Kusel Erfolgsgeschichte Mehlpfuhl

Als am 8. März 2008 vor 250 Bürgern der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet „Mehlpfuhl/Am Kübelberg“ erfolgte, stand das erste ansiedlungswillige Unternehmen schon in den Startlöchern. Und es war nicht irgendeines. Schönenberg-Kübelbergs Ortsbürgermeister Josef Weis bezeichnete es damals als „außergewöhnlichen Glücksfall“, dass der Systemhersteller Minitec schon Monate zuvor seine Zusage gegeben hatte, seinen Firmensitz aus Waldmohr in den Mehlpfuhl verlegen zu wollen. Apropos Waldmohr: Nur unweit des heutigen hatten die beiden großen Südkreisgemeinden ursprünglich ein gemeinsames Gewerbegebiet realisieren wollen, das aber an Wasserschutzrichtlinien gescheitert war. Im Jahr 2005 habe man in Schönenberg-Kübelberg dann eine Voruntersuchung am Mehlpfuhl in Auftrag gegeben, berichtet Weis. Die Gemeinde habe damals kurzerhand 10.000 Euro investiert, die bei einem Verkehrsgutachten übrig geblieben waren. Wie und vor allem in welchem Tempo es allerdings weitergegangen wäre, hätte nicht Minitec zwei Jahre später sein Interesse signalisiert – Weis vermag es nicht abzuschätzen. Allerdings legt er sich fest: „Dann wäre das Gewerbegebiet in seiner heutigen Form nicht entstanden.“ Nach den ersten Gesprächen mit Minitec-Chef Bernhard Bauer, dem auch Flächen im Saarland und in Richtung Zweibrücken angeboten worden waren, war es an der Zeit, schleunigst Nägel mit Köpfen zu machen. „Wir mussten vor allem schauen, dass wir Land gewinnen“, scherzt Josef Weis. Mit ernstem Hintergrund: Von den 28 Hektar, die das Gewerbegebiet heute umfasst, besaß die Ortsgemeinde damals etwa zwei bis drei, schätzt Weis. Unter anderem habe das Gelände Haupterwerbslandwirten gehört, denen Ersatzflächen gesucht werden mussten, berichtet der Ortsbürgermeister. Doch das war nicht das einzige Problem: Wasserschutzzone, Landschaftsschutzgebiet – der Mehlpfuhl hatte wegen der Einschränkungen etliche Auflagen zu erfüllen. Angefangen beim Monitoring während der Bauphase bis zum Anlegen unterirdischer Wassersammelbecken. Hinzu kam noch die „schwierige Topographie“, wie Weis es nennt – das Gelände war alles andere als ebenerdig. So wurde die Erschließung des Gewerbegebiets zu einer kostspieligen Angelegenheit. Auf 11,5 Millionen Euro beziffert Weis die Planungs- und Baukosten bislang, allerdings von Land und EU gefördert – „für elf Hektar Nutzfläche“. Etwa die Hälfte dieser Fläche gehört Minitec, die gut 5,2 Hektar des zweiten Bauabschnitts sind bereits knapp zur Hälfte verkauft. Die verbleibenden 17 Hektar beheimaten Verkehrswege, Böschung oder auch die Fotovoltaikanlage der Ecco Solar, die auf für Unternehmensansiedlungen nicht nutzbarem Grund untergebracht ist. Drei Firmen werkeln schon fleißig an der Fertigstellung ihrer neuen Firmensitze auf den Plateaus des zweiten Bauabschnitts: Der Kugellagervertrieb SBN-Wälzlager zieht aus Homburg ins neue Gewerbegebiet, Karl Wolfs Präzisionsschleiferei Präzision³ kommt aus Waldmohr nach Schönenberg-Kübelberg, und H&P Sonnenschutz und Jalousienbau verlegt seine Produktion aus St. Ingbert und sein Büro aus Dunzweiler in den Mehlpfuhl (DIE RHEINPFALZ berichtete jeweils ausführlich). Alle drei öffnen noch in diesem Jahr ihre Tore. Damit werden bis Ende 2014 fast 300 Menschen im Mehlpfuhl arbeiten. Während SBN, das rund 4,5 Millionen Euro investiert, und Wolfs Präzisionsschleiferei ganze Plateaus erworben haben, darf H&P Sonnenschutz neben seiner 3800 Quadratmeter großen Parzelle mit einem neuen Nachbarn rechnen: Spies-Industriefußböden, derzeit noch in Homburg zu Hause, hat sich laut Weis ein 1300 Quadratmeter großes Areal auf dem Plateau zugelegt, auf dem jetzt noch eine 2000-Quadratmeter-Parzelle frei sei. Sowohl an dieser als auch an zwei weiteren Grundstücken bestehe Interesse seitens verschiedener Metallbaubetriebe. Das soll es aber noch nicht gewesen sein: Drei weitere Grundstücke in unmittelbarer Nähe zum Discountmarkt in der Straße „Am Kübelberg“ liegen zur Erschließung bereit. Das größte davon, ein gut 3500 Quadratmeter großes Areal, soll in einem nächsten Bauabschnitt bereitgestellt werden. Laut Weis gibt es bereits zwei Interessenten: einen aus dem Sanitärbereich, einen aus dem Baugewerbe. Die beiden anderen Grundstücke werden – wie dies schon während der gesamten Bauphase des Gewerbegebiets der Fall war – erst bei entsprechender Nachfrage erschlossen.