OBERALBEN RHEINPFALZ Plus Artikel Waiting für Frank begeistert mit Irish Folk

Waiting for Frank spielte im Auswanderermuseum in Oberalben.
Waiting for Frank spielte im Auswanderermuseum in Oberalben.

War es nun das 15. Mal? Oder spielten die Fünf Bergsträßler gar noch öfters im Oberalbener Auswanderermuseum? Fakt ist, wenn sie da sind, fließt Guinness in Strömen.

Um ehrlich zu sein, es ist völlig egal, wie oft Waiting for Frank in den ersten Januar Tagen nun schon nach Oberalben gekommen ist. Wenn sie da sind, wird gefeiert, und Gastgeberin Heidrun Werner verwöhnte alle mit Guinness und Whiskey. Dieses Jahr war sogar etwas mehr Platz zwischen den runden Tischen als sonst, mehr Platz zum Schwofen. Glaubt man Werner, war es den winterlichen Straßenverhältnissen geschuldet, bei der es einige Stammgäste vorzogen dann doch zuhause zu bleiben.

Die Zuhausegebliebenen versäumten auch die ganz besondere Stimmung, mit der Waiting for Frank das Auswanderermuseum verzauberte. Es war ein Wechselbad der Gefühle: mehrstimmiger Gesang, ruhige und melodiöse Balladen, mitreißende Trinklieder, dann Songs zeitgenössischer irischer Liedermacher, oft in einem eigenen individuellen Stil arrangiert.

Wiederentdecktes Trinklied

Selbst beim Shanty „Wellerman“, der eigentlich „Soon May the Wellerman Come“, heißt und der vermutlich zwischen 1860 und 1870 von einem jungen Seemann aus Neuseeland geschrieben wurde, glaubt man auf der Grünen Insel zu sein. Dabei handelt es sich beim Wellerman um Versorgungsschiffe, die Waren für die an den Küsten arbeitenden Walfänger brachten. Das wiederentdeckte Trinklied wurde kurzerhand eingeirischt und im Wirtsraum, vor der Theke und auf der Empore herrschte bereits kurz nach Konzertbeginn ausgelassene Feierstimmung.

Irland: das ist die Grüne Insel, das Land des Regenbogens, der Harfe, der atemberaubenden Küstenlandschaften, der satten grünen Wiesen, der gemütlichen Cottages und der alten Castles. Irland: Das sind weiches Grün und harter Sprachakzent, keltische Geschichte und mystische Anderwelt, Bombenterror und Kerrygold-Butter.

Mehrstimmiger Chorgesang

Aber Irland ist vor allem das Land der Folkmusik. Musik, die Waiting for Frank liebt und lebt. Einer der Leckerbissen war der Irish-Folk-Song „Red Is the Rose, die drüben im Garten wächst, schön ist die Lilie im Tal, und klar sind die Wasser des Boyne …“. Volltreffer: A cappella gesungen von Armin Steigler, André Clemens, Frank Schork, Marco Schilling und Helmut Lerchl, kurzum Waiting for Frank ist auch als mehrstimmiger Chor einfach ein Hörgenuss.

Der Konzertabend war ein Wechselbad der Gefühle. Eben wurde noch bei einem der vielen Trinklieder ausgelassen und überschwänglich geklatscht, geschunkelt und zwischen den Tischreihen das Tanzbein geschwungen, dann herrscht fast kollektives Schweigen, als André Clemens das Antikriegslied „Es ist an der Zeit“ anstimmte. Unüberhörbar war dabei die Stimmfärbung von Hannes Wader, der gegen das sinnlose Töten in ebenso sinnlosen Kriegen sich erhob und im Refrain anklagte: „Auch dich haben sie schon genauso belogen. So wie sie es mit uns heut immer noch tun. Und du hast ihnen alles gegeben. Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben…“.

Schade und beschämend zugleich war selbst bei solchen Texten, dass bei einem Teil des Publikums der Drang nach Quatschen und Abfeiern größer war als der, mal ein paar Momente innezuhalten. Kurz vor Mitternacht ging nach mehrmaligen lautstark geforderten Zugaben, der musikalische Teil zu Ende. Wann allerdings das letzte Glas Guinness geleert und der letzte Whisky ausgeschenkt wurde, ist nicht überliefert.

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