Vor der Wahl RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: Amtsinhaberin Hedi Braun im Porträt

Hedi Braun ist seit 2015 Verbandsbürgermeisterin.
Hedi Braun ist seit 2015 Verbandsbürgermeisterin.

Am 12. März stellt sich Hedi Braun zur Wiederwahl als Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Herxheim. Die Amtsinhaberin geht als parteilose Kandidatin ins Rennen. Sie sieht die VG in vielen Bereichen auf einem guten Kurs.

Wer durch die Dörfer der Verbandsgemeinde Herxheim fährt oder läuft, sieht schon vielerorts Wahlplakate. Auch Amtsinhaberin Hedi Braun ist seit Ende Januar im Wahlkampfmodus. Nicht nur auf Plakaten, auch im Internet und mit Flyern wirbt die 59-Jährige, die zusammen mit ihrem Mann in Herxheim wohnt, um die Stimmen der Bürger. „Ich gehe auch in die Orte, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen“, sagt sie. Unterstützt wird die parteilose Kandidatin im Wahlkampf von Freunden und Bekannten. „Alleine könnte ich das nicht stemmen“, sagt Hedi Braun im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Als eine Art Markenzeichen für ihren Arbeitsstil hat Hedi Braun, die seit 2015 an der Spitze der Verwaltung mit rund 150 Mitarbeitern steht, einen roten Faden auserwählt. Dieser ist auch auf den Flyern zu sehen und reiht Stichpunkte auf, die Hedi Braun für wichtig hält, damit die Verbandsgemeinde zukunftsfähig bleiben kann. Ein Aspekt davon, den die Herxheimer Orts- und Verbandsbürgermeisterin sodann auch hervorhebt, ist das Thema Verkehrssicherheit. Damit meint sie den weiteren Ausbau von Tempo-30-Zonen, „den sich immer mehr Menschen wünschen“, den Radwegeausbau, die Regulierung von Parkraum und die innerörtliche Überwachung des fließenden Verkehrs durch die Verbandsgemeinde. „Hier sind wir schon auf einem guten Weg und wir können die nächsten Schritte gehen.“

Augenmerk auf der Digitalisierung

Darüber hinaus legt Hedi Braun ein besonderes Augenmerk auf die Digitalisierung. Der Glasfaserausbau innerhalb der Verbandsgemeinde gewinne an Kontur, er sei sowohl für Privatleute als auch Gewerbetreibende wichtig. Insheim, Rohrbach und Hayna befänden sich bereits in der Umsetzungsphase, Herxheimweyher und Herxheim sollen Ende 2023 und 2024 folgen. Auch innerhalb der Verwaltung habe sich in Sachen Digitalisierung schon viel getan. „Wir sind Vorreiter im Landkreis“, sagt Hedi Braun. Als Beispiele nennt sie die Nutzung eines digitalen Dokumenten-Management-Systems sowie einen digitalen Posteingang und -ausgang. „Wir wollen so weit wie möglich weg vom Papier und den Service für die Bürger verbessern.“

Auch das Thema Umwelt- und Klimaschutz müsse eine dauerhafte Aufgabe der kommunalen Verwaltung sein. Die Verbandsgemeinde habe 2021 ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und beschlossen. Es gelte, die festgelegten Maßnahmen umzusetzen. Dazu zählt, den Ausbau von Windenergie- und Fotovoltaikanlagen zu optimieren, sagt Hedi Braun. Auch die energetische Sanierung in öffentlichen Gebäuden soll vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang soll auch eine Digitalisierung des Gebäudemanagements erfolgen, damit alle gemeindeeigenen Bauten erfasst und auf ihren Zustand hin überprüft werden.

Kein „Alleinentscheider“

Darüber hinaus möchte sich die amtierende Verbandsbürgermeisterin auch in der kommenden Amtszeit für heimatnahe Angebote der alltäglichen Versorgung stark machen. Mit Projekten wie dem Gesundheitszentrum im ehemaligen Technologiezentrum Herxheim oder dem Einkaufspark in Rohrbach habe sie sich auch in der Vergangenheit immer für dieses Ziel eingesetzt. Ebenso wolle sie sich in Zusammenarbeit mit den Ortsgemeinden für alternative Wohn- und Versorgungskonzepte und die Umsetzung von Wohnpflegegemeinschaften einsetzen.

Die Erfahrungen aus den vergangenen acht Jahren als Verwaltungschefin und auch ihre Widerstandsfähigkeit wolle sie auch weiter für die Verbandsgemeinde einsetzen. Auf der Ebene der Wasser- und Energieversorgung und in Bezug auf die Finanzen der VG. Einige Investitionen in den vergangenen Jahren, wie etwa die Grundschulsanierungen und -erweiterungen, seien überfällig und wichtig gewesen, hätten aber gleichzeitig tiefe Löcher in die Budgets gerissen. Es müssten gemeinsam Einsparpotenziale gesucht werden.

Hedi Braun lässt dabei nicht unerwähnt, dass sie als Bürgermeisterin kein „Alleinentscheider“ sei. Es gebe Grenzen, die zu beachten sind. Während der Verbandsgemeinderat die politischen Entscheidungen treffe, leite sie die Verwaltung – und setze die Entscheidungen in Maßnahmen um. „Wichtige Entscheidungen werden in den Ortsgemeinderäten und im Verbandsgemeinderat getroffen“, betont sie. Sie sei an diese Entscheidungen der Räte gebunden, auch wenn sie sich persönlich vielleicht eine andere Entscheidung gewünscht hätte. Sie könne dann nur beratend zur Seite stehen und Anregungen geben.

An den schon öfter genannten zwischenmenschlichen Differenzen in den politischen Gremien könne man arbeiten. Ihr sei wichtig, in der Sache fair und respektvoll miteinander umzugehen. Wichtig sei es, die Verbandsgemeinde weiterzuentwickeln.

Info

In der Wahl um das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Herxheim am 12. März treten drei Kandidaten gegeneinander an. Rund 12.500 Bürger können ihre Stimme abgeben. Neben Amtsinhaberin Hedi Braun und Christian Sommer ( 51, CDU/FWG/SPD) hat auch die Einzelbewerberin Katerina Kietzmann (46, parteilos, Querdenker-Spektrum) ihren Hut in den Ring geworfen. Falls es zur Stichwahl kommt, wäre diese am 26. März.

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