Medard
Sportverein geht wieder eigene Wege und baut Trainingsgelände für die Jugend
Bis zum angeblich „verflixten siebten Jahr“ hat es erst gar nicht mehr gereicht: Nach sechs Jahren ist die sportliche „Ehe“ zwischen dem Sportverein SV 03 Medard und dem SV Lauterecken am Ende. Die Spielgemeinschaft Veldenzland ist damit Geschichte. Die Trennung ist bereits vollzogen, beide Vereine gehen wieder alleinige Wege. Der des SV Medard ist klar vorgezeichnet. Wie – und ob – es in Lauterecken weitergeht, wird sich weisen müssen.
Wieder solo an den Start zu gehen, das war vor allem ein Anliegen der Medarder, die seit einer Weile wieder ambitionierte Pläne hegen. Einer rangiert ganz oben: Beim SVM wird konsequent auf die Jugendarbeit gebaut. Von den Bambini bis zur A-Jugend sollen Jugendliche jeden Alters im Sportpark Sulzbachtal eine sportliche Heimat finden. Das ist gelungen. Demnächst wird die „Heimat“ ausgebaut, ein neuer Trainingsplatz angelegt. Unabdingbar bei dem Auflauf junger Fußballer, die sich auf dem Sportgelände tummeln. Mitte Juli soll Baustart sein. Ein brachliegendes Gelände, das am Sportheim anschließt, wird in einen Hartplatz verwandelt, der sich versetzt zum bestehenden Rasenplatz in unmittelbarer Nähe zu Hauptplatz und Kabinen befindet.
Die Kosten für das Projekt sind mit rund 75.000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung steht inzwischen – und ist aus Vereinssicht beispielhaft. Die SVM-Führung hatte rechtzeitig nach Sportfördermitteln Ausschau gehalten. Der Sportbund gab Grünes Licht, auch die Ortsgemeinde verschloss sich dem Vorhaben gegenüber nicht. Die Kommune stellt auch das Gelände bereit: Es handelt sich um ein bisher ungenütztes Wiesenstück, das im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme für ein Neubaugebiet angelegt worden war. Bedingung dafür, dass der Verein das Gelände nutzen darf: Es soll allen jungen Leuten in Medard und Umgebung offen stehen.
Mehr als 60.000 Euro an Fördermitteln hatte der SV Medard locker machen können. Die verbleibende Lücke hat nun ein ortsansässiger Mäzen geschlossen: Die Firma IGM springt in die Bresche. Der in Medard ansässige Spezialist für Fassaden- und Fensterbau – inzwischen ein sogenannter Global Player – sieht sich in der Gemeinde seines Firmensitzes fest verwurzelt. Das haben die IGM-Geschäftsführer Michael Groß, der aus Medard stammt, und Gunter Mohr denn auch kürzlich wieder betont, als der Verein seine Pläne den Sponsoren vor Ort am Sulzbach vorgestellt und eingehend erläutert hat.
Gut zwei Jahrzehnte lang sei man dem Verein schon verbunden und habe regelmäßig dessen Vorhaben unterstützt, sagt Groß. Zwischenzeitlich hatte es mal Verstimmungen gegeben, die sind aber ausgeräumt. Das dokumentierten Groß und Mohr auch dadurch, dass sie eine weitere Zuwendung beisteuern: Weil der SVM nach dem Aus für die SG Veldenzland neue Sportkleidung braucht, die den ursprünglichen und nun wieder im Spielbetrieb verwendeten Vereinsnamen trägt, hat die IGM-Spitze auch für die Anschaffung von Trikots und Trainingsklamotten in die Schatulle gegriffen. Übrigens: Sportliche Erfolge seien dabei weniger wichtig. Für die Förderer zählt die Jugendförderung als Hauptargument.
Vereinschef Torsten Nagel hat die Sache mit einem ´„Sechser im Lotto“ verglichen, weil der Klub somit quasi zum Nulltarif die Bedingungen deutlich verbessern kann. Dazu haben allerdings auch die Mitglieder ihr Teil beigetragen: Am Sportheim ist einmal mehr schwer gewerkelt worden, die sanitären Anlagen und Kabinen sind jüngst gewaltig aufpoliert worden, wie Vorstandsmitglied Thomas Müller erläuterte. Er wie der vormalige Vorsitzende Bernd Deutschler hätten nicht nur in dieser Hinsicht Großes geleistet.