Kreis Kusel Ohne Umweg direkt ins Herz

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Im renovierten Bierkeller unten im Kuseler Schalander fegten am Samstag Bodo Jaworek, der „Zaubergeiger aus der Pfalz“, und die Gitarristen Lolo Reinhardt und Jerome Django Reinhardt sowie Bassist Ralf Müller über das Parkett. Alle vier Musiker des Jaworek-Reinhardt-Ensembles sind Virtuosen an ihren Instrumenten. Sichtlich fasziniert von den mitreißenden Darbietungen, genossen die wenigen Besucher die Vorstellung.

Ihr Improvisationsspiel wirkte wild und trotzdem war es harmonisch-elegant. Die Vollblutmusiker zeigten vor nur wenigen Musikliebhabern unter anderem den temperamentvollen Gypsy-Jazz à la Django Rheinhardt. Der Swing klang auch nach draußen auf die Straßen: Im Verlauf des Abends füllte sich die Tanzfläche etwas. Diese Musik trifft ohne Umweg direkt ins Herz. Wirbelnde Soli des Lautrer Ralf Müller am Bass. Sprachlos machende Fingerläufe und virtuose Vibratotechniken der Gitarristen aus der Django-Reinhardt-Dynastie. Und mit technischer Leichtigkeit, Fantasie, Gefühl und glasklarem Ton der Geiger Bodo Jaworek. Der Grundrhythmus war durchgehend rasant und ließ den Charme der temperamentvollen Gypsy-Musik à la Django Rheinhardt lebendig werden. Die Zuhörer staunten. Sie starrten auf die Musiker, die mit ihrem Spiel faszinierten wie ein Naturphänomen . Kein Körper blieb unbewegt und kein Fuß stehen. Die Virtuosen wechselten die musikalischen Spielarten in rascher Folge: Vom traditionellen Gypsy-Swing, wie ihn Vorfahre Django Reinhardt erfand, über lateinamerikanische Rhythmen, französische Musette, russische Folklore und amerikanische Jazz-Standards – es war ein flottes Wechselspiel, das in Atem hielt. Bei einer Zigarette in der Pause erklärten Lolo und Jerome Django Reinhardt etwas zum Repertoire des Ensembles. Dass die Nachkommen des großen belgischen Jazzmusikers heute in Landstuhl leben und im Schalander in Kusel ihren Auftritt hatten, wollten einige Zuhörer kaum glauben. Den „Minor Swing“ von Django Reinhardt hatte das Ensemble schon gespielt. Ein Standard des Vorfahren der Jerome Django Reinhardt sehr gut gefällt. Die Stücke „Manoir de mes rêves“ (englisch: „Django`s Castle“) und „Nuages“ folgten bald nach der ersten Pause. Diese Musik sei voller Gefühl, mal rasant mit Temperament, mal langsam, erklärten die Musiker den Besuchern. Das freie Spiel innerhalb der vorgegebenen Skalen bräuchten sie beide. Schlicht und treffend bezeichnete Gast Achim Seyler die Musik als „jazzige Volksmusik“ – die Gäste hätten ihm am Samstagabend sicher zugestimmt. Leise war die Musik aus dem Keller auf die Straßen gedrungen. Erst gegen 22.30 Uhr fanden so noch einige Gäste mehr ihren Weg ins Swinging Schalander.

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