Zweibrücker Land RHEINPFALZ Plus Artikel Gibt’s kein Geld für besseres Verwaltungsgebäude?

Das Zweibrücker Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde ist in die Jahre gekommen.
Das Zweibrücker Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde ist in die Jahre gekommen.

Die Zentrale der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land braucht mehr Räume; die veraltete Haustechnik verbraucht zu viel Energie. Doch für eine Sanierung werden Fördergelder vom Land gebraucht. Die Aussichten dafür sind trüb.

Wann es mit der Sanierung des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde (VG) Zweibrücken-Land losgehen kann, steht noch in den Sternen. „Das Projekt wird uns mindestens drei Millionen Euro kosten“, sagt Verbandsbürgermeister Björn Bernhard. „Allerdings stehen im Moment auch Sanierungen am Gebäude der Kreisverwaltung und bei der VG-Verwaltung Thaleischweiler-Wallhalben an. Beim Land hat man uns schon signalisiert, dass die Aussichten auf Fördergelder für unser Gebäude gering sind.“

Im VG-Rat bildet die SPD eine Ampel-Koalition mit der FDP und den Grünen. Von der Ökopartei besuchte am Montag der Landesvorsitzende Paul Bunjes aus Kaiserslautern die Verwaltung der VG Zweibrücken-Land. Begleitet wurde er vom langjährigen Grünen-Landtagsmitglied Fred Konrad aus Käshofen, der seinerseits Fraktionschef der Partei im VG-Rat und im Kreistag ist. Mit Blick auf den Sanierungsstau im Verwaltungsgebäude kritisierte Konrad im Gespräch mit Björn Bernhard die Förderpraxis der Genehmigungsbehörde ADD: „Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion akzeptiert bei der Kostenkalkulation keine Vorhersagen der Preisentwicklung in den nächsten Jahren. Deshalb gilt bei denen zum Beispiel der Weiterbetrieb der Gasheizung immer noch als die preisgünstigste Variante. Dass sich der Gaspreis stetig verteuert, scheint bei der Berechnung nicht zu interessieren.“

„Wir dürfen nicht zukunftsgerecht bauen“

Noch nicht einmal die längst im Gesetz festgeschriebene CO2-Bepreisung, die stufenweise das Gas weiter verteuert, werde von der ADD beim Kalkulieren der Wirtschaftlichkeit eingerechnet. Die Folge sei, „dass etwa ein Neubau der VG-Zentrale nicht gefördert würde, auch wenn diese Lösung jetzt nur fünf Prozent teurer wäre. Dass so ein Neubau aber in energetischer Hinsicht viel günstiger ist und sich dank weniger Energieverbrauch in 20 Jahren amortisiert, wird bei der ADD nicht gesehen. Deshalb dürfen wir nicht zukunftsgerecht bauen. Würden Sie dort anrufen und sagen, die Heizung ist kaputtgegangen, dann bekämen Sie sofort die Fördergelder für eine neue. Aber wenn wir prüfen wollen, welche Investitionen sinnvoll für die Zukunft sein könnten – dafür gibt’s nichts.“ Fred Konrad äußerte am Montag die Hoffnung, dass der neue Mainzer Innenminister Michael Ebling „vielleicht mal für ein bisschen frischen Wind in der ADD sorgt“.

Dringend müsse für das Zweibrücker VG-Verwaltungsgebäude in der Landauer Straße eine Lösung her, betonte Bürgermeister Björn Bernhard. „Das geht schon beim Ratssaal los, der für die Zusammenkunft von 32 VG-Ratsmitgliedern plus Beigeordnete viel zu klein ist. Als Sozialraum nutzen wir im Moment ein kleines Bürozimmerchen. Und um das Gebäude endlich barrierefrei zu machen, müssten wir einen Fahrstuhl anbauen. Übrigens ist bei uns auch mit dem Brandschutz nicht alles optimal.“

Steckbriefe für öffentliche Bauwerke

Ideen habe man durchaus, sprach Björn Bernhard von Gedankenspielen etwa zum Bau eines gemeinsamen Heizkraftwerks mit der benachbarten Berufsschule. Mit Blick auf die Raumnot im Haus habe man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben – um prüfen zu lassen, ob für die VG-Zentrale aus den 1950er-Jahren womöglich eine „Aufstockung in Holzbauweise“ möglich ist.

Doch nicht nur im Zweibrücker Verwaltungsgebäude muss etwas getan werden, betont der Bürgermeister. „Unsere VG umfasst 16 Ortsgemeinden plus die Stadt Hornbach. Dort gibt es überall Gebäude, die in die Jahre gekommen sind. Wir haben deshalb vor, Objekt-Steckbriefe für alle öffentlichen Bauwerke in der Verbandsgemeinde und in den Orten anfertigen zu lassen. In dem Papier soll dann drinstehen, wo und wann welche Gebäudesanierung fällig ist.“

Immerhin ist zurzeit die Sanierung des Schulhauses in Dellfeld im Gange. Bernhard: „In unserer Verbandsgemeinde haben wir fünf Schulstandorte. Die möchten – und müssen – wir alle nach und nach sanieren.“

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