Handball
HWE feiert Aufstieg auch ohne Meisterparty
Schon das Aufwärmen vor der Partie hatte einiges zu bieten. Noch vor dem Anpfiff ein Schock für die HWE. Kreisläufer Rokas Vaitekunas, der nach der Saison zum TV Homburg wechselt, verletzte sich dabei, verzog das Gesicht vor Schmerz und humpelte in die Kabine. Kritischer Blick von Trainer Daniel Thum, man sah seine Gedanken förmlich sofort kreisen. „Ich weiß noch nicht, was er genau hat“, sagte Thum nach der Partie ein wenig ratlos.
Auf der anderen Seite der HC Schmelz: Schnell mal durchgezählt, aber mehr als sieben Spieler des HCS fanden nicht den Weg in die Rothenfeldhalle. Der HC hatte nicht einen einzigen Auswechselspieler auf der Bank. „Dass sie dann wirklich keinen richtigen Torwart dabei hatten, damit hatte ich nicht gerechnet“, berichtete HWE-Trainer Daniel Thum nach dem Heimsieg, den 100 Zuschauer in der Waldmohrer Rothenfeldhalle gesehen hatten.
Er verwies aber auch darauf, dass auch auf den Feldspieler-Positionen Akteure aktiv waren, die nur selten in dieser Saison beim Gegner zum Einsatz kamen. So waren Schmelz’ Schlüsselspieler Christian Weber, Marius Jung und Oliver Werner, die Thum als ungemein wichtig für den Tabellendritten beschrieb, der nur mit einem Sieg an der HWE vorbeigezogen wäre, allesamt nicht dabei. Stattdessen trieb Peter Müller, eigentlich ein Linksaußen im Rückraum sein Unwesen, und brachte die Abwehr Waldmohrs gehörig in die Bredouille. Der wendige Müller, der teils auch als Mittelmann spielte, zeigte sich äußerst ideenreich, fand seine Mitspieler und schloss auch immer wieder selbst ab, teils auch mit Risiko.
„Wir haben ihn über das gesamte Spiel nicht in den Griff bekommen“, sagte Thum, dessen Team gehörig aufs Tempo drückte, aber dem Spiel zunächst nicht den Stempel aufdrücken konnte. Fehlpässe häuften sich, genauso wie schnelle Ballverluste. Der HC Schmelz stand dem aber in kaum etwas nach. Simon Altmeyer, der das Tor des HCS hütete, versuchte ebenfalls immer wieder das Spiel schnell zu machen, warf aber der HWE-Abwehr bei seinen langen Pässen immer wieder in die Arme.
Nach einer 7:4-Führung der HWE drehte Schmelz auf, ging mit 10:9 in Front. Kurz zuvor hatte HWE-Außenspieler Peter Jungblut noch einen Siebenmeter verworfen. Als Tim Eder einen weiteren Strafwurf im Tor unterbrachte und der starke Kevin König, sowie Glen Luga einnetzten, ging die HWE mit einer 12:10-Führung in die Halbzeit.
Danach spielte Waldmohr offensiver in der Abwehr, drängte Schmelz in Zweikämpfe. „Die 5:1-Deckung hat es ihnen schwerer gemacht. Wir konnten mehr Druck entwickeln“, erklärte Thum. Nach dem Schmelzer 13:13-Ausgleich, setzte sich Waldmohr zunächst ein wenig ab. Ein 4:0-Lauf, bei dem sich Kevin König immer öfter im Angriff zeigte, schien die Vorentscheidung zu bringen. Doch dauerhaft absetzen konnte sich die HWE noch nicht, Schmelz blieb bis zum 22:20 in Schlagdistanz. Erst gegen Ende erspielte sich Thums Mannschaft einen entscheidenden Vorsprung. „Es war kein gutes Spiel von uns, aber jetzt sind wir auf einem Aufstiegsplatz“, freute sich Thum.
Umjubelt war die endgültige Entscheidung, als Martin Walther, eine Minute vor Spielende auf 25:20 erhöhte. „Jetzt will ich auch noch das letzte Spiel gewinnen. Aber heute wird erst mal gefeiert“, sagte Thum mit Blick auf das abschließende Saisonspiel gegen den HC Diefflen/Dillingen 2 (Samstag, 16 Uhr). Die Meisterschaft ist indes kein Thema mehr, TuS Elm-Sprengen hat den direkten Vergleich gewonnen. Die HWE kann selbst bei Punktgleichheit nicht mehr an ihnen vorbeiziehen.
So spielten sie
HWE Erbach-Waldmohr: Mathei/Fuchs/Jacobsen (Tor) - Marx (8), König (6), Eder (4/3), Jungblut (3/1), Luga (3), Gast, Walther (je 1), Veith