Südwestpfalz
Busverkehr auf dem Land: Geplante Verbesserungen und Herausforderungen
Vor zwei Jahren hatte der Landkreis Südwestpfalz eine Überprüfung des Nahverkehrsplans des Kreises in Auftrag gegeben. Die dabei ermittelten Ergebnisse waren ernüchternd. Zwischen September 2023 und Juni 2024 waren die Fahrgastzahlen in den Bussen auf den Landkreislinien durch automatische Zählsysteme erhoben worden.
Die Aachener Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung (IVV) kam zu dem Schluss, dass von den 26 Linien im Kreis acht wirtschaftlich unrentabel sind. Bei den Linien 234 (Zweibrücken-Maßweiler), 235 (Zweibrücken-Hornbach), 237 (Zweibrücken-Riesweiler), 238 (Homburg-Martinshöhe), 243 (Pirmasens-Thaleischweiler-Wallhalben), 244 (Waldfischbach-Hermersberg-Horbach), 246 (Waldfischbach-Schmalenberg) und 258 (Ortsverkehr Hauenstein) sah der IVV Handlungsbedarf.
Warnung vor Angebotsstreichungen
Auf den Linien 231, 232, 238, 243 und 258 liegt die maximale Besetzung regelmäßig unter fünf Fahrgästen. Die IVV empfiehlt hier den Einsatz bedarfsgesteuerter Bedienungsformen, also etwa Ruftaxis. Bei den Linien 234, 238, 244 und 258 handelt es sich um Linien, auf denen es Streckenabschnitte in beide Fahrtrichtungen gibt, die über mehrere Stunden weniger als fünf Fahrgäste im Querschnitt aufweisen. Hier sollte über eine Anpassung des Linienweges nachgedacht werden.
Die Planer raten davon ab, das Angebot aus Kostengründen zu kürzen. Ein Rückgang der Attraktivität gehe mit dem Rückgang der Fahrgastzahlen einher. Eine Umstellung von gering ausgelasteten Linien auf eine Bedarfssteuerung, also der Einsatz eines Ruftaxis, führe zunächst einmal auch zu einem Fahrgastrückgang, da der Bestellvorgang für einige Menschen eine zu hohe Hürde darstelle.
Optimierung im Betrieb
Mittlerweile hat die Queichtal-Nahverkehrsgesellschaft (QNV) Problemstellen aus ihrer Sicht genannt. Dazu zählen die Doppelbedienung auf bestimmten Verbindungen, ein uneinheitlicher, nicht tagesdurchgängiger Fahrplan auf vielen Linien, Fahrplanlücken und die fehlende Abstimmung von Fahrplänen an Verknüpfungspunkten zu Stadtbussen, der Bahn oder Bussen in die Saarpfalz.
Sie hat vorgeschlagen, den Fahrplan linienübergreifend zu optimieren, bei Ankunfts- und Abfahrtszeiten Umstiegsmöglichkeiten besser zu berücksichtigen und durch eine bessere Abstimmung von Fahr- und Dienstplan kostenneutral weitere Fahrplanfahrten zu ermöglichen.
Den Nordwesten im Blick
Die IVV hat nach der Kreistagspräsentation Ende März angeregt, zunächst die Knotenpunkte im nordwestlichen Kreisgebiet zu betrachten und zu überprüfen, wie sich die vom QNV angestrebten Verbesserungen auswirken. Dabei geht es um die Einhaltung der Vorgaben des Nahverkehrsplans, der etwa die Bedienungshäufigkeit vorgibt, das Abdecken nachfragestarker Verbindungen und die Wirkung auf die Attraktivität des Angebots.
Die Untersuchung wird noch im Mai fortgeführt. Sie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Kreisausschuss hat jetzt 20.000 Euro für diese Untersuchung genehmigt.