Handball
Zuversicht trotz der Abgänge
Wie Wolfgang Serbiné, Leiter der Handball-Abteilung des TV Kusel, berichtet, bringt der TV eine Männermannschaft, ein Frauenteam und eine gemischte E-Jugend in die Spielgemeinschaft ein, der FC Schwarzerden eine Frauenmannschaft und eine weibliche D-Jugend-Auswahl.
Die Kuseler Damen mussten aber schon vor der Saison eine schwere Entscheidung treffen. Die Handballerinnen wären eigentlich berechtigt gewesen, in der Bezirksliga Ost des Handball-Verbands Saar anzutreten. Doch nachdem laut Serbiné im Sommer sieben teils sehr erfahrene Spielerinnen aus verschiedenen Gründen den Verein verlassen hätten, sei man in Absprache mit den restlichen Spielerinnen zu dem Schluss gekommen, eine Liga tiefer, in der A-Liga Ost des HV Saar, an den Start zu gehen. Mit nur zehn Spielerinnen sei der Kader einfach nicht groß genug, um in der Bezirksliga mithalten zu können.
„Der Sport soll ja auch Spaß machen. Der hielte sich aber sicher in Grenzen, wenn man jedes Spiel hoch verliert – und genau so wäre es uns in der jetzigen Situation in der Bezirksliga wohl ergangenen“, erklärt Serbiné den Rückschritt.
Schwierige Vorbereitung
Auch die Vorbereitung sei nicht einfach gewesen. „Die Saisonvorbereitung beginnt normalerweise im Juni“, sagt Serbiné. Von Mitte März bis Mitte Juni sei aber coronabedingt überhaupt kein Training möglich gewesen. „Ab Mitte Juni durften wir zwar die Außenanlagen an der Berufsbildenden Schule und dem Gymnasium nutzen, aber das kann ein Training in der Halle nicht ersetzen“, so Serbiné.
Hans-Peter Eckert, Trainer der Damenauswahl, sieht diese Zeit aber nicht ganz so negativ. „Natürlich war es eine schwierige Vorbereitung, aber wir haben zwischenzeitlich dann halt einige Laufeinheiten unter freiem Himmel absolviert und konnten auch das Freifeld am Gymnasium nutzen – für die Umstände war die Vorbereitung eigentlich ganz in Ordnung.“
Auf das Saisonziel angesprochen, sagt Eckert, dass man seiner Meinung nach – zumindest wenn alles normal laufe – die Saison im oberen Tabellendrittel abschließen könne. „Platz eins bis vier sollte ein realistisches Ziel sein“, sagt der Trainer der Kuseler Damen.
Kommt die Fusion?
Warum aber hat man die beiden Damen-Mannschaften aus Kusel und Freisen nicht fusioniert, statt den Rückschritt in die A-Klasse zu machen? Zumindest das Problem der zu geringen Kadergröße wäre ja dann gelöst. Das sei zwar eine Option gewesen, doch vorerst wolle man die noch nicht ziehen. „Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass wir immer darauf bedacht sind, auch genügend Mannschaften innerhalb einer Liga zu haben – damit wir nicht nur ein paar Spiele pro Saison spielen können “, so Eckert.
Deshalb starte man die Saison vorerst mit einer Damen-Mannschaft vom TV Kusel und einer des FC Schwarzerden. „Dann muss man abwarten, wie sich alles entwickelt. Sollten wir noch mehr Abgänge oder vielleicht verletzungsbedingte Ausfälle haben, könnte es aber schon Mitte dieser Saison passieren, dass wir die beiden Teams zusammenlegen müssen“, blickt Eckert voraus. Diesen Schritt wolle man aber nach Möglichkeit vermeiden.
Herren zuversichtlich
Auch die Kuseler Herren, in der Vorsaison erstmals wieder an den Start gegangen, haben Abgänge zu verzeichnen. Zwar nicht so viele, wie die Damen, „aber gerade die Abgänge unserer erfahrenen Führungsspieler Daniel Donauer und Nico Rheinheimer tun schon weh“, sagt Herren-Trainer Christian Jung. Doppelt schade sei es, dass die beiden Akteure aufgrund der coronabedingt abgebrochenen Premierensaison, gar nicht richtig Abschied nehmen konnten.
Generell habe man aber in der Mannschaft eine „gute Mischung aus Nachwuchskräften und erfahreneren Spielern“ und freue sich auf die neue Saison in der B-Liga des HV Saar. „Auch wenn sich durch die fehlenden Zuschauer die Spiele wohl leider eher wie Testspiele anfühlen werden“, bedauert Jung.
Bei Abbruch der Vorsaison standen die Herren-Handballer der HSG FC Schwarzerden/TV Kusel laut Jung auf Rang fünf der Tabelle. „Allerdings hätten wir noch ein recht leichtes Restprogramm gehabt, so dass Rang drei durchaus noch in Reichweite gewesen wäre.“ Für die bevorstehende Spielzeit strebt Jung eine Mittelfeldplatzierung an. „Wenn es besser läuft, und wir um den Aufstieg mitspielen könnten, würden wir uns natürlich auch nicht beschweren.“
Hoffen auf Zulauf
Um den Handball-Sport in Kusel an sich macht sich Abteilungsleiter Serbiné aber noch keine großen Sorgen – im Gegenteil. „Wir sind vor drei Jahren bei null gestartet und haben jetzt ein Frauen- und ein Herrenteam sowie eine Jugendmannschaft. Damit kann man doch zufrieden sein.“ Dennoch könne es nicht schaden, noch mehr Menschen für den Handballsport im Landkreis zu begeistern. Jeder, der sich dafür interessiere und mal reinschnuppern wolle, sei bei den Trainingseinheiten jedenfalls gerne gesehen.