Kusel Familienfoto auf der Oberburg

Der Müllerssohn August Leppla aus Matzenbach brachte es bis zum preußischen Landesgeologen. Er ist längst gestorben, doch 150 andere Leppla-Abkömmlinge trafen sich am Wochenende auf Burg Lichtenberg zum zehnten Familientag. Dabei übergaben sie auch die kümmerlichen Reste der geologischen Sammlung Lepplas ans Urweltmuseum Geoskop.
Jahrhundertelang waren sie Müller, die Lepplas, so wie schon die Stammeltern Johann-Peter und Maria Gertrude, geborene Pfleger, die in Oberweiler-Tiefenbach dem Handwerk nachgingen. Mit dem Ehepaar beginnt die Chronik der Lepplas. Drei Söhne übernahmen das Müller-Handwerk, erweiterten den Betrieb und machten einen weiteren auf in Steinwenden. „Auch in Niedereisenbach, Wiesweiler und Matzenbach führten Lepplas später Mühlen“, erzählt Roland Paul, Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde und trotz des anderen Nachnamens ein Nachfahre der Lepplas, der im Familienbuch gleich zwei Zweige der Müllersippe aufweisen kann. Paul hatte den zehnten Familientag der Sippe am Wochenende organisiert, und 150 Mitglieder kamen, vom Säugling bis zum Über-90-Jährigen: aus der Pfalz, aus Berlin, München, Wien und Zürich. Sie trafen sich in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg zum Austausch von Erinnerungen, Fotos und Besichtigungsprogramm. Auch das große Erinnerungsfoto nahm Bezug zur Historie: Genau dort, auf der Oberburg, hatte einst auch August Leppla (1859 - 1924) während einer Familienfeier zum Foto Aufstellung genommen. Der Matzenbacher Müllersohn August gehört zu den bekanntesten Mitgliedern der Sippe. Nach dem Studium der Geologie machte er den Doktor über den „Remigiusberg bei Cusel“, kartierte die Pfalz als Mitarbeiter des Oberbergbauamts in München, wurde schließlich Landesgeologe der Preußischen Geologischen Anstalt in Berlin. Viele seiner Karten haben heute noch Bestand. Sein heimatkundliches Interesse ging über die Gesteinskunde hinaus: August Leppla gründete auch die Palatina-Bibliothek, die heute Teil der Pfalzbibliothek ist. Die Gesteins- und Fossiliensammlung des Landesgeologen freilich hat die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nicht überstanden. Reste, Gesteinsbrocken ohne genaue Beschreibung und eine größere Versteinerung machte der Lauterer Klaus Leppla dem Urweltmuseum Geoskop am Samstag zum Geschenk. Gleichzeitig stiftete der Musiker dem Museum auch ein versteinertes Baumstammstück, das er vor Jahren in den Schichten des Potzbergs bei Matzenbach gefunden hat. Letzteres ist für das Museum von großem wissenschaftlichem Wert. „Wir rekonstruieren ja gerade das Ökosystem um den heutigen Remigiusberg vor rund 300 Millionen Jahren“, sagte Geoskopleiter Sebastian Voigt bei der Übergabe. Die Sammlungsreste Lepplas finden ebenso ihren Platz im Bestand. Zu Ehren eines großen pfälzischen Geologen und im Namen der Pollichia-Gesellschaft. Die Naturforschungsgesellschaft gehört nicht nur zu den Trägern des Museums. Sie ernannte Professor August Leppla auch zum Ehrenmitglied. (kgi)