Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Etliche Weihnachtsgottesdienste abgesagt

In etlichen Kirchen im Kreis wird es an Weihnachten keine Gottesdienste geben.
In etlichen Kirchen im Kreis wird es an Weihnachten keine Gottesdienste geben.

In diesem Jahr „müssen wir uns daran gewöhnen, dass nichts ist, wie es war“, sagt Pfarrer David Gippner aus Waldfischbach-Burgalben. Dazu gehört, dass es an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen in vielen Gemeinden keine Gottesdienste geben wird. Auch einige Open-Air-Gottesdienste werden aufgrund einer Teilnehmer-Obergrenze nun abgesagt.

Am Montag bestätigte ein Sprecher der Landesregierung, dass zu den Weihnachtsgottesdiensten in Rheinland-Pfalz nur bis zu 100 Teilnehmer kommen dürfen. Damit wollte man verhindern, dass die geplanten Freiluft-Gottesdienste zu „Großveranstaltungen“ werden.

Mit solchen Freiluft-Gottesdiensten wollten die Kirchengemeinden auf die Corona-Pandemie reagieren und das Infektionsrisiko minimieren. Angesichts der neuen Regeln werden die ersten Veranstaltungen jedoch wieder abgesagt. „Die drei schon lange geplanten und immer wieder den Corona-Verordnungen angepassten ökumenischen Open-Air-Gottesdienste an Heiligabend in Geiselberg, Heltersberg und Schmalenberg müssen aufgrund der nochmals verschärften Corona-Regeln kurzfristig abgesagt werden“, teilt Pfarrer Walter Becker vom Pfarramt Schmalenberg mit. Wegen der Teilnehmerbegrenzung müssten Gottesdienstbesucher abgewiesen werden, oder es könnte zu Staus kommen, fürchtet Becker. Das wäre aufgrund der Pandemie nicht zu verantworten. In der Folge werden auch die evangelischen Weihnachtsgottesdienste am 25. und 26. Dezember in den Kirchen der Orte nicht stattfinden, so Becker. Weil die Veranstaltungen an Heiligabend ausfallen, bräuchte es für diese Gottesdienste ein Anmeldesystem, das nicht mehr schnell genug aufgesetzt werden könne. Die katholischen Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen finden aber mit den bereits angemeldeten Personen statt.

„Zu spät entschieden“

Der ökumenische Gottesdienst-Kreis produziere nun einen digitalen Gottesdienst, der zum Nachmittag des 24. Dezember auf der Homepage der protestantischen Kirchengemeinde eingestellt wird, so Becker.

Dass es eine gesellschaftliche Debatte darüber gibt, „ob Präsenz-Gottesdienste mit Blick auf die Pandemie überhaupt zulässig sein sollten, ist legitim und in einer freien Gesellschaft wichtig und notwendig“, sagt der Pfarrer. Es müsse aber auch in aller Deutlichkeit betont werden, dass man alle Register gezogen habe, um mit diesem Vorrecht verantwortungsbewusst umzugehen. „Leider sind wir jetzt durch die wenig durchdachte und vor allem viel zu späte Vorgehensweise der Landesregierung mit unseren geplanten Open-Air-Gottesdiensten an unsere Grenzen gestoßen“, so Becker weiter. Wäre eine solche Entscheidung wenige Tage vorher gefallen, hätte man als Kirchengemeinde noch reagieren können.

„Bis zuletzt gehofft“

Bis zuletzt habe er noch die Hoffnung gehabt, dass es einen Weihnachtsgottesdienst im Freien geben könnte – mit etwas Glück sogar mit einem Posaunenchor, sagt auch Pfarrer Gippner vom protestantischen Pfarramt Waldfischbach-Burgalben, zu dem auch Donsieders und Steinalben gehören. Dem ist nicht so. Man habe sich entschlossen, alle Weihnachtsgottesdienste mit Besuchern abzusagen. In der Südwestpfalz, die lange wie eine Insel der Seligen gewirkt habe, infizierten sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus, auch in den zum Pfarramt gehörenden Gemeinden. Zwar sei den Kirchen die Freiheit gelassen worden, Gottesdienste zu feiern. „Allerdings mit intensiven Auflagen“, sagt Gippner. An Anmeldepflicht, Abstand und das Fehlen von Gesang im Gottesdienst sei man schon gewöhnt. Angesichts der hohen Infektionszahlen seien die Anforderungen aber gestiegen. So sind Ordnungskräfte gefordert, die dafür sorgen sollen, dass alle Regeln eingehalten werden. Das habe die Aufgabe zusätzlich erschwert. Man habe lange abgewogen: die Bedeutung der Weihnacht gegen das Infektionsrisiko und die Auflagen. Doch unter den gegebenen Umständen sei es nicht möglich, gleichzeitig die Gesundheit der Gottesdienstbesucher zu schützen und dabei weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. Weihnachten falle aber nicht aus. Über das Gottesdienst-Telefon (06333/6098576 oder 6098979) können Predigten von Pfarrer Walter Becker und Pfarrerin Katja Beiner angehört werden. An Heiligabend versucht die Kirchengemeinde, einen Gottesdienst live im Internet zu übertragen.

Licht von Bethlehem abholen

Auch die protestantische Pfarrei Luthersbrunn hat mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen alle Präsenz-Gottesdienste vom 24. bis einschließlich 27. Dezember abgesagt. Wie das Pfarramt mitteilte, wird die Luthersbrunner Kirche an den Nachmittagen für das persönliche Gebet geöffnet sein. Die Kirche in Obersimten ist am späten Nachmittag des 24. Dezember geöffnet. Eine Andacht kann unter Telefon 06335/859313 und auf der Homepage der Kirchengemeinde abgerufen werden. An den Feiertagen ist Pfarrer Matthias Schröder unter Telefon 06335/323 für persönliche Anliegen der Gemeindemitglieder erreichbar. An allen Kirchen der Pfarrei, auf dem Luthersbrunn, in Obersimten und in Hilst, besteht zudem die Möglichkeit, das Friedenslicht von Bethlehem abzuholen.

Das „merk- und denkwürdige Jahr“ werde die Kirchengemeinde am Silvestertag mit Gottesdiensten beschließen, teilt das Pfarramt mit: um 16 Uhr in Hilst, um 17.15 Uhr in Obersimten und um 18.30 Uhr auf dem Luthersbrunn. Eine Anmeldung beim Pfarramt Luthersbrunn unter Telefon 06335/323 oder per E-Mail an pfarramt.luthersbrunn@evkirchepfalz.de ist erforderlich.

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