Kreis Südwestpfalz „Dafür brauchen wir keine Belehrungen von der SPD“

Rudi Veith und Achim Wagner, beide von der SPD, wurden am Dienstagabend zu Beigeordneten des Gemeinderats Dellfeld gewählt. Der Abend endete in heftigen Diskussionen zwischen den beiden Vorsitzenden der SPD- und der FWD-Fraktion.

Im ersten Urnengang des Abends zur Wahl des ersten Beigeordneten erhielt Rudi Veith, der bereits in der vergangenen Legislaturperiode dieses Amt innehatte, neun der 16 Stimmen. Der Gegenkandidat der FWD, Karl-Heinz Igel kam auf sieben Stimmen. Das deutet darauf hin, dass die SPD in der geheimen Wahl geschlossen ihren Kandidaten wählte und die CDU die FWD unterstützt hat. Denn der 16-köpfige Gemeinderat besteht aus neun SPD-Mitgliedern, sechs Mitgliedern der FWD und einem CDU-Mitglied. Bei der Wahl zum zweiten Beigeordneten erhielt Achim Wagner neun Stimmen, während Igel, der wiederum für die FWD antrat, erneut mit sieben Stimmen unterlag. Bei der Wahl am 25. Mai hatte die FWD zwei Sitze hinzugewonnen, die SPD und die CDU je einen verloren. Der FWD-Fraktionsvorsitzende Erich Buchmann hatte deshalb vor der Wahl des zweiten Beigeordneten dafür geworben, dieses Ergebnis auch in der Gemeindespitze abzubilden – also der FWD den zweiten Beigeordneten zuzugestehen, auch wenn die SPD die absolute Mehrheit im Rat hat. Alte und neue Fraktionsvorsitzende der SPD ist Gerda Huber. Sie und Buchmann lieferten sich im Laufe des Abends noch ein Rededuell. Huber trat einem Gerücht entgegen, das im Wahlkampf die Runde gemacht habe: Nein, in der SPD gebe es keinen Parteizank, ein jeder könne nach bestem Wissen und Gewissen abstimmen. „Diese Gerüchte haben wir auch gehört“, sagte Erich Buchmann, „und sie stammen keinesfalls aus den Reihen der FWD! Das kann ich an dieser Stelle versichern.“ Und nein, so Huber, Bürgermeisterin Doris Schindler habe nie die Absicht gehabt, sich nur für ein Jahr wählen und danach die Beigeordneten nachrücken zu lassen. Schindler wolle die Gemeinde während der ganzen fünf Jahre führen. Sollte sie dennoch aus unvorsehbaren Gründen ausscheiden müssen, dann fänden Neuwahlen statt. „In keinem Fall würden die Beigeordneten einfach nachrücken“, versicherte Huber. Sichtlich erbost entgegnete der FWD-Fraktionsvorsitzende: „Sollte dieser Fall eintreffen, dann wird es selbstverständlich Neuwahlen geben. Das ist jedem klar, dafür brauchen wir keine Belehrungen von der SPD.“ Außerdem habe Buchmann in einer Wahlbroschüre behauptet, seit Jahren schon Verunglimpfungen aus den Reihen der SPD erdulden zu müssen, was Huber heftig dementierte. „Diese Beschimpfungen hab ich teilweise sogar schriftlich zuhause liegen“, antwortete Buchmann. „Falls es Sie wirklich interessiert, bringe ich sie Ihnen gerne mit.“ Schließlich riet Heinrich Schneider, der einzige CDU-Abgeordnete, man solle doch nun den Wahlkampf vergessen und nach vorne schauen. Zum Wohle der Gemeinde. Schneider sitzt bereits seit 35 Jahren im Gemeinderat. Eine Spitze konnte allerdings auch er sich nicht verkneifen. Es sei wünschenswert, richtete er sich an Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker, wenn die Einladungen zu den Gemeindesitzungen die Mitglieder erreichen würden, noch bevor die Zeitungen darüber schrieben. Gundacker erinnerte daran, dass die Verwaltung die Ratsmitglieder zur Sitzung einlädt, sie aber keinen Einfluss darauf habe, was die Presse wann schreibt. Ein gutes Stück Arbeit liege in den nächsten Jahren vor dem Dellfelder Gemeinderat, hatte Bürgermeisterin Doris Schindler zum Auftakt gesagt. „Unsere Gemeinde ist nicht auf Rosen gebettet.“ Sie erwarte aktive Mitarbeit von ihren Ratsmitgliedern und zwar nicht nur während der Sitzungen. (mefr)

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