Kreis Kusel Ein fader Beigeschmack

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Nanzdietschweiler. Der SV Nanz-Dietschweiler musste gestern eine bittere Heimniederlage gegen den Landesliga-Tabellennachbarn SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach einstecken. Bei der 2:3(0:3)-Pleite konnte SVN-Trainer Jochen Pfaff einmal mehr lediglich mit der Moral seiner Elf zufrieden sein.

„Die ersten 15 Minuten haben wir ganz gut gespielt, aber dann kassieren wir ein Tor aus heiterem Himmel. Beim 0:2 steht der Torschütze ganz klar im Abseits – und damit war die Partie fast schon gelaufen“, bilanzierte ein sichtlich angefressener Pfaff. Und tatsächlich war seine Elf anfangs die spielbestimmende Mannschaft. Doch dann steckte Meisenheims Alexander Tietke einen Ball klug auf den mitgelaufenen Dominik Frey durch, der in den Strafraum marschierte und den Ball am chancenlosen Joshua Purket im SVN-Tor vorbei zum 1:0 aus Gästesicht ins lange Eck schob (17.). Nur neun Minuten später folgte die Szene, die noch nach dem Abpfiff für Diskussionen sorgen sollte: Auf dem rechten Flügel kam Meisenheims Bastian Kessel an den Ball - das roch schon stark nach Abseits. Doch spätestens als Kessel den Ball in den Fünfmeterraum zu Benjamin Schmell spielte, hätte die Fahne des Assistenten nach oben gehen müssen. Der sah aber zur Überraschung der meisten Zuschauer keine Abseitsposition, und so gab Schiedsrichter Zijad Ikanovic den Treffer. Nicht die einzige Fehlentscheidung des Unparteiischen an diesem Tag und ein Genickschlag für die Heimelf, die zur Pause durch einen Treffer von Meisenheims Leon Gehres (42.) gar mit 0:3 zurücklag. Als Eduard Deschtschenja in der 69. Minute zum 1:3 traf, keimte wieder etwas Hoffnung auf - doch Deschtschenja sollte sein Team nur wenig später selbst wieder schwächen: Nach einem Foul an der Mittellinie sah er die gelbe Karte, beschwerte sich darüber und sah postwendend Gelb-Rot. „Bei solchen Aktionen werde ich wahnsinnig. Das geht einfach nicht. Da muss er sich besser im Griff haben“, kommentierte Pfaff die Aktion seines Mittelfeldakteurs, der trotz Gelb-Rot weitermeckerte und fast noch glatt Rot bekommen hätte. Dass noch einmal Spannung aufkam, lag an einem sehenswerten Freistoß des eingewechselten Daniel Philipp, der den Ball aus rund 25 Metern zum 2:3 über die Mauer in den Winkel schoss. Da war nichts zu halten für Gästekeeper Marcel Redschlag. Doch mehr sollte am Ende nicht mehr herausspringen für den SV Nanz-Dietschweiler. Aufgrund ihrer Kaltschnäuzigkeit geht der Sieg der SG zwar unter dem Strich in Ordnung, dennoch hat das Ergebnis - nicht zuletzt durch den Abseitstreffer – einen etwas faden Beigeschmack. „Das einzig Positive heute war einmal mehr die Moral der Truppe, die auch beim Stand von 0:3 nicht aufgegeben hat. Aber wir dürfen uns auf dem Platz nicht immer so verbal zerfleischen, wie wir es in der ersten Hälfte öfter getan haben – das hilft wirklich keinem“, haderte Pfaff. Die kommenden Wochen werden nicht einfacher, denn die nächsten drei Partien muss der SVN allesamt auf fremdem Platz bestreiten. So spielten sie SV Nanz-Dietschweiler: Purket - Simon Holzhauser, Wenner, Daniel Deschtschenja (90. Bernd), Daniel Holzhauser - Urschel (69. Laufer), Fuchs, Eduard Deschtschenja, Fehrentz (59. Daniel Philipp), Wallerus - Raphael Philipp Tore: 0:1 Frey (17.), 0:2 Schmell (26.), 0:3 Gehres (42.), 1:3 Eduard Deschtschenja (69.), 2:3 Daniel Philipp (83.) - Gelbe Karten: Fuchs, Raphael Philipp, Wallerus, Fehrentz - Schneider, Gehres, Schmell - Gelb-Rote Karte: Eduard Deschtschenja - Beste Spieler: Wallerus, Daniel Holzhauser - Schmell, Gehres - Zuschauer: 108 - Schiedsrichter: Ikanovic (Erlenbach)

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