Kreis Kusel Altes Liedgut in neuer Form
Für alle Freunde des Chorgesanges gab es am vergangenen Wochenende eine interessante Alternative zur Fasnacht. Musikantenlandpreisträger Martin Folz lud Chorenthusiasten zu zwei ganztägigen Workshops. Am Samstag war das Thema „Arbeit mit Kindern“, sonntags stand das Singen ganz nach Folz` Motto: „Freak out and sing along“ im Mittelpunkt.
Samstags hatten sich 14 Teilnehmer auf Burg Lichtenberg eingefunden, um von Folz Methoden im Umgang mit Gesangsgruppen zu erlernen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Arbeit mit Kindern. Folz zeigte sich über die Teilnehmerzahl hoch erfreut und sagte, dass so auch das Gespräch mit jedem Einzelnen möglich gewesen sei. Anwesend waren Lehrer und Erzieherinnen und auch Gruppenleiter anderer Institutionen. Folz erklärte, dass unter anderem Schnelligkeitsübungen auf dem Plan standen. Diese wurden mithilfe des „call and response“-Prinzips durchgeführt, also der Leiter spricht vor und die Kinder nach. Auch wurden Lieder szenisch dargestellt und verschiedene Choreographien einstudiert. „Die Kinder sind heute nicht mehr feinmotorisch begabt“, sagte Folz, der den Grund dafür in einer übermäßigen Nutzung von Computern sieht. Für manche Gruppen sei es schwierig, einen gemeinsamen Ton zu finden, da einige helle und andere dunkle Töne erzeugen würden. Der Workshop sollte die Gruppenleiter für diese Probleme sensibilisieren. Ein weiterer Punkt war die Auswahl der Lieder. Angelika Rübel, die am Kurs teilgenommen hatte, lobte Folz für dessen Auswahl. „Ich habe auch ein paar neue Lieder kennengelernt“, sagte Rübel erfreut. Folz versucht altes Liedgut in neuer Form zu präsentieren. So interpretierte er zum Beispiel „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“ neu, indem Beatboxing- und Hip-Hop-Elemente integriert wurden. Dadurch bekamen die alten Lieder einen modernen Klang, der die Kinder ansprach. „Man kann die Kinder so durch etwas Bekanntes begeistern“, sagte Folz. Wie man die Kreativität fördert – sowohl bei den Gruppenleitern wie auch bei den Kindern – war ein weiteres Thema. Angelika Rübel war begeistert von der Art und Weise, wie Folz mit einer Gruppe von Kindern arbeitete, die nachmittags zum Workshop stießen. Die Kinder wurden mithilfe der Musikschule Böshar vermittelt und dienten Folz als Vorzeigechor, an dem er seine Arbeit erklären konnte. Sonntags hieß es dann „Freak out and sing along“. Bei diesem Workshop stand das gemeinsame Singen im Vordergrund. Alle wollten nur Spaß haben, was man den 21 Sängern auch anmerkte. Gesungen wurden verschiedene Lieder aus unterschiedlichen Musikgenres wie Jazz, Pop oder Gospel. Aus einem Gospel wurde auch schon mal ein Techno-Song, Improvisationen waren willkommen. „Es ist nicht schlimm, wenn man etwas mal nicht kann“, lobte eine Teilnehmerin die angenehme Atmosphäre. „Er kann schnell jemanden in seinen Bann ziehen“, sagte Astrid Simon. Auch Gerda Woelk lobte Folz’ Arbeit: „Er weiß viel, ist locker und einfach ein guter Musiker.“ Doch während des Workshops zeigte Folz auch, dass er nicht nur lustig und locker ist, sondern ein Perfektionist. Lieder oder bestimmte Passagen wurden solange wiederholt, bis er zufrieden war. Die Liedauswahl wurde allgemein gelobt, und einer der Teilnehmer meinte zu einem Kanon: „Dieser Rhythmus wird mich noch jahrelang begleiten.“