Niederschlettenbach Archive waren sein Zuhause: Heimatforscher Wolfgang Schultz gestorben

Wolfgang Schultz mit dem Codex Berwartstein im Landesarchiv Speyer.
Wolfgang Schultz mit dem Codex Berwartstein im Landesarchiv Speyer.

Für viele unerwartet ist vergangenen Donnerstag der renommierte Heimatforscher Wolfgang Schultz gestorben. Nach einer Operation in einem Stuttgarter Krankenhaus vor etwa zwei Jahren hatte er sich nicht mehr von den Folgen erholt.

Wolfgang Schultz wurde 1944 in Annweiler geboren. Nach seinem Lehrerstudium war er bis zu seiner Pensionierung als Pädagoge an verschiedenen Grund- und Hauptschulen in der Südwestpfalz – in Schönau, Dahn, Lemberg und Fischbach – tätig. Sein besonderes Interesse galt neben der Geschichte der Felsenburgen des Wasgaus vor allem der Erforschung seiner Heimatregion, des pfälzisch-elsässischen Grenzgebietes um Dahn und Weißenburg. Er ist Verfasser zahlreicher heimatgeschichtlicher Artikel und Publikationen. Fast jährlich lieferte er einen Beitrag für den Heimatkalender des Landkreises. Er war Mitbegründer des Arbeitskreises Heimatgeschichte bei der Kreisvolkshochschule, wo er manchen Vortrag hielt. Als Mitglied der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften lieferte er für die „Pfälzer Heimat“ Geschichtsbeiträge.

Die kleinen und großen Archive und Bibliotheken im Südwesten von Heidelberg über Speyer bis Straßburg waren die Heimat des Forschers. In akribischer Kleinarbeit und überwiegend ehrenamtlich hat er als Autor oder Mitautor die teils umfangreichen Ortschroniken von Schönau, Fischbach, Petersbächel und 2018 von Niederschlettenbach geschrieben. Daneben hat er Abhandlungen zur Reformation in Weißenburg und zur Orts- und Kirchengeschichte von Nieder- und Obersteinbach geschrieben. Seine umfangreiche Gemäldesammlung, die er zur Verfügung stellte, hat die Ausstellung und zwei Bücher über die „Malerkolonie Obersteinbach“ besonders gefördert. Bisher Unerforschtes über die Wasgauburgen ins Licht der Gegenwart zu stellen, reizte seinen Forscherdrang besonders. So entstand schon früh sein Buch über Burg und Amt Wegelnburg. Den „Codex Berwartstein“ hat er 2008 erstmals wissenschaftlich bearbeitet und herausgegeben. Eine Edition über den „Drachenfels bei Busenberg“, Regesten und Quellen über Burg und Herrschaft, führten 2018 zu seinem letzten größeren Werk. Für viele Geschichtsinteressierte im Felsenland war er gefragter und kompetenter Ansprechpartner. Er wird der Pfalz fehlen.

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