Bad Bergzabern
Große Hilfsbereitschaft nach Zerstörungen auf Kita-Gelände
Das Spielplatz der Kinder auf dem Kitagelände ist inzwischen aufgeräumt, die zerstörten Spielsachen und das Mobiliar sind entsorgt, jetzt müssen vielen Dinge neu angeschafft werden. „Die Anteilnahme war groß, nicht nur seitens der Eltern, auch von der Öffentlichkeit“, erzählt die Leiterin der Kita St. Martin Sabrina Müller-Molinet.
Am 17. Dezember berichtete die RHEINPFALZ von der Zerstörung des Spielplatzes der katholischen Kindertagesstätte mitten in Bad Bergzabern direkt am Ludwigsplatz, bei der Unbekannte an zwei Nächten in Folge ganze Arbeit geleistet hatten. In einem Ausmaß, das sich vorher keiner vorstellen konnte. „Der Eingang vom Spielplatz aus, durch den coronabedingt derzeit die Kinder gehen, war komplett mit den zerstörten Sachen zugestellt“, erzählte Müller-Molinet. Richtig verbarrikadiert sei er gewesen, mit allen Möbeln des Außengeländes, Holzklötzen, Steinen und den vier Kreidetafeln, die aus der Wand gerissen worden waren. Die Fenster seien mit der Blumenerde, die die Kinder in den Hochbeeten verwenden, völlig verdreckt gewesen. Die Kinder mussten durch ein Fenster gehoben werden, um in die Kita zu gelangen. Steckdosen und Lichtschalter im Außenbereich waren aus der Wand gerissen worden. Viele Spielgeräte kaputt.
Profivariante der Überwachung kommt
Eltern hatten damals angeboten, nachts den Spielplatz zu überwachen. Wovon die Polizei aber dringend abgeraten hatte und die Ermittlungen aufnahm. Bis jetzt ohne Erfolg. „Wir sind dran, die Ermittlungen laufen noch, ich hoffe, dass wir das klären können“, informiert der Leiter der Polizeiinspektion, Ralf Burkhard. Bisher gebe es keine Hinweise aus der Bevölkerung.
Nicht nur die Bestürzung, sondern auch die Hilfsbereitschaft war groß – und ist es bis heute. Ein Unternehmer aus Gleiszellen-Gleishorbach, Emanuel Lonz, Geschäftsführer der Firma Lonz Computersysteme, reagierte auf den Artikel der RHEINPFALZ sofort. Das müsse ein Ende finden, sei seine Motivation gewesen, sagt er. Noch am selben Tag, also am 17. Dezember, installierte er zunächst provisorisch eine Kamera auf dem Außengelände. Die Profivariante der Überwachung ist in den kommenden Tagen fertig, so Lonz, der die Kosten dafür mit 800 Euro angibt.
Kinder können Ideen einbringen
„Hocherfreut“ ist nicht nur die Leiterin der Einrichtung, sondern auch Lena Nebert, Vorsitzende des Fördervereins der Kita. Und sie meint nicht nur das Überwachungssystem. „Insgesamt sind bisher 2500 Euro Spenden bei uns eingegangen“, zieht sie eine Zwischenbilanz. 1000 Euro habe die Fundgrube „Hand in Hand“ aus Fischbach gespendet. Ein gemeinnütziger Secondhand-Laden, in dem man auf Spendenbasis einkaufen kann und der ehrenamtlich betrieben wird. 500 Euro habe Landrat Dietmar Seefeldt aus Mitteln der Sparkassenstiftung gespendet und weitere 1000 Euro setzten sich aus Einzelspenden zusammen, informiert Nebert.
Das wird für die Neubeschaffungen aber nicht reichen. „Wenn wir jetzt schon vieles neu kaufen müssen, haben wir die Kinder mit in die Anschaffungen einbezogen, sie können Ideen einbringen“, erzählt Müller-Molinet. Die meisten Wünsche der Kinder sind bescheiden: zum Beispiel Erdbeeren pflanzen oder ein Tipi, Puppen, Autos oder eine Hängematte. Ein Baumhaus ist da schon etwas anspruchsvoller. Die Eislaufbahn im Winter und der Pool im Sommer werden wohl schöne Visionen der Kinder bleiben. Sabrina Müller-Molinet rechnet mit rund 5000 Euro, die für die Wiederherstellung des Außengeländes insgesamt gebraucht werden.
Info
- Spenden an den Förderverein katholische Kindertagesstätte St. Martin: Iban: DE 7554 8913 0000 6235 7509, VR-Bank Wasgau-SÜW, Stichwort „Außengelände“
- Hinweise zu den Taten an die Polizei Bad Bergzabern, Telefon 06343 93340 oder per E-Mail an pibadbergzabern@polizei.rlp.de