Kusel
Wohnstätte der Lebenshilfe Kusel ist nach Jahren in neue Räume umgezogen
Endlich geschafft! Lebenshilfe-Geschäftsführer Timo Schneider und der Leiter der Wohnstätte, Ingo Kubiak, machen einen zufriedenen Eindruck. „Unser Umzugsplan hat zu 100 Prozent funktioniert“, sagt Kubiak in seinem neuen Büro mit Blick auf den Rosengarten. Noch sind die Wände kahl, Bilder stehen auf dem Boden. Immer wieder streckt jemand während des Gesprächs den Kopf herein und fragt etwas nach. „Hier ist grad immer was los“, entschuldigt sich Kubiak ohne Not.
Die Lebenshilfe belegt in dem Neubau nun alle drei Stockwerke über dem Erdgeschoss. Unten ist ein Discounter zu finden und Platz für eine kleine Gastronomie vorgesehen. Der Haupteingang des Wohnheims ist über die Brücke von der Lehnstraße her und einen Innenhof zu erreichen. Im ersten von drei Stockwerken befinden sich zwei Wohngruppen für Menschen mit größerem Betreuungsbedarf und Räume für das Tagesprogramm. In der mittleren Etage leben ebenfalls Bewohner und die Lebenshilfe-Verwaltung findet dort ihren Platz. Das oberste Stockwerk beherbergt sogenannte Selbstständigeren-Wohngruppen.
Umzug kurz vor Ostern
Die mehr als 40 Bewohner sind kurz vor Ostern alle aus dem Christian-Böhmer-Weg in die neue Unterkunft gezogen, logistisch sei das reibungslos verlaufen. Schneider: „Wir hatten viele ehrenamtliche Helfer, auch aus unserer Mannschaft und vom Team Plan B in Kusel. Das war schön zu sehen.“ Gemeinsam mit dem Umzugsunternehmen habe man es geschafft, dass die Bewohner die alte Wohnstätte für ihre Arbeit in den Westpfalz-Werkstätten verließen und abends in ihre neuen Zimmer einziehen konnten. Kubiak: „Um die Eingewöhnung zu erleichtern, haben wir die Zimmer weitestgehend so gestellt, wie im Christian-Böhmer-Weg.“ Schneider ergänzt: „Das sind ja alles die Möbel der Bewohner, die sie oder die Angehörigen ausgesucht haben. Unsere Wohnstätte ist kein Hotel.“ Einzig die beiden Kurzzeitpflege-Zimmer sind mit Möbeln ausgestattet.
Vor dem Umzug hätten die Angehörigen sich mehr Gedanken über das neue Umfeld gemacht als die Lebenshilfe-Bewohner selbst. Kubiak: „Natürlich haben wir darauf geachtet, dass hier viel wiedererkannt wird. Aber die Bewohner waren eher freudig-aufgeregt als ängstlich.“ Dass sie nun mitten in der Stadt leben und nicht mehr im beschaulichen Christian-Böhmer-Weg, das sei für die meisten Bewohner eher positiv: „Die wollen in der Stadt sein, ein Eis essen gehen oder etwas einkaufen“, beschreibt Kubiak. Die kurzen Wege ohne Anstieg, wie sie bislang zu bewältigen waren, wüssten die Bewohner sehr zu schätzen. „Das ist Teilhabe“, sagt Kubiak.
Beliebt: Räume mit Blick auf den Rosengarten
Zur Vorbereitung des Umzugs habe man die noch leeren Räume mehrfach besucht und mit Fotos an den Türen gezeigt, welcher Bewohner wo einzieht. Kubiak: „Da wussten sie direkt: ,Das wird mein Zimmer.’“ Freilich seien die Wohneinheiten mit Blick auf den Rosengarten besonders beliebt. Doch für einige Bewohner kämen sowieso nur die ruhigeren, zum Innenhof gelegenen Zimmer infrage, weil sie ihre Nachtruhe bräuchten.
Schneider ist erleichtert, dass der Umzug nun weitestgehend abgeschlossen ist. Im Frühsommer zieht noch die Verwaltung um, dann ist das Projekt, das ihn seit Jahren beschäftigt, abgeschlossen. „Erste Pläne gab’s 2008, die wurden weiterentwickelt, und schließlich haben unsere Vorgänger 2018 den Vertrag für die neue Wohnstätte abgeschlossen und mit dem Land abgestimmt.“ Die Miethöhe für die rund 2400 Quadratmeter sei gemeinsam mit dem Land ausgehandelt worden, weshalb Schneider lieber keine Zahlen nennen wolle: „Das ist nicht an mir, das weiterzugeben.“
Garten auf einer Stützmauer-Zwischenetage
Bis alles fertig ist, gebe es in der neuen Wohnstätte vor allem für den Hausmeister noch einiges zu tun, sagt Kubiak schmunzelnd. Angefangen bei den Bildern über Farbmarkierungen an den Wänden, die Bewohnern wie Mitarbeitern die Orientierung im neuen Domizil erleichtern. Hier und da stehen auch noch einige Umzugskartons, die es auszuräumen oder auszumisten gilt. Zudem fehlen noch Schränke oder Regale und der bislang wenig einladende Innenhof soll mit Sonnensegel und Sitzgelegenheiten sowie Farbe und Pflanzen aufgewertet werden. Auf einer Zwischenebene der Stützmauer am Lebenhilfe-Gebäude an der Lehnstraße wird ein kleiner Garten entstehen.
Also wird’s auch nach dem Umzug für die Lebenshilfe und ihre Bewohner noch einiges zu tun geben, bis ihr Zuhause ganz fertig ist.