Kirrweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Dorfleben attraktiver gestalten: Gemeinderat, Kinder und Jugendliche tauschen Ideen aus

Ob neue Spielmöglichkeiten oder die Neugründung der Straußjugend – die Kinder und Jugendlichen teilten dem Gemeinderat ihre Idee
Ob neue Spielmöglichkeiten oder die Neugründung der Straußjugend – die Kinder und Jugendlichen teilten dem Gemeinderat ihre Ideen mit.

Wie lässt sich dem Dorfleben neuer Schwung verleihen? Wie kann der Ort für Junge attraktiv gestaltet werden? Jede Menge Anregungen brachten Kinder und Jugendliche mit, welche der Gemeinderat Kirrweiler in seine Sitzung eingeladen hatte. Ein Jugendvertreter soll gewählt werden.

Der Jugendraum in Kirrweiler könnte bald aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden. Die Kerwe am zweiten Septemberwochenende soll inklusive einer Straußjugend wiederbelebt werden. Eine feste Jugendvertretung soll im Gemeinderat etabliert werden. Auf dem Bolzplatz soll sich einiges tun und für alle Kirrweilerer Kinder zwischen acht und zwölf Jahren könnte bald ein regelmäßiges Spiel- und Unterhaltungsprogramm auf die Beine gestellt werden.

Das sind einige der Ergebnisse aus der Diskussionsrunde, zu welcher der Gemeinderat für seine Sitzung am Dienstagabend Kinder und Jugendliche aus dem Dorf ins Gemeindehaus eingeladen hatte. Viele junge Kirrweilerer waren gekommen und brachten zahlreiche Ideen mit, um dem Dorfleben in der rund 160 Einwohner zählenden Gemeinde neuen Schwung zu verleihen.

Wiederbelebung der Kerwe ganz oben auf der Liste

„In den Dörfern in unserer Nachbarschaft werden jede Menge Feste gefeiert, und in Kirrweiler fallen die Vögel vor Langeweile von den Ästen“, fasste Ortsbürgermeister Ralf Schuster die Situation in der Gemeinde scherzhaft zusammen. Das Hauptproblem sei, dass die Generation zwischen den Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern in der Gemeinde nahezu fehle, so dass in den vergangenen 20 Jahren vieles eingeschlafen sei, was eine aktive und intakte Dorfjugend auszeichne.

Schuster sicherte im Namen der Gemeinde den Kindern und Jugendlichen vollste Unterstützung zu, mahnte aber gleichzeitig an, dass die Initiative von den jungen Kirrweilerern ausgehen müsse und diese Verantwortung übernehmen und zudem auch eine Gegenleistung erbringen müssten.

Straußjugend im Jugendraum

Ganz oben auf der Wunschliste der Jugendlichen steht die Wiederbelebung der Kerwe und damit die Neugründung einer Straußjugend. Diese könne ihr Domizil im Jugendraum beziehen, der damit ebenfalls wieder reaktiviert werden würde. Annette Junkes und Daniel Hübner, die Jugendsozialarbeiter der Verbandsgemeinde Lauterecken, sicherten der Kirrweilerer Jugend ebenfalls ihre Unterstützung zu.

Sowohl beruflich als auch privat erinnern sich die beiden an die „große Zeit“ des Jugendraums Ende der 1990er Jahre. Damals habe der Raum im Keller des Gemeindehauses eine Art Vorbildcharakter für die Jugendräume in der Region gehabt. „Ein Jugendraum steht und fällt mit dem Engagement der Jugendlichen vor Ort, die Verantwortung übernehmen und für ihren Raum verantwortlich zeichnen. Für die künftige Straußjugend in Kirrweiler ist er allerdings ein Riesen-Vorteil, da sie sich keine Bleibe suchen müssen“, sagte Hübner.

Umgestaltung des Bolzplatzes und Wasserspiele

Zwei der Jugendlichen erklärten sich spontan bereit, einen Flyer mit einem Aufruf zur Gründung der Straußjugend zu verfassen und ihn an mögliche Mitstreiter im Dorf zu verteilen. Unterstützung erhielten sie auch von einigen Senioren aus dem Kreis der Besucher der Ratssitzung, die zusicherten, die „Straußjugend in Gründung“ in die hohe Kunst des „Knibbelns“ einzuweihen.

Einige jüngere Bürger wünschten sich neben einer Umgestaltung des Bolzplatzes – ein Teil soll mit Erdhügeln in eine Art Bikepark verwandelt werden – etwas mehr Abwechslung auf dem Spielplatz, beispielsweise durch einen Bereich mit Wasserspielmöglichkeiten oder durch eine neue Wippe. Die beiden Jugendsozialarbeiter boten an, beispielsweise regelmäßige Spiele- und Bastelnachmittage ins Leben zu rufen, für die man sich auch in den reaktivierten Jugendraum zurückziehen könne.

Fortsetzung des Austausch angekündigt

Schließlich bat der Ortsbürgermeister die Jugendlichen, sich Gedanken über die Wahl eines Jugendvertreters zu machen, der künftig die Interessen der jungen Bürger im Gemeinderat vortragen und als Bindeglied zwischen Verwaltung und der Jugend wirken soll. Allerdings seien vorher noch einige organisatorische Dinge zu klären, sagte Schuster, der einen regelmäßigen Gedankenaustausch zwischen dem Gemeinderat und den jungen Menschen in Kirrweiler ankündigte.

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