Kusel Hinter Brücken am schönsten

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Am weitesten entfernt sind Ohmbach und Kohlbach an den Quellen, die Luftlinie etwa sechs Kilometer voneinander entfernt liegen. Aber dann fließt der Ohmbach auf den Kohlbach zu, dem er sich bei Schönenberg-Kübelberg auf weniger als einen Kilometer nähert. Auch die engen Täler ähneln einander. Aber am Anfang und Ende seines Laufes geht der Ohmbach eigene Wege. Wenige hundert Meter nach seiner Quelle am Schachen nordwestlich von Langenbach wurde der Ohmbach mehrfach gestaut und bildet eine Treppe von Fischweihern. Die oberen Weiher sind in Privatbesitz, der letzte und größte Weiher mit dem Restaurant „Fischerhütte“ wird vom Angelsportverband Langenbach betreut. Hier sind auch Gastangler willkommen und können ihr Glück versuchen. Denn in dem Weiher gibt es Hechte, Zander, Karpfen, Forellen und Schleien. Langenbach ist das erste Dorf im Ohmbachtal und hat eine typische Form, die auch bei den Nachbardörfern zu finden ist. Es erstreckt sich vorwiegend auf der westlichen Talseite und hat eine Länge von etwa 1,5 Kilometer. Von da an fließt der Ohmbach die meiste Zeit wenig spektakulär durch ein Wiesental, das von beiden Seiten von etwa 100 Meter höheren Bergen eingerahmt ist. Ihre Höhen sind überwiegend bewaldet, während sich auf den Talhängen Wiesen und Weiden ausbreiten. Auch Herschweiler-Pettersheim und Ohmbach, die beiden nächsten Orte, sind langgezogene Straßendörfer, wobei die Mündungen von Geilbach und Ehrsbach oder Weitersbach die Siedlungsfläche des engen Tales vergrößert haben. Diese beiden Dörfer können auf eine lange Geschichte zurückblicken. In Pettersheim stand eine Wasserburg der Grafen von Veldenz aus dem 12./13. Jahrhundert, die später zu einem Jagdschloss umgebaut wurde. Besonders Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken hielt sich dort gerne auf. Während der Französischen Revolution wurde das Schloss mehrmals geplündert und anschließend niedergebrannt, so dass nur unbedeutende Reste erhalten sind. Am Ortsende von Herschweiler-Pettersheim mündet der Krottelbach. Er entspringt im „Krottelbacher Loch“, einer bewaldeten Schlucht zwischen Kaiserberg und Geisberg. Mit einer Länge von 3,6 Kilometer und einem Einzugsgebiet von fast fünf Quadratkilometern ist er der wichtigste Zufluss des Ohmbachs. In Ohmbach war der Weitersbach die Landesgrenze zwischen der Kurpfalz und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Das hatte zur Folge, dass beide Ortsteile lange Zeit unterschiedliche Namen besaßen. Sie hießen zuerst Ohmbach und Weitersbach, später Ober- und Niederohmbach. Zwischen Langenbach und Herschweiler-Pettersheim lag die Langenbacher Mühle, von der heute nur noch ein renoviertes Gebäude steht. Auch die Niederohmbacher Mühle ist verschwunden. Von einer weiteren Mühle zwischen Herschweiler-Pettersheim und Ohmbach ist die Anlage noch erhalten. Der kleine Ort „Reisigweiler“ existiert nicht mehr, aber die dazugehörige „Reismühle“ war von 1440 bis 1952 als Getreide- und Ölmühle in Betrieb. Sie erhielt ihr Wasser hauptsächlich von einem Mühlkanal, der von einem Wehr am etwa einen Kilometer entfernten Bockhof abzweigte. Inzwischen sind in den Gebäuden eine Kaffeerösterei und ein Restaurant untergebracht. Besonders wichtig für die Wirtschaft des Tales war die Neumühle zwischen Ohmbach und Brücken. Hier begann Isidor Tryfuß 1887 mit einer ersten Diamantschleiferei. Dieses Gewerbe breitete sich in den nächsten Jahren rasch aus. 1900 gab es allein in Brücken 80 Schleifereifacharbeiter. Auch in den anderen Dörfern im Ohmbach- und Kohlbachtal entstanden Schleifereien. Hinter Brücken beginnt das schönste Stück des Tales. Die Hänge auf beiden Seiten sind steiler und dichter bewaldet. Hier wurde von 1972 an der Bach zum Ohmbachsee gestaut. Dazu musste die Hutschmühle, die mit Unterbrechungen von 1592 bis 1900 in Betrieb war, abgebrochen werden. Das Staubecken zwischen Gries und Sand ist 1000 Meter lang und etwa 160 Meter breit. Der hohe Staudamm am Ende hat einen Ablauf und einen Überlauf. Der See sollte in erster Linie als Rückhaltebecken für Hochwasser dienen. Aber schon bald bildete der größte See im Kreis Kusel eine vielseitige Freizeitanlage, die der Mittelpunkt der Urlaubsregion Ohmbachsee-Glantal wurde. Es gibt einen Bootsverleih, Liegewiesen, Spielplätze, Grillstellen, Rad- und Wanderwege und die Möglichkeit zum Angeln. In unmittelbarer Nähe liegen Tennisplätze und ein Campingplatz. Der See ist auch der Schauplatz des Seefestes, das immer im Juli stattfindet. Kurz hinter dem See füllt der Bach noch einen Weiher. Aber im Unterschied zum Kohlbach bleibt er anschließend dem Kreis Kusel treu. Er schlägt einen Haken nach Norden und bildet, bevor er in den Glan mündet, die Grenze zum Landkreis Kaiserslautern. Auf seinem Lauf hat der Ohmbach auf einem Höhenunterschied von 160 Metern eine Strecke von 16 Kilometern zurückgelegt. Sein Einzugsgebiet beträgt 38 Quadratkilometer, das etwa 80 Prozent der Fläche der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg entspricht. Durch das Tal führt ein Radweg, der in Langenbach beginnt. Außerdem gibt es zwei historische Themenwege, den „Ritter-Gerin-Weg“ rund um Schönenberg-Kübelberg, der durch das Ohmbach- und Kohlbachtal führt, und den „Diamantschleifer-Weg“ zwischen Ohmbach und Brücken, der im Tal und auf den umliegenden Höhen verläuft. Zusammen mit dem „Kirschenland-Wanderweg“ zwischen Dittweiler und Frohnhofen bilden die drei Wege ein „begehbares Geschichtsbuch“.

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