Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Herxheim: Werner Braun der Herr der Umzugswagen

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Am kommenden Dienstag steht die Gemeinde Herxheim wieder im Zeichen des großen Faschingsumzugs. Los geht das närrische Treiben um 13.11 Uhr. Auf was Werner Braun als Zugmarschall alles achten muss.

Der Faschingsumzug in Herxheim gilt als größter in der Südpfalz. Im vergangenen Jahr schätzte die Polizei das Besucheraufkommen auf 35.000 Gäste. 90 Gruppen nahmen teil. Ein solcher Umzug braucht gute Planung – und einen, der die Zügel in der Hand hält. Im Falle des Herxheimer Umzugs ist das Zugmarschall Werner Braun vom CV Narrhalla. Was muss der Manager des Faschingsumzugs im Auge haben?Wie der 63-jährige Diplom-Informatiker, der bei einer Firma in Karlsruhe beschäftigt ist und seit 2009 als Cheforganisator des Herxheimer Faschingsumzugs fungiert, erzählt, lagen bis gestern Anmeldungen von 55 Gruppen mit mehr als 2300 Teilnehmern vor, die sich am Dienstag singend und schunkelnd auf die knapp fünf Kilometer lange Umzugsstrecke begeben werden. Braun und sein Team arbeiten mit Nachdruck daran, dass bis dahin alles geregelt ist. Vor allem muss die Sicherheit gewährleistet sein. Die Erfahrung habe bewiesen, dass noch kurz vor dem Start des Umzugs Meldungen vor allem von Fußgruppen eingehen, sagt Braun im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Bis ins Jahr 1928 lässt sich die karnevalistische Tradition in Herxheim zurückverfolgen, als der erste Faschingsumzug durch die Dorfstraßen zog. Zu jener Zeit waren noch „Die Gießkännler“, ein Gesangverein, die Veranstalter. Heute ist es der CV Narrhalla. In der Zwischenzeit habe sich vieles geändert, berichtet Braun. Die Motivwagen seien vielfältiger und größer geworden. Zudem schlage sich die moderne Technik beim Umzug nieder. Etwa drei Stunden lang wird sich der Lindwurm vom Pamina-Schulzentrum aus vorbei am Rathaus in der Oberen Hauptstraße über die Speiertsgasse bis hin zur Festhalle schlängeln. Das hat feste Tradition in der Herxheimer Straßenfasnacht. „Wir haben bei den Umzugsteilnehmern unsere Stammkunden“, sagt Braun. Mit bis zu 80 Prozent der Teilnehmer aus den Vorjahren werde es ein Wiedersehen geben. Dabei sind beispielsweise auch in diesem Jahr wieder der KV Hördt, die „Schlawiddelpagger“ aus Landau, die Wikinger aus Freimersheim oder die Wollmatinger Homberg-Hexen. Auch der Zoff im Herxheimer Rathaus wird Thema eines Motivwagens sein.

Braun weiß von umfangreichen Vorbereitungsarbeiten zu berichten. So sei für den Faschingsumzug eine eigene Risikoanalyse gemacht worden. Dabei sei etwa den Fragen nachgegangen worden, wie mit Alkoholgenuss auf den Motivwagen, Notfällen an der Umzugsstrecke oder Bränden umgegangen werden kann. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auch auf das Thema Lärmbelästigung gelegt.

Laut Braun werden bei dem Umzug 240 Personen hinter den Kulissen im Einsatz sein. Neben Polizei, DRK und Notarzt werden auch 15 Sicherheitskräfte dabei sein. Das DRK wird neben einer stationären Anlaufstelle auch direkt an der Umzugsstrecke Präsenz zeigen. 13 Dixi-Klo-Häuschen werden an der Umzugsstrecke postiert.

Braun ist sich bewusst, dass die Sicherheitsauflagen immer strenger werden. Deshalb sei schon jetzt klar, dass es ab 2020 auch ein Glasverbot für Umzugsteilnehmer geben, die Anzahl der Gruppen begrenzt und ein Anmeldeschluss für Teilnehmer vorgegeben wird. Braun sieht derzeit aber keine Gefahr, dass der Herxheimer Umzug dem zum Opfer fallen könnte. Er hofft jedoch, dass der Erlös aus den Eintrittsgeldern – der Eintritt kostet pro Person einen Euro – zur Finanzierung beiträgt. Ob die Kosten für den Umzug damit und dem Verkauf der Faschings-Zeitung gedeckt werden kann, hänge auch von Spenden ab, sagt Braun.

Info

Eine Übersicht für alle Faschingsumzüge in der Pfalz gibt es auf https://www.rheinpfalz.de/fasnacht-in-der-pfalz/

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