Kreis Südliche Weinstraße Der Wind hat sich gedreht

Einen Schritt weiter ist man beim geplanten Windpark mit sechs Windrädern in Freckenfeld. Gedreht hat sich die Meinung im Gemeinderat Hergersweiler. Noch im Februar war die Zustimmung für die Route der Schwertransporte durch die Gemarkung verweigert worden. Am Donnerstag nun machte der Gemeinderat mit einem einstimmigen Votum den Weg nun frei.
Hatte die Sitzung im Februar noch großes Bürgerinteresse geweckt, so wurden diesmal gerade noch fünf Zuhörer gezählt. Was hat nach dem Gegenwind zu der Kehrtwende geführt? Ortsbürgermeister Bernd Hentschel fasste es so zusammen: „Der Energieversorger EnBW wird die Forderungen der Gemeinde restlos erfüllen, so dass die Windräderteile für den Windpark in Freckenfeld über Wege unserer Gemeinde angeliefert werden können.“ Wichtig war für Hentschel und den Rat, dass sich die Transportstrecke der 70 Meter langen Anhänger in Hergersweiler auf die Anlieferung der Windräder-Einzelteile der Nordex-Anlagen beschränkt. Was den Baustellenverkehr mit den schweren Betonmischern angeht, ist die Gemarkung nicht mehr tangiert. Wie bereits berichtet, will der Energieversorger die Zufahrt zum Windpark Freckenfeld über Hergersweiler und da über den Billigheimer und Schaidter Weg nutzen. Was noch vor wenigen Wochen für mehr als eine Zumutung für den Ort und seine Bürger gesehen worden ist, gilt nach dem jüngsten Angebot der EnBW nicht mehr. Hentschel zog aus der Diskussion das Fazit, dass man das Einverständnis zu den vorgesehenen Transportwegen nicht guten Gewissens versagen könne, wenn man den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien befürworte. Die Vereinbarung sieht vor, dass im Kreuzungsbereich und bis zum Beginn des landwirtschaftlichen Weges auf dem Billigheimer Weg während der Bauphase und danach der Hochwasserabfluss durch eine geeignete Verrohrung gewährleistet wird. Die Instandsetzung des innerhalb der Gemeinde liegenden Abschnitts des Billigheimer Weges wird so erfolgen, dass Fahrbahn und Gehweg an die Grundstücke der Anwohner angepasst wird. So werde eine erhöhte Gefährdung bei Starkregen ausgeschlossen. Weiter habe die Gemeinde erreicht, so Hentschel, dass Billigheimer und Schaidter Weg sowie die an die Transportstrecke grenzenden Wege auf der gesamten Strecke innerhalb der Gemarkung nach Abschluss der Bauarbeiten auf einer Länge von 1600 Metern neu angelegt und eine Asphaltdecke erhalten, unabhängig davon, ob sichtbare Schäden festzustellen sind. Die Gemeinde habe die Zusage, dass es während des Feuer-wehrfestes keine Transporte gibt. Wichtig für den Rat war auch, dass die Transporte für Beton oder Bewehrungsstahl, Schotter sowie den Erdaushub nicht über den Billigheimer/Schaidter Weg geführt werden, sondern aus Richtung der Gemarkung Freckenfeld/Winden erfolgen. 100 bis 120 Betonmischer pro Windrad werden von EnBW genannt. Das Gefallenendenkmal in der Ortsmitte von Hergersweiler, das für den Transport abgebaut werden muss, wird laut Hentschel auf Kosten von EnBW abgebaut, restauriert und anschließend an gleicher Stelle wieder aufgebaut.