretender Wehrführer bei der Feuerwehr eingebunden ist, verbringt er viel Zeit mit der Familie. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Außerdem liebt er Eishockey und Motorsport und fährt ab und an Motorrad. „Da fahre ich dann gerne in die Vorderpfalz, manchmal auch nach Frankreich“, sagt er.

FWD-Kandidat startet erneuten Versuch

Alles andere als ein Unbekannter in Dellfelds Kommunalpolitik ist sein Gegenkandidat. Von 1999 bis 2019 war Erich Buchmann Mitglied im Gemeinderat, seine Kandidatur fürs Ortsbürgermeisteramt ist die mittlerweile vierte. 2009, 2014 und 2019 unterlag er Doris Schindler. Vieles im Dorf passiert Buchmanns Meinung nach zu langsam. Als Beispiel nennt er Photovoltaik auf dem Bürgerhaus. Darüber sei bereits vor 20 Jahren gesprochen worden, umgesetzt wurde das Projekt aber erst jetzt. Für den Kandidaten der Freien Wähler Dellfeld (FWD) ein Unding.

Erich Buchmann (FWD) will Ortsbürgermeister werden.
Erich Buchmann (FWD) will Ortsbürgermeister werden.

Der Ausbau der Schulstraße sei absolut notwendig, dieses Projekt will er als Ortsbürgermeister fortführen. Auf Buchmanns Agenda steht außerdem die Sanierung des Bürgerhauses – erst vor wenigen Monaten gab es Kritik am Brandschutz. Auch aus seiner Sicht ist eine Kita-Erweiterung unumgänglich, weil bald viel mehr Kinder dort einen Platz benötigten. Sparen will der FWD-Kandidat beim barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen: In Dellfeld gibt es laut Buchmann viel zu viele Bushaltestellen, etwa an der Feuerwehr drei Stück auf engem Raum. Sein Plan: einige „unnötige Bushaltestellen“ abbauen, damit genug Geld da ist, um die übrigen auszubauen.

Bolzplatz im Aschbachtal „ein Kleinod“

Eine Herzenssache ist für Buchmann die Sanierung des Bolzplatzes im Aschbachtal – ein Kleinod, das mit wenig Aufwand zu einem idealen Treffpunkt für Jung und Alt hergerichtet werden könnte, wie der 63-Jährige befindet. Dem Gemeindearbeiter will Buchmann in einer Art Dorfhelfer-Verein rüstige Rentner beiseite stellen, die ihn ehrenamtlich unterstützen. „Ein paar haben sich dafür schon bereiterklärt.“ Dellfelds Vereine will Buchmann wieder mehr zusammenbringen, etwa beim Dorffest. Jeder Verein solle dann vom Erlös etwas abbekommen – aufgeteilt gemäß der Anzahl der Helfer.

Buchmann ist in Dellfeld aufgewachsen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Verkaufsleiter im Fachhandel für Elektrohausgeräte. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Fasnachter, Musiker, Griller, Sänger und Fußball-Fan. Jahrelang war er Schiedsrichter.

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