Kreis Südliche Weinstraße „Klimatische Herausforderung“

Passionierter Radfahrer: Sebastian Bauer-Bahrdt, der sich in den nächsten drei Jahren in Landau-Land um Klimaschutz kümmert.
Passionierter Radfahrer: Sebastian Bauer-Bahrdt, der sich in den nächsten drei Jahren in Landau-Land um Klimaschutz kümmert.

«LANDAU-LAND.» Er ist 36 Jahre alt, ein diplomierter Umweltfachmann und seit 1. Juli erster Klimaschutzmanager in der Verbandsgemeinde-Verwaltung Landau-Land: Sebastian Bauer-Bahrdt. Ein Gespräch über seine Einarbeitung.

Ihre ersten Eindrücke von der Verwaltung und Ihrem Arbeitsplatz?

Ich komme vom Regierungspräsidium in Karlsruhe, demgegenüber ist die Verbandsgemeindeverwaltung mit rund 50 Kollegen sehr überschaubar. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und die Zusammenarbeit mit dem gesamten Haus funktioniert sehr gut. Alle sind sehr engagiert und bemüht, mir meine Fragen schnell und erschöpfend zu beantworten. Ansonsten war mein Arbeitsplatz in den vergangenen Wochen ein Abbild meiner Aufgabe: eine klimatische Herausforderung. Schon Kontakte mit Schulen und Kindergärten gehabt? Ja, die ersten Kontakte gab es bereits. In den nächsten Wochen werde ich mich mit den Schulleitern und den Klassenlehrern treffen, um mir ein Bild zu machen, wie weit die Themen Umwelt- und Klimaschutz bereits ein Thema in den Schulen sind und um gemeinsam zu überlegen, wie wir die Umweltbildung in den Schulalltag einbinden können. Da einige Einrichtungen bereits BNE-Schulen oder -Kitas sind, laufe ich dort sicher offene Türen ein. BNE steht für „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Wo gibt es beim Energiemanagement für die kommunalen Gebäude Ansatzpunkte? Zunächst einmal haben wir die aktuellen Strom- und Heizenergieverbräuche gesammelt. Dabei hat sich erfreulicherweise gezeigt, dass der Stromverbrauch der Verwaltung gegenüber 2012, dem Jahr, aus dem die letzte Bilanzierung für das Klimaschutzkonzept stammt, bereits um rund 25 Prozent gesenkt werden konnte. Da einige der kommunalen Liegenschaften sehr alte, zum Teil sogar historische Gebäude sind, können technische Maßnahmen zur Energieeinsparung natürlich nur mit Bedacht ausgewählt und umgesetzt werden. Daher ist die Nutzungsoptimierung ein wichtiger Ansatzpunkt. Außerdem war die Verbandsgemeinde auch vor der Besetzung meiner Stelle nicht untätig. So wurde beispielsweise die Straßenbeleuchtungen fast in der gesamten Verbandsgemeinde auf sparsamere Leuchtmittel umgerüstet, mit erkennbar hohen Einsparungen. An den drei Grundschulen in Billigheim-Ingenheim, Ilbesheim und Siebeldingen gab es zahlreiche Sanierungsarbeiten. Nun gilt es natürlich, weitere Einsparpotenziale zu finden und umzusetzen. Wie kommt man sich vor als erster und einziger Klimaschutzmanager in der Region? Im Kreis Südliche Weinstraße bin ich der erste Klimaschutzmanager, das stimmt, allerdings gibt es beispielsweise in Wörth, Germersheim und Speyer auch schon Klimaschutzmanager. Durch die Energieagentur Rheinland-Pfalz und den Verband Region Rhein-Neckar sind die Klimaschutzmanager gut miteinander vernetzt, und ich stehe im regen Austausch mit meinen Kollegen, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Bei Projekten, die über die Grenzen unserer Verbandsgemeinde hinausgehen, wäre es sicherlich hilfreich, wenn es noch mehr Klimaschutzmanager im Kreis gebe. Ich denke da zum Beispiel an eine Verbesserung der Infrastruktur für Mobilitätskonzepte, Fahrräder oder des Öffentlichen Personennahverkehrs. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Torsten Blank? Das läuft sehr gut, da er fachlich sehr tief in dem Thema drin ist. Das Thema Klimaschutz ist ihm sehr wichtig und er hat ein hohes Interesse an der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept. Wir haben in den ersten Wochen die Themenfelder meiner Arbeit besprochen, er hat mir Kontakte hergestellt und für die notwendige Zuarbeit in der Verwaltung gesorgt. Zurzeit arbeiten wir gerade an einem kleinen Projekt zur Förderung nachhaltiger Mobilität für die Mitarbeiter der Verwaltung. Zur Person Der gebürtige Frankenthaler Sebastian Bauer-Bahrdt hat nach dem Abitur zunächst ein Studium an der Fachhochschule Bingen begonnen und dann an der Uni Landau den Diplomstudiengang Umweltwissenschaften abgeschlossen. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter, unter anderem beim Institut für Grundwasserökologie in Landau und für das Alfred-Wegener-Institut, zuletzt Referent im Regierungspräsidium Karlsruhe. Mit Frau und Sohn wohnt er in Birkweiler und ist im Naturschutz, vor allem beim BUND, engagiert. | interview: Michael Reuter

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