Kusel Zur Sache: Erfahrungen aus der Regionalgruppe I

Kooperation ist für die Pfarrer der Regionalgruppe I keinesfalls ein Reizthema. Ganz im Gegenteil: Die drei Pfarrämter pflegen schon viele Jahre gemeinsame Aktivitäten, erläutern Regine Großmann (Ulmet), ihr Ehemann Armand Großmann aus Altenglan sowie Bettina Lukasczyk aus St. Julian im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wir haben schon lange eine Kooperationszone, ohne dass wir es wussten“, sagt Armand Großmann. Grundsätzlich vertreten sich die drei Pfarrer gegenseitig im Urlaub und bei Krankheit. Zudem werden innerhalb der Kooperationszone im unteren Glantal Veranstaltungen der einzelnen Pfarrämter oder Kirchengemeinden in allen drei Gemeindebriefen veröffentlicht. Außerdem gibt es den sogenannten Kanzeltausch. Später kam die inhaltliche Zusammenarbeit hinzu. So veranstalten die Pfarrämter Altenglan und Ulmet im Wechsel gemeinsame Osternachtsgottesdienste oder Fahrten zu Ausstellungen. St. Julian und Ulmet kooperieren bei der Konfirmandenarbeit. Und alle drei Pfarrämter wechseln sich zum Buß- und Bettags- oder Reformationsgottesdienst ab, organisieren reihum eine Bildungsveranstaltung „Stammtisch Kirche“ oder unternehmen Tagesausflüge und Studienfahrten. Auch bei der Unterstützung von Flüchtlingen wird kooperiert, etwa bei Begegnungsabenden, Behördengängen und Arztbesuchen sowie beim Einkaufen und Sprachunterricht. Lukasczyk: „Die Flüchtlingsarbeit wäre ohne unsere Kooperation gar nicht machbar gewesen.“ Ideen für weitere Kooperationen gibt es in puncto Jugendarbeit. Die drei Pfarrämter könnten im Wechsel einen Kinderkirchentag ausrichten, überlegen die Pfarrer. Ganz automatisch läuft so etwas natürlich nicht: „Es ist schon ein langer Atem notwendig“, berichten sie. Hilfreich sei, sich gegenseitig zu etablierten Terminen einzuladen. „Und man muss für Fahrdienste sorgen“, sagt Lukasczyk. Die St. Julianer Pfarrerin findet in ihrer Kooperationszone Inspiration: „Es ist eine Bereicherung und gleichzeitig Entlastung.“ Getragen wird all das natürlich von den Gemeindemitgliedern, deren Rückmeldungen seien gut. „Es entstehen viele neue Kontakte“, erzählt Regine Großmann von positiven Effekten. Im größeren Rahmen habe die Gemeinde eher die Chance, Neues zu erleben – Beispiel Gemeindefahrt. Da könne manches Angebot schon gar nicht mehr stattfinden, weil der Bus nicht voll werde. Und ihre Kollegin aus St. Julian fügt hinzu: „Wenn ich eine Veranstaltung für mehr Leute plane, bin ich viel stärker motiviert.“ Bei aller Kooperation: „Die Identität der Kirchengemeinde wird durch die Regionalgruppe nicht angetastet“, stellt Armand Großmann klar. Jedes Pfarramt bleibe autark, auch was den Haushalt der Kirchengemeinden betreffe. „Klar, man kann allein existieren. Aber gemeinsam macht’s mehr Spaß“, resümiert der Theologe aus Altenglan. |suca