Hinzweiler
Abschied nach zwölf Jahren: Pfarrer Mathias Gaschott wird Dekan in Frankenthal
Gaschott war seit August 2010 Pfarrer in Hinzweiler und auch für Horschbach, Welchweiler, Oberweiler im Tal, Nerzweiler, Elzweiler, Aschbach und Hundheim zuständig – also für rund 1200 Gemeindemitglieder. „Als ich angefangen habe, waren es noch mehr als 1600 Mitglieder“, sagt er. Von den Abgängen seien aber die wenigsten ausgetreten. Vor allem Sterbefälle und Wegzüge jüngerer Leute hätten die Gemeinden schrumpfen lassen.
Da die Beziehungen gut waren, habe er nicht aktiv nach einer beruflichen Veränderung gesucht. „Meine Bewerbung auf die freie Dekansstelle in Frankenthal war die erste in den zwölf Jahren“, betont der 45-Jährige und ergänzt: „Es sind viele liebe Menschen, mit denen ich hier das Leben geteilt habe. Ich werde die Region vermissen.“
Jugendarbeit im Fokus
Eine Herzensangelegenheit war ihm über all die Jahre die Kinder- und Jugendarbeit. Von 2013 an gab es kirchliche Jugendfreizeiten, schildert der Theologe, der auch an der Realschule plus in Lauterecken Religionsunterricht erteilte. Die Jugendarbeit steht für ihn auch an seiner neue Wirkungsstätte auf der Prioritätenliste weit oben. Dort möchte er die Jugendzentrale stärken und vernetzen – und zwar auch persönlich, betont Gaschott.
Das vakante Dekansamt in Frankenthal habe ihm Gelegenheit geboten, wieder zurück in seine Heimat zu ziehen, berichtet der Seelsorger. Er stammt aus Großkarlbach, wo seine Eltern wohnen. In Grünstadt geboren und in Großkarlbach aufgewachsen, machte er in Frankenthal Abitur und studierte Theologie in Mainz. Nach dem Vikariat in Landstuhl und einer Vertretungszeit an der Berufsschule Zweibrücken trat Gaschott seine erste Pfarrstelle in Hinzweiler an. In Frankenthal wird er ab 1. August Nachfolger von Sieglinde Ganz-Walther. Zudem übernimmt er zu 40 Prozent eine Pfarrstelle in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
Strukturen ändern sich
An seinem neuen Wirkungsort habe er vor allem das Thema Strukturen auf der Agenda, berichtet Gaschott. Im Kirchenbezirk Frankenthal, der 13 Pfarrstellen plus Dienstleister und Schulpfarrer zählt, hatte es zuletzt Proteste gegen eine von der Landeskirche gewünschte Fusion gegeben. Dass sich die Strukturen ändern werden, sei klar, sagt Gaschott. Schließlich sei er nicht zum Dekan gewählt worden, um „mich möglichst schnell wieder abzuschaffen“.
Die Verabschiedung übernimmt der Dekan des Kirchenbezirks An Alsenz und Lauter, Matthias Schwarz aus Otterbach. Auch der frühere Hinzweilerer Pfarrer Klaus Dieter Härtel wird erwartet. Eine Neubesetzung der Pfarrstelle ist laut Schwarz noch offen. Denn weiterhin frei ist im Dekanat auch die Pfarrstelle in Jettenbach nach dem Wechsel von Norman Roth zur Polizei- und Notfallseelsorge. Dort hat bislang Kathrin Müller aus Rothselberg die Vertretung übernommen. Und nachdem die Odenbacher Pfarrerin nach Lauterecken wechselte, steht auch in Odenbach eine Neubesetzung an. Da die drei Pfarrämter jeweils nur 1100 bis 1200 Mitglieder zählen, „müssen wir hier auch die Strukturfrage stellen“, kündigt Schwarz an. Wegen des Mangels an Pfarrer-Nachfolgern gebe es die Idee, künftig in größeren Regionen zu planen. Wie das aussehen soll, sei noch offen. Bis dahin übernehmen die Kollegen aus Rothselberg, Lauterecken und Wolfstein die Vertretungen in den vakanten Gemeinden.