Fussball
Frauenfußball in der Region: Stark, aber mit Luft nach oben
Im Fußballkreis Kusel-Kaiserslautern, gerade auch verglichen mit Nachbarkreisen, ist der Frauenfußball durchaus quantitativ wie qualitativ eine Hausnummer. Da sind zum einen die drei Kaiserslauterer Verbandsligisten, SC Siegelbach, vergangenes Jahr aus der Regionalliga abgestiegen und aktuell Tabellenführer, SV Kottweiler-Schwanden und der aufstrebende 1. FFC Kaiserslautern. Doch auch bis in die unteren Spielklassen setzt sich dieses Bild vergleichsweise vieler Frauenteams, vor allem aus dem Landkreis Kusel stammend, fort. In der zweigeteilten Bezirksliga spielen der VfR Hundheim-Offenbach, die SG Eßweiler-Rothselberg sowie zweite Mannschaften des SV Kottweiler-Schwanden und des 1. FFC Kaiserslautern. In der Südstaffel treten an: die SG Hüffler/Wahnwegen, die SG Herschweiler-Pettersheim/Langenbach und der TuS Glan-Münchweiler mit einer Neuner-Mannschaft.
Michael Schumacher, Trainer bei der SG Eßweiler-Rothselberg, kann auf einen Kader von 21 Spielerinnen zurückgreifen, die auch regelmäßig im Training erscheinen, wie er erzählt. „Wir können uns nicht beschweren“, sagt er erfreut. Zu Saisonbeginn sei es gelungen, einige neue Spielerinnen zu gewinnen, darunter auch viele Anfängerinnen. Diese wurden über Festlichkeiten oder Freunde auf die Mannschaft aufmerksam. Und diese Neulinge sind wichtig, denn auf eigenen Nachwuchs kann die SG schließlich nicht vertrauen: „Wir haben leider keine Jugendmannschaft“, erklärt der SG-Trainer, jedoch sei eine Mädchenmannschaft beim Jugendförderverein Königsland im Aufbau. Diesem gehört auch die SG an.
Nur wenige Zuschauer
In der Bezirksliga Westpfalz Nord steht Schumachers Mannschaft aktuell mit sechs Punkten auf Rang acht der zehn Teams. „Wir haben uns mehr vorgestellt“, meint Schumacher, mit den vielen Neuzugängen gehe das aber nicht. „Mir ist wichtig, dass alle spielen. Da steht der Erfolg nicht ganz im Vordergrund“, erklärt er.
Schade finde er die Aufteilung der Kuseler Mannschaften in die Gruppen Nord (VfR Hundheim-Offenbach, SG Eßweiler-Rothselberg) und Süd (SG Herschweiler-Pettersheim/Langenbach, SG Hüffler-Wahnwegen, TuS Glan-Münchweiler). „Es fehlen die Derbys und die Zuschauer“, erklärt er das dadurch entstehende Problem. Zudem seien teilweise sehr weite Strecken zu den Gegnern zurückzulegen.
Raus aus der Bezirksliga
Timo Kirsch, seit Sommer neuer Trainer bei der SG Hüffler/Wahnwegen, zeigt sich glücklich über die aktuelle Mannschaftsgröße: „Wir sind zufrieden, auch mit der Trainingsbeteiligung.“ Er fügt jedoch lachend hinzu: „Mehr geht immer.“ Zur neuen Saison sei der Verein bewusst von einer Neuner- auf eine Elfer-Mannschaft umgestiegen und konnte die Runde bisher problemlos überstehen, Kirschs Mädels mussten trotz vergrößerter Mannschaft bislang kein Spiel absagen.
Auch sportlich läuft es bei der SG gut: Stand das Team am Ende der vergangenen Saison noch an letzter Stelle der Tabelle, liegt die SG aktuell mit 13 Punkten auf Platz vier der neun Teams in der Bezirksliga Gruppe Süd. Damit ist die SG nur einen Punkt von der Tabellenspitze entfernt.
Auch der Verein schätze seine Damenmannschaft, sagt der Trainer: „Die Frauen haben hier ein hohes Standing.“ Sein Team werde immer in die Trainingsplanung mit einbezogen und müsste nicht hinter den Männern anstehen.
Wertschätzung meistens vorhanden
Christian Theiß von der SG Herschweiler-Pettersheim/Langenbach steht aktuell mit seiner Mannschaft bei zehn Punkten auf Platz sechs in der Bezirksliga Westpfalz Süd. „Die Trainingsbeteiligung könnte besser sein“, meint er. Sie sei zwar vor allem durch Beruf und Krankheiten niedrig, das wirke sich jedoch auf das bisherige Abschneiden in der Liga aus. „Wir bleiben unter unseren Möglichkeiten“, erzählt er. Besonders ärgerlich seien dabei viele späte Ausgleichstreffer oder knappe Niederlagen. Für die Rückrunde möchte er keine bestimmte Platzierung als Ziel ausgeben, aber Theiß will mit seiner Mannschaft mehr Punkte als in der Hinrunde sammeln.
Im Verein sei das Frauenteam weitestgehend gleichberechtigt mit den Herren. Einzig gegen Endes des Jahres mussten die Damen ein wenig zurücktreten als der Rasenplatz nur von der ersten Mannschaft der Männer bespielt werden durfte. Dennoch herrsche im Verein ein guter Zusammenhalt, so unterstützen sich das Frauen- und das Herrenteam bei Heimspielen gegenseitig, berichtet Theiß. Zudem sei Herschweiler-Pettersheim das einzige Team, das in der näheren Umgebung einen so großen Mädchenjugendbereich vorweisen kann. „Der Jugendbereich boomt. Das fängt schon bei den ganz Kleinen an“, meint der SG-Trainer.
Enttäuscht zeigt sich Theiß, wie Trainerkollege Schumacher auch, über die Trennung der Kuseler Mannschaften in zwei verschiedene Gruppen: „Die Derbys wurden auseinandergerissen.“ Außerdem beklagt auch er die teilweise weiten Strecken, die zurückzulegen sind.