Kreis Südliche Weinstraße Von der Wache auf die Bühne

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„Ich singe immer, meine Kinder kennen alle Lieder“, sagt die 30-jährige Polizistin und Mutter von Lisa und Olivia, Caroline Tworuschka, aus Birkenhördt. Nichts Ungewöhnliches möchte man meinen. Aber aus dem „Singen für die Kinder“ wurde mehr. Unter anderem ein Auftritt von Caro Merz, so ihr Künstlername, im „ZDF Fernsehgarten“ im vergangenen Jahr und ein eigenes Album in diesem Jahr.

„Ich hatte nie Gesangsunterricht“, erzählt die Mutter zweier Töchter im Alter von sechs und sieben Jahren der RHEINPFALZ in ihrem Wohnzimmer in Birkenhördt, ihrem Heimatort. Als Caroline Kimmlé wird sie geboren, besucht das Gymnasium in Bad Bergzabern, macht eine Ausbildung zur Polizeibeamtin in Bruchsal, arbeitet zunächst in Karlsruhe und lässt sich 2013 zur Polizeiinspektion Bad Bergzabern versetzen. Früh- und Nachtdienst hat sie 20 Stunden pro Woche. Dass sie singen kann, fällt schon früh auf, sie singt bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Weihnachtsfeiern. Einfach so. „2005 hat ein Bekannter meines Vaters jemanden gesucht, der bei der Wahl der Miss Do-it-yourself in Köln singt“, erzählt Caroline Tworuschka. Das Lied hieß „Ronny und die Bauarbeiterin“, sie singt den Part der „Fliesenlegerin“. Dann kommt Eines zum Anderen. Sie nimmt ein Lied auf, lernt einen Produzenten kennen, der Songwriter Felice Pedullá, der bis heute ihre Liedtexte schreibt, interessiert sich für ihre Stimme. „Er war begeistert, wollte mit mir zusammenarbeiten und sagte: Stell’ dich ans Mikro und sing“, erzählt Caro Merz. Was sie auch tut. Ihr Familienname ist für die Bühne zu kompliziert, also nimmt sie den Geburtsmonat ihrer ersten Tochter, den März, aber ohne „ä“. „Den Umlaut gibt es nicht in allen Ländern“, erklärt sie. Vor zwei Jahren bekommt sie von „Almara Records“ einen Albumvertrag, nachdem sie ihre erste Single „Das Leben meint es gut“ aufgenommen hatte. Es folgt die Bühne des Fernsehgartens. „Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, vor einigen Tausend Leuten zu stehen, ich habe mich auf der Bühne zuhause gefühlt“, schwärmt sie von ihrem Auftritt. Sie hofft, dass er sich in diesem Jahr wiederholen wird. Die Liedtexte, die für sie geschrieben werden, haben immer etwas mit ihrem Leben zu tun, sagt sie: „Felice Pedullá setzt mein Leben in Lieder um.“ Es sind nachdenkliche Balladen, die sie liebt, aber auch fröhliche Texte zum Tanzen. Kinder, Beruf, Gesangskarriere, eine schwierige Balance. „Meine Eltern unterstützen mich sehr“, erzählt Tworuschka, für die ihre Kinder das wichtigste sind. So nimmt sie auf die Arosa-Kreuzfahrt im kommenden Jahr, für die sie engagiert wurde, einfach ihre Kinder und die Eltern mit. Im Juni wird sie bei der „White Night“ am Bodensee auftreten und im Januar in Namibia bei der „Nacht des Deutschen Schlagers“. Auch ihr Chef, Leiter der Polizeiinspektion Bad Bergzabern, Kurt Braun, hat als Sänger und langjähriger Vorsitzender des Gesangvereins „Eintracht“ in Busenberg Verständnis für die Künstlerin. „Bei mir rennt sie offene Türen ein, es ist schön, dass wir Künstler in unseren Reihen haben“, sagt er. Der Wunsch von Caro Merz für die Zukunft. „Die Menschen sollen meine Lieder mögen und ich will sie möglichst Vielen vorsingen“, sagt sie. Zu hören ist sie am morgigen Samstag um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Birkenhördt bei einem Benefizkonzert für die Kita „Birkenbäumchen“. Die Überraschung: Ein Duett mit Ortsbürgermeister Matthias Ackermann (CDU). (pfn)

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