Kreis Südliche Weinstraße Protest gegen Sparkassen-Schließungen

Gegen die Schließungen der Geschäftsstellen der Sparkasse Südliche Weinstraße zum 31. Mai regt sich in in Ramberg und Gossersweiler-Stein Widerstand. Die Ankündigung schlug bei den Gemeinderatssitzungen in den beiden Orten in dieser Woche hohe Wellen.
Wie am Dienstag berichtet, speckt die Sparkasse SÜW ihr Geschäftsstellennetz ab. Acht Standorte werden gestrichen – darunter Ramberg und Gossersweiler-Stein –, sechs weitere in reine Automaten-Geschäftsstellen umgewandelt. Ortsbürgermeister Jürgen Munz (Ramberger Bürgerliste) kann die Argumente der Sparkasse nicht nachvollziehen, die die geringe Auslastung als Grund genannt habe. Die Botschaft der Sparkasse habe ihn am Freitag zuvor per Anruf erreicht, am nächsten Morgen hätten die Kunden die Schreiben im Briefkasten vorgefunden, so Munz. Er müsse davon ausgehen, dass nur „nackte Zahlen“ bei der Bewertung eine Rolle gespielt haben. Die Kundenbindung durch die Geschäftsstelle vor Ort sei wohl nicht relevant gewesen. Er habe sich bereits von Sparkassenkunden einiges anhören müssen, habe zahlreiche Anrufe erhalten, bei denen Unmut geäußert und Konsequenzen angekündigt worden seien, was den Verlust von Kunden bedeute, berichtete Munz. Es sei die Frage erlaubt, ob der Entscheidungsträger nicht zu kurzfristig gedacht habe. Für ihn sei besonders ärgerlich, dass die Sparkasse nicht im Vorfeld ihrer Entscheidung auf die betroffenen Ortsgemeinden zugekommen sei und nicht einmal versucht habe, eine andere Lösung, eventuell mit Unterstützung der Gemeinde, zu finden. Die Sparkasse SÜW sei eine kommunale Einrichtung. Die Hälfte der Mitglieder des Verwaltungsrates seien kommunale Vertreter. Es wäre deshalb angebracht gewesen, mit den betroffenen Gemeinden im Vorfeld zu reden. Viele ältere Menschen hätten teilweise gar keinen Computer, geschweige denn ein Smartphone, mit dem sie ihre Geldgeschäfte von zu Hause aus abwickeln könnten. Selbst jüngere Menschen würden nicht alle Transaktionen im Internet erledigen. Die Ortsgemeinde werde prüfen, was sie hinsichtlich der Versorgung ihrer Bevölkerung tun könne. Auch in der Gemeinderatssitzung in Gossersweiler-Stein stieß die Entscheidung auf Protest. In der Einwohnerfragestunde ließen neun Bürger ihrem Unmut freie Luft, dass noch nicht einmal ein Geldautomat oder Kontodrucker vor Ort bleiben soll. „Wenn ich nach Annweiler muss, um meine Bankgeschäfte zu erledigen, dann kann ich auch gleich zur Konkurrenz gehen“, so ein Bürger. Laut Ortsbürgermeister Stefan Renno (Liste Renno) bleiben in der Verbandsgemeinde Annweiler nur noch zwei Filialen: Annweiler und Albersweiler. Auf die Infrastruktur angesprochen sagte Renno: „Wir haben (dann) im Ort alles, außer einer Sparkasse.“ Der Gemeinderat will die Schließung nicht hinnehmen und sieht Gesprächsbedarf. Renno, der ebenfalls erst am Freitag zuvor von der Schließung erfuhr, teilte mit, dass sich die Sparkasse zu einem Gespräch bereit erklärt habe. (som/ag)