Wahnwegen / Konken
Neue Windräder für Konken und Wahnwegen?
An der nördlichen Gemarkungsgrenze von Wahnwegen Richtung Konken könnte bald eine Art Windpark mit mehreren leistungsstarken Windkraftanlagen entstehen, die Nabenhöhen von um die 175 Meter aufweisen. Neben den Windkraft-Plänen, die die Gemeinde für ihr Nahwärmeprojekt verfolgt, äußerte jetzt die „Altus renewables GmbH“ mit Sitz in Karlsruhe die Absicht, in dem in Frage kommenden Bereich links und rechts der K19, wo sich bereits zwei ältere Windräder befinden, eine neue Anlage zu bauen, die eine Leistung von etwas mehr als sieben Megawatt aufweist.
Die Pläne des Unternehmens, das eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG ist, wurde in der jüngsten Sitzung des Wahnwegener Gemeinderats von den Altus-Mitarbeitern Jens Bonenberger und Rainald Dolcemascolo vorgestellt. Demnach besitzt die Altus GmbH, die seit 1999 Windenergieanlagen plant, baut und selbst betreibt, derzeit im alten Konker Windpark ein kleineres Windrad. Die drei weiteren Anlagen, die zum Konker Windpark gehören, würden in Kürze in den Besitz der Altus GmbH übergehen, entsprechende Verträge seien bereits unter Dach und Fach, so Bonenberger.
Synergieeffekte durch Bündelung
Ziel des Unternehmens sei es, die vier alten Anlagen durch drei neue leistungsstärkere im Konker Bereich zu ersetzen und durch eine weitere auf Wahnwegener Gemarkung zu ergänzen. Durch die Bündelung der Anlagen auf Wahnwegener und Konker Gemarkung verspricht man sich unter anderem Synergieeffekte, beispielsweise bei der Anbindung an das Stromnetz, die über das Umspannungswerk bei Wahnwegen erfolgen könne, das für das projektierte Nahwärmenetz in Wahnwegen ohnehin umgebaut werden müsse und deshalb auch gleich ausgebaut werden könne. Zudem könne die Gemeinde von den Gutachten und vorbereitenden Untersuchungen für den Bau ihrer Windkraftanlage profitieren, die Voraussetzungen für die Baugenehmigung von Windkraftanlagen seien, warben die beiden Altus-Vertreter für eine Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Gemeinde. Auch finanziell könne Wahnwegen vom Repowering des Windparks Konken-Wahnwegen profitieren. So lägen die so genannten Akzeptanzzahlungen über das EEG-Gesetz bei rund 30.000 Euro pro Jahr und pro Anlage. Hinzu kämen Pachteinnahmen aus Wege- und Leitungsrechten sowie Gewerbesteuereinnahmen.
Nähe zur Air Base als Faktor
Auf Anfrage von Ortsbürgermeister René Morgenstern erklärten Dolcemascolo und Bonenberger, dass auch eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde an der Betreibergesellschaft des Windparks denkbar sei, wobei sich die Altus GmbH vorbehalte, höchstens 25 Prozent der Geschäftsanteile an Dritte zu vergeben. Zur Zeitschiene führten die beiden aus, dass im planerischen Idealfall – und unter der Voraussetzung, dass Wahnwegen schnellstmöglich Grünes Licht für die Altus-Pläne signalisiert – die Windkraftanlagen 2027 ans Netz gehen könnten. Derzeit befinde man sich in der Frühphase der planerischen Umsetzung, die noch mit vielen Unwägbarkeiten verbunden sei. So hänge beispielsweise die letztlich realisierbare Anlagengröße wegen der Nähe zur Ramstein Air Base unter anderem von Auflagen der Bundeswehr ab, mit der bereits im Herbst 2022 Kontakt aufgenommen worden sei – bislang ohne Rückmeldung. Der Gemeinderat wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen erneut mit dem Thema beschäftigen.