Herschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Freude für das Auge: 100 Oldtimer stoppen an der Weihermühle

Die ADAC Deutschland Klassik macht Station auf der Weihermühle: hier ein Sbarro Replica BMW 328.
Die ADAC Deutschland Klassik macht Station auf der Weihermühle: hier ein Sbarro Replica BMW 328.

In ein faszinierendes Museum der Automobilgeschichte verwandelten am Samstag 100 Oldtimer die Weihermühle bei ihrem Zwischenstopp im Rahmen der „ADAC Deutschland Klassik“. Betagte Vorkriegsveteranen ebenso wie PS-Boliden der 70er zeugten von der Leidenschaft ihrer Besitzer für Ästhetik und Ingenieurskunst.

Drei Tage lang waren die Oldtimer-Enthusiasten unterwegs, um wieder einmal eine der schönsten Regionen Deutschlands zu „erwandern“. Richtig: Oldtimer-Wandern hat man tatsächlich die komplett entschleunigte Art und Weise der Fortbewegung getauft, bei der es zwar gilt, einige Aufgaben zu erledigen, die Zeit jedoch keine Rolle spielt. Die traumhafte Pfalz „ähnelt einem Bilderbuch“, machte ADAC-Präsident Christian Reinicke im Vorfeld Reklame, und die Teilnehmer gaben ihm Recht. „Es ist eine wunderschöne Gegend, und wir sind sehr gerne hierher gekommen“, freuten sich beispielsweise Bernd Nabe und Renate Sarfeld, die mit ihrem 1966 gebauten, stattlichen Jaguar MK II 3,4 Litre aus Berlin angereist waren, die idyllische Strecke sichtlich genossen und allen Teilnehmern aus dem Herzen sprachen.

Geliebte Vehikel

Jeder Oldtimer hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gerne und mit spürbarem Stolz erzählen deshalb die Besitzer vom Werdegang ihres geliebten Vehikels, erklären technische Details und wissen von so manchem interessanten Detail zu berichten. So wie Klaus und Michaela Borrmann, deren 1953er EMW 327/2 Sport-Cabriolet ein absoluter Hingucker ist. Edles Grün und feines, glänzendes Holz verleiten zu der Annahme, es würde sich hier um ein fabrikneues Fahrzeug handeln, nicht um einen Oldtimer. Und tatsächlich: „Der ist praktisch neu, die Kilometer wurden nach der dreijährigen Restaurierung auf 0 gesetzt“, erzählte der Besitzer, der einen langen Anfahrtsweg aus Görlitz in die Pfalz auf sich genommen hat. In Eisenach seien nach dem Krieg BMW-Teile zu diesen „EMW“-Wagen zusammengebaut worden, von dem es lediglich 570 Exemplare gebe. „Das Fahren ist allerdings etwas ganz anderes als mit einem heutigen Auto: Die Bremsen leisten zum Beispiel höchstens 50 Prozent von einem modernen Wagen“, dennoch sei der Fahrspaß unbeschreiblich.

Richard und Hedwig Hußenether aus Bayern mit ihrem 1938er Packard Six Convertible Coupé.
Richard und Hedwig Hußenether aus Bayern mit ihrem 1938er Packard Six Convertible Coupé.
Mercedes 300 SL vor Heuballen.
Mercedes 300 SL vor Heuballen.
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„Heute sind keine Armen hier“, kommentierte Weihermühlen-Besitzer Manfred Cronauer das bunte Treiben und fotografierte selbst fasziniert die raren Vehikel. In der Tat: Schließlich gehen für ein top-restauriertes Modell wie einen 300er SL-Mercedes schon mal mehr als eine Million über den Ladentisch. Der ADAC selbst war mit einem echten Hingucker vertreten: mit dem gelb-schwarzen VW Transporter 1500 Kombi waren vor 58 Jahren die Helfer der Straßenwacht unterwegs gewesen.

Alle haben Sieg-Chancen

Ob 34 oder 340 PS – Chancen auf den Sieg hatten alle. Denn beim Oldtimer-Wandern zählen schließlich keine Stoppuhren oder Wertungsprüfungen, sondern das gemeinsame Entdecken außergewöhnlicher Fahrtrouten. Lediglich an den Zwischenstopps galt es, knifflige oder lustige Teamaufgaben zu lösen. Und da war kein Hubraum gefragt, sondern Fingerspitzengefühl beim Schätzen der Wassertemperatur oder beim Reifen-Zielrollen.

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