Altenglan
Klimaschutzmanager Enrico Emrich: Von E-Mobilität bis Energieeffizienz
Der 43-Jährige, der in Kaiserslautern zur Welt kam, aber die ersten viereinhalb Jahre seines Lebens in Kusel verbrachte, ist der erste Klimaschutzmanager einer Verbandsgemeinde im Landkreis – die weiteren werden folgen.
Und er hat in diesem Bereich schon einiges vorzuweisen: Nach seinem Master 2013 in Energie-, Gebäude- und Umweltmanagement war er unter anderem Klimaschutzmanager in Trebbin in Brandenburg, wechselte 2018 zurück in seine pfälzische Heimat, um dieselbe Position bei der Verbandsgemeinde Rockenhausen zu übernehmen. „Ich hätte dort auch weiterhin bleiben können. Aber ich habe es einfach mal in Kusel versucht, als die Stelle ausgeschrieben wurde“, erzählt Emrich, der mit Frau und sechsjährigem Sohn in Wiesweiler wohnt. Sein Versuch war erfolgreich. Seit 1. Mai soll er das Klimaschutzkonzept umsetzen und fortschreiben, das sich die Verbandsgemeinde vor etwa zwei Jahren gegeben hat.
129 Maßnahmen
Dass die Erwartungen hier für den Anfang nicht zu hoch geschraubt werden sollten, schickt der 43-Jährige voraus, der vor seinem Studium unter anderem bei TDK gearbeitet und die Technikerschule besucht hat – er verfügt also auch über das technische Know-how für Maßnahmen im Klimaschutz. 129 Maßnahmen beschreibt laut Emrich das Klimaschutzkonzept der Verbandsgemeinde: „Das ist in drei Jahren gar nicht alles zu schaffen“, betont er. Drei Jahre – so lange wird diese Stelle gefördert.
Denn was er bei seinen bisherigen Stellen gelernt hat: „Am Anfang ist es immer schwer, Dinge zu initiieren“, wenn es sich um ein solch neues Feld handelt. Die Fortschritte dauerten ihre Zeit – aber sie kämen, auch da ist er sich sicher. Erst recht, wenn eine Verbandsgemeinde für das neue Arbeitsfeld bereits die Weichen gestellt hat: „Die Verbandsgemeinde hier ist sehr gut aufgestellt. Sie hat sich schon sehr früh in diesem Bereich engagiert“, lobt er seinen neuen Arbeitgeber.
Vor allem Ansprechpartner
Emrich sieht sich vor allem als Ansprechpartner – beispielsweise für die Ortsbürgermeister, wenn diese sich Gedanken darüber machen, wie Klimaschutz in ihrer Kommune umgesetzt werden könnte. „Sie sollen einfach wissen: Ich rufe den an und frage ihn einfach.“ Unkompliziert soll der Umgang mit ihm sein, sagt er. Und dass es in Zukunft viele Kontakte geben wird, da ist er sich sicher: „Der Klimaschutz ist inzwischen in den Köpfen angekommen“, betont er.
Daher sei es auch gut, dass der Kreis ebenfalls schon eine Klimaschutzmanagerin in Vera Schumann habe – das mache eine gute Arbeitsteilung möglich, sagt Emrich. „Sie ist für die große Linie zuständig, für die Neuerungen.“ Und dafür, kreisweit die Menschen für solche Projekte wie Nahwärmenetze zu gewinnen. Er selbst unterstütze dann bei der konkreten Umsetzung. „Wir werden uns da sehr gut ergänzen.“
Schwerpunkt: Energieeffizienz
Zumal er seinen ganz eigenen Schwerpunkt mitbringt: Sowohl in Trebbin als auch in Rockenhausen war er stark mit dem Thema E-Mobilität befasst. Schumann hat sich derzeit den Schwerpunkt Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben. Und natürlich hilft seine technische Ausbildung im Kontakt mit Bürgern und Bürgermeistern, aber auch innerhalb der Verwaltung, wo es ihm unter anderem obliegt, die kommunalen Gebäude auf ihre Energieeffizienz hin zu untersuchen und zu vergleichen, gegebenenfalls ihre Umrüstung vorzubereiten.
Eine Menge Themen und Interessen also, mit denen er jonglieren muss. Da passt es ausgezeichnet, dass Jonglage eines seiner großen Hobbys ist.