Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel St. Julian: Schillernder Künstler und Galerist Dietmar E. Hofmann gestorben

Dietmar E. Hofmann bei der Ausstellung in seinem Kleinen Kunstbahnhof im vergangenen November.
Dietmar E. Hofmann bei der Ausstellung in seinem Kleinen Kunstbahnhof im vergangenen November.

Er war eine schillernde Figur in der künstlerischen Szene im Landkreis Kusel und wohl auch darüber hinaus: der Galerist und Maler Dietmar E. Hofmann. Anfang der Woche ist er unerwartet verstorben.

Untrennbar mit dem Namen Dietmar E. Hofmann verbunden ist der Kleine Kunstbahnhof in Eschenau. Es ist sein Lebenswerk, mit dem er seinen Traum, eine Kulturinstitution zu schaffen, verwirklicht hat. In seinem Kleinen Kunstbahnhof ermöglichte er zahlreichen Berufskollegen, ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen. Dank seiner vielfältigen Kontakte weltweit kam die Region auch immer wieder in den Genuss, Arbeiten hochrangiger Künstler in Augenschein nehmen zu können. Kulturelle Vielfalt anzubieten, war ihm Anliegen.

Die Ausstellungseröffnungen im Kleinen Kunstbahnhof hatten stets ihren eigenen Charme. Es war der Hausherr selbst, der jeder Vernissage seinen eigenen, humorvollen Stempel aufdrückte. Es war Dietmar E. Hofmann gegeben, mit launigen Worten in jede Werkschau einzuführen. Musik gab es immer und mitunter auch die Verlosung eines Kunstwerks. Sich selbst nahm er dabei nie allzu ernst, er scherzte gerne, nannte sich selbst bei der Vernissage anlässlich des 30-jährigen Bestehens seines Kunstbahnhofs einen „Außerirdischen“. Zu diesem Dreißigsten sprach er über Höhen und Tiefen in seinem Künstlerleben. Es war eben nicht einfach, in der Provinz als Künstler zu überleben. „Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass wir heute immer noch hier stehen“, sagte er damals im März 2016. Im August desselben Jahres dann noch einmal eine große Jubiläumsausstellung mit 20 Künstlern und dem Motto „Lust und Liebe“.

Dietmar E. Hofmann stammte aus dem Sudetenland. Mit dem Namen seiner Geburtsstadt Leitmeritz schmückte er sich recht gerne. So nannte er sich seit einigen Jahren auch Dietmar E. Hofmann-Leitmeritz. Die Familie verließ nach seiner Geburt die Heimat und zog nach Kaiserslautern. Dort lernte er an der Meisterschule Gebrauchsgrafik, studierte später Kunst in Mannheim und München. In der Kunstszene der Pfalz machte er sich einen Namen, nahm an zahlreichen Wettbewerben teil und erweckte 1978 in Mackenbach eine „Minigalerie“ zum Leben. Aber sein großer Traum war es immer, eine eigene Galerie aufzubauen. Gelungen ist ihm das schließlich in den 1980er Jahren, als er in Eschenau den Bahnhof an der heutigen Draisinenstrecke kaufte und ihn zum Kleinen Kunstbahnhof machte. Maler und Bildhauer stellten aus, der Hausherr selbst gab Kurse für Malerei in einem Nebengebäude.

So wie er war und sich gab, so war auch seine Kunst: humorvoll, farbenfroh, zuweilen mystisch und geheimnisvoll. Der Kunstkritiker Jürgen Weichardt hat beispielsweise in einigen von Hofmanns Werken eine „eher humoristische und leicht karikierte reale Gegenwart mit einer kritischen Note“ gesehen. Aber Hofmann war kein Kritikaster und Miesepeter, sondern ein dem Leben zugewandter Mensch, ein lebensfroher Künstler, dem zuweilen seine angeschlagene Gesundheit zu schaffen machte. Deswegen musste er auch künstlerische Pausen einlegen, um danach wieder voller Energie fortzufahren. Im April vergangenen Jahres packte er noch einmal richtig an und eröffnete eine Ausstellung unter dem Titel „mixed pickles“, an der zahlreiche Künstler beteiligt waren. Noch im November 2019 lud er zur Vernissage, in der er die eigenen „Weltbilder-Bildwelten“ präsentierte, eine Zusammenstellung surrealer Formen, farbenprächtig und anmutig.

Dietmar E. Hofmann, dieser farbenprächtige künstlerische Paradiesvogel, ist Anfang der Woche unerwartet von der Welt gegangen. Er wurde 75 Jahre alt.

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