Kreis Kusel Spielerisch zu wenig

Nanzdietschweiler. Durch zwei Tore von Nachwuchsmann Kai Schacker gewann der SV Hermersberg am Freitagabend das Landesliga-Duell beim SV Nanz-Dietschweiler nicht unverdient mit 2:0 (0:0). Mit der nunmehr dritten Niederlage im dritten Saisonspiel hat sich der SVN im Tabellenkeller festgesetzt.

Trainerguru Fritz Fuchs fiel sichtlich ein ganz dicker Stein vom Herzen, als Schiedsrichter Niklas Kürschner nach 92 Minuten die Partie abpfiff. „Nanz-Dietschweiler ist zuhause kämpferisch eine ganz starke Mannschaft, da muss man erst mal gewinnen“, konstatierte der SVH-Coach nach der Partie. Zu verdanken haben er und sein Team den Sieg vornehmlich Jungtalent Kai Schacker. Der zweikampfstarke Mittelfeldspieler profitierte bei seinen Treffern aber auch von den individuellen Fehlern der Gastgeber. Beim 0:1 in der 69. Minute funktionierte die Abseitsfalle nicht, und Hermersbergs Nummer acht stand plötzlich relativ unbeobachtet vor Joshua Purket. Der SVN-Keeper hatte gegen den platzierten Flachschuss keine Chance. Auch beim zweiten Gegentreffer war der Schlussmann machtlos. Ausgerechnet Spielertrainer Frank Kiefer unterlief drei Minuten vor dem Abpfiff ein schlampiges Abspiel auf Yannick Mahl. Den Ball angelte sich Schacker, der nicht lange fackelte – 0:2, die Entscheidung. Schon nach drei Minuten hatten die einheimischen Fans erstmals die Luft anhalten müssen: Niklas Wenz hatte sich bei einem langen Ball verschätzt, Hermersbergs Sener Serif Oglou war alleine auf Purket zugeeilt, doch der Torsteher im einheimischen Gehäuse war ganz cool geblieben. Lange Bälle waren auf beiden Seiten das Stilmittel, um torgefährliche Situationen zu kreieren. Alleine, sie führten nicht zum Erfolg, weil beide Abwehrreihen stets auf der Höhe des Geschehens agierten. Hermersberg hatte zwar mehr Ballbesitz, war zweikampfstärker, aber vor Purket wurde es nicht oft gefährlich. Auch dem Gastgeber gelang es nicht, spielerisch zu überzeugen. Sebastian Schröer, eigentlich für die kreativen Momente im SVN-Spiel zuständig, fand nie ins Spiel, und so stotterte der SVN-Motor doch merklich im Vorwärtsgang. Hermersberg gestattete es der Kiefer-Elf aber auch kaum einmal, tief Luft zu holen, attackierte stets den ballführenden Gegenspieler, dem dann meist nichts anderes einfiel, als das Leder lang auf den bedauernswerten Raphael Philipp zu schlagen. Doch die bekanntermaßen nicht eben kopfballstarke einzige SVN-Spitze stand dabei meist auf verlorenem Posten. Einzige nennenswerte Offensivaktion blieb eine Ecke nach elf Minuten, nach der Kapitän Simon Holzhauser bei einer Rettungsaktion der Gäste ein Handspiel reklamierte. Bei einer weiteren Standardsituation eine Minute vor dem Seitenwechsel prallte Daniel Holzhauser mit Gästetorwart Sasa Djordjevic zusammen, zog sich eine schmerzhafte Oberschenkelprellung zu und musste in der Kabine bleiben. Für ihn kam nach der Pause Erich Franz. In der 50. Minute fehlten Schröer bei einer Hereingabe nur wenige Zentimeter, um nahezu unbedrängt etwa sieben Meter vor dem Tor einzuköpfen. Es war die bis dahin beste SVN-Gelegenheit. Nach dem 0:1-Rückstand mobilisierte Nanz-Dietschweiler, das kämpferisch in einem temporeichen Spiel zu überzeugen wusste und tolle Moral bewies, nochmals alle Kräfte. Doch spielerisch war das einfach zu wenig, um die Hermersberger Gäste um ihren umsichtigen Routinier Martin Gries ernsthaft in Gefahr zu bringen. Auch Frank Kiefer blieben diese Mängel nicht verborgen. Vor allem die taktische Ausrichtung – mit Philipp als Alleinunterhalter im Angriff – will er überdenken. „Wenn wir schnell aggressiv angegangen werden, ist unser System, tief zu stehen und nur mit einer Spitze zu agieren, nicht das richtige Mittel. Wenn wir es nicht schaffen, einen kontrollierten Spielaufbau hinzubekommen, dann muss ich umstellen auf zwei Spitzen.“ (meg)

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