Kreis Kusel Spaziergang zum Ausrufezeichen
LAUTERECKEN. Ein dickes Ausrufezeichen hat die neu formierte Elf des SV Veldenz Lauterecken da gesetzt: Mit 8:0 (3:0) hat das runderneuerte Team der Veldenzstädter am Freitagabend den Lokalrivalen SG Glanbrücken/St. Julian abgefertigt. Die Gäste hatten keinerlei Chance gegen eine Hausherren-Elf, deren verbliebenen Kicker ihre Spielfreude völlig neu entdeckt haben.
„Hat Spaß gemacht“, bekundete der Routinier Thomas Schreiner, der eine gute Viertelstunde nach Spielschluss mit einigen seinen Kameraden neben dem Verkaufshäuschen am Lauterecker Sportplatz das Geschehen sacken ließ. „Aber ich bin erst nach dem 2:0 sicher geworden. Vorher hatte ich doch ein wenig Angst, dass ich hier vielleicht was vergeigen könnte.“ Schreiners Angst blieb unbegründet – und am Ende durfte es der Keeper gar ein wenig bedauern, dass er in den 90 Minuten zuvor nicht mehr gefordert worden war. Hätte er doch gern gezeigt, was er noch immer kann. Was das anfängliche Fracksausen erklärt: Der Mann, der am Ende die Null stehen hatte, vermerkt in Sachen Lebensalter vorn bereits die Fünf. Im Frühjahr ist er 50 geworden – und jetzt noch mal gefordert, weil Lautereckens Stammkeeper Jan Threin, zu Saisonbeginn zum SVL zurückgekehrt, derzeit in Urlaub weilt. Schreiner sprang gern ein, wird auch kommendes Wochenende in Kusel nochmals zwischen den Pfosten stehen. „Ach was, du bist jetzt die Nummer eins“, scherzte Markus Heil. Auch der Torjäger hat seinen Spaß am Fußballspielen mit Beginn der neuen Saison wiedergefunden, in zwei Partien schon viermal getroffen. „Wir haben jetzt nach zwei Spielen schon mehr Punkte als vergangene Runde zu Weihnachten“, sagte Heil. Der Sieg am Freitagabend „war, wie jedenfalls ich selbst glaube, wohl insgesamt verdient“, sagt der neue SVL-Spielertrainer Valon Lukaj. „Das war jetzt aber nicht ganz so ernst gemeint“, schob der Routinier hinterher, der als Abwehrchef nicht gefordert war, sich dafür dem Spielaufbau widmen könnte. Lukaj wollte aber auch nicht verhehlen, dass „wir heute ja praktisch überhaupt nicht gefordert waren“. Daher verzichtete er auch darauf, seine Truppe ob des klaren Resultats in höchsten Tönen zu loben. Immerhin habe seine Truppe in mehr als nur Ansätzen die Aggressivität gezeigt, die er sich wünsche. Obwohl da noch mehr kommen müsse. Das Spiel selbst ist schnell erzählt: Schon nach neun Minuten lagen die Hausherren in Führung: Der stark aufspielende Nico Klemm hatte in der Mitte zwei Gegner ins Leere laufen lassen und Markus Heil mustergültig serviert. Der Torjäger vom Dienst ließ sich nicht lange bitten. Der auf der rechten Außenbahn für Schwung sorgende Andreas Grub legte nur drei Minuten später nach. Die rechte Flanke war die stärkere, auch weil auf links der glücklos agierende Michael Magalios oft nach innen zog und den Chancentod spielte. Einmal aber traf er – sehenswert sein 4:0 acht Minuten nach der Pause. Auf rechts wirbelte vor Grub Maximilian Hübsch, der gute Flanken servierte. Die schönste fand in dem alle überragenden Edis Resic einen dankbaren Abnehmer. Resic stieg hoch und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. Dabei war er von der Glanbrücker Defensive mit Missachtung gestraft worden. Es war das 3:0 – und das nach schon 20 Minuten. Die Partie war praktisch gelaufen, nur die Höhe des Hausherren-Sieges noch fraglich. Gut und gerne hätte die Partie zweistellig enden können. Die Veldenzer aber versiebten so einige Möglichkeiten. Die Leichtfertigkeit ging auch Coach Lukaj etwas auf den Keks. Daran gelte es noch zu arbeiten. Beim Lauterecker Lokalrivalen lief an diesem Abend überhaupt nichts zusammen. Das Trainerteam Harry Kihl und Thomas Barz war restlos bedient ob der Vorstellung. In der 16. Minute hatte Jochen Klein nach Ecke einen Kopfball losgelassen - harmlos. Es dauerte eine weitere Viertelstunde, ehe Kapitän Christoph Dick mal abzog – der Schuss wurde Schreiners leichte Beute. Viel mehr als einige Distanzversuche hatte die SG nicht zu bieten. Ums Haar wäre noch der Ehrentreffer gefallen, aber eine Minute vor Ende schoss Christian Loos aus kurzer Distanz drüber. So spielten sie SV Lauterecken: Schreiner – Grub, Michael Heil, Lukaj, Spahiu – Akten – Hübsch (Rhein), Klemm (Fahnenstiel), Resic, Magalios – Markus Heil SG Glanbrücken/St. Julian: Lukas – Höbel, Ginkel, Jochen Klein, Kolb – Jung (25. Skurley) – Niklas Klein, Manuel Dick, Christoph Dick, Ippinger (51. May) – Rosentreter (46. Loos) Tore: 1:0 Markus Heil (9.), 2:0 Grub (20.), 3:0 Resic (20.), 4:0 Magalios (53.), 5:0 Markus Heil (69.), 6:0 Resic (74.), 7:0 Rhein (76.), 8:0 Spahiu (78. Foulelfmeter) – Gelbe Karten: Klemm – Jochen Klein, Ginkel – Beste Spieler: Resic, Hübsch, Grub, Klemm - Manuel Dick, Jochen Klein – Zuschauer: 117 - Schiedsrichterin: Despa (Eßweiler).