Kusel Tagespflege in der Innenstadt: Start mit sechs Plätzen im Gespräch

VKE stand für die Vereinigten Kuseler Eisenhandlungen. Das Geschäftshaus ist mittlerweile umgebaut.
VKE stand für die Vereinigten Kuseler Eisenhandlungen. Das Geschäftshaus ist mittlerweile umgebaut.

Eigentlich hätte die Ökumenische Sozialstation Kusel-Altenglan ihre neue Einrichtung für Tagespflege schon längst öffnen können. Aber dann kam Corona. Und damit völlige Unklarheit, wann es endlich losgehen kann.

Dabei steht das Mitarbeiterteam längst in den Startlöchern: „Wir brennen darauf loszulegen“, sagt Stefanie Eastman, künftige Leiterin der Tagespflege. Alle seien „hochmotiviert und voller Vorfreude“.

Einen Termin, wann es losgeht, vermag der Vorsitzende der Sozialstation, Ralf Lehr, nicht nennen. „Eine Öffnung ist zur Zeit nicht machbar. Keiner weiß, wie es weitergeht“, bedauert der frühere Kuseler Dekan. Er könne und wolle keinen Termin nennen, um damit eventuelle Erwartungen zu wecken, die dann womöglich nicht erfüllt werden könnten.

16 Plätze für Pflegebedürftige

Denn unter den 330 von der Sozialstation betreuten Personen sei bereits jetzt genügend Nachfrage vorhanden. „Wir haben etwa 40 Interessenten“, berichtet Lehr. Künftig stehen in der Tagespflege 16 Plätze für zu Hause lebende Pflegebedürftige zur Verfügung. Wegen Corona und den notwendigen Abstands- und Hygieneregeln erwägt die Sozialstation einen Start mit sechs Gästen. Insgesamt soll das Angebot Familien Entlastung bieten.

Im Erdgeschoss des früheren Geschäftshauses in der Stadtmitte sind Küche, Empfang und Essensbereich sowie mehrere lichte Sitzecken entstanden. Die Möbel wirken auffallend bequem. Stammen sie doch von einem Anbieter, der speziell Altenheime ausstattet. Im Erdgeschoss befinden sich auch barrierefreie Toiletten, ein Raum für die Mitarbeiter und ein Lager. Besonderer Blickfang ist das von Fotograf Klaus Müller stammende, großformatige Panoramabild der Burg Lichtenberg in Herbstfarben.

Eine Million Euro investiert

Per Aufzug geht es in den ersten Stock mit insgesamt sechs Räumen und Badezimmer. Dort sollen weitere Fotografien zum Thema Heimat – unter anderen von Helmut Koch – die Wände schmücken. Fernseh- und Wohnzimmer sowie Therapie- und Ruheräume warten auf die Gäste, erläutert die Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation Kusel-Altenglan, Diana Baumann, beim Rundgang. Insgesamt stünden 380 Quadratmeter auf beiden Etagen inklusive der Außenanlage zur Verfügung. Draußen entstand hinter Holz- und Betonelementen eine Terrasse mit Hochbeet und Brunnen.

„Unsere Wunschvorstellung war eine andere“, räumt Lehr mit Blick auf das etwas abgeschottete Karree ein. Er habe sich mehr Offenheit gewünscht – etwa durch das Aufstellen von großen Pflanzkübeln –, um die Gäste am städtischen Geschehen so viel wie möglich teilhaben zu lassen. Allerdings sei diese Vorstellung von Stadtsanierung und Generalunternehmer nicht realisiert worden. Investiert hat die Ökumenische Sozialstation für das Gesamtprojekt nach Angaben von Baumann rund eine Million Euro.

Impfungen für Mitarbeiter

Nun hat der Virus den Betrieb vorerst auf Eis gelegt. Doch dieses tote Kapital macht Lehr nicht wirklich Sorgen. „Wir sind ein gesunder Betrieb“, betont er und fügt hinzu: „Das Problem ist Corona.“ Allerdings gibt er sich auch optimistisch: „Wir werden die schwarze Null erreichen“, steht der Vorsitzende weiterhin fest hinter dem Projekt.

Der Virus habe im vergangenen Jahr zu „Dellen“ im Geschäft der Sozialstation geführt, wie Lehr erläutert. So seien einige hauswirtschaftliche Dienste abgesagt worden. In der Pflege habe es jedoch keine Veränderungen gegeben. Allerdings sei Covid-19 Mitarbeitern und Betreuten gefährlich nah gekommen. Besonders im November habe es mehrere Infizierte gegeben. Aktuell liefen die Impfungen der Mitarbeiter, 15 hätten das Vaccine bereits erhalten. Apropos: Die Tagespflege solle künftig keinesfalls nur Geimpften zur Verfügung stehen, versichert Lehr. „Wir wollen ja keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“, fügt Baumann hinzu.

Vier neue Stellen

In der Tagespflege werden viereinhalb Ganztagsstellen entstehen. Neben Eastman wird zunächst auch Pflegedienstleiterin Susanne Miller das Projekt begleiten. Im Frühjahr vergangenen Jahres war noch die Chance aufgeblitzt, eventuell zwischen Juli und Oktober öffnen zu können. Doch die zweite Corona-Welle habe dies unmöglich gemacht. Zudem gab es kleinere Bau-Verzögerungen, so dass die Räume in dem ehemaligen VKE-Gebäude am Grabenpfad erst im September schlüsselfertig übergeben werden konnten, schildert Lehr. Auch Ämter und Behörden seien langsamer gewesen.

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