Kusel Eine lebendige Partnerschaft wird 20 Jahre alt

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Zwischen Kuseler Mess’ und Europäischem Bauernmarkt nach Ungarn: Zum 20. Geburtstag der Partnerschaft zwischen Kusel und Zalaegerszeg bietet der Förderverein vom 6. bis 10. September eine Jubiläumsfahrt in die Partnerstadt an. „Wir können den Bus voll machen“, sagt Vorsitzender Harald Trautmann erwartungsvoll. Mitfahren kann jeder, der Land und Leute kennenlernen möchte. Anmeldeschluss ist der 30. Juli.

Die Partnerschaft zwischen Kusel und Zalaegerszeg ist laut Trautmann gewachsen. Es bestünden zahlreiche Verbindungen seit den Anfangsjahren. „Die Ursprünge reichen in die 1980er Jahre zurück“, sagt der Vorsitzende des Partnerschaftsfördervereins. Initiator war der damalige Leiter des Kuseler Jugendhauses, Uli Andres. Während eines Ungarn-Aufenthaltes knüpfte Andres Kontakte zu Lehrern und konnte die erste ungarische Jugendgruppe 1985 in Kusel begrüßen. Trautmann selbst, damals in einer katholischen Jugendgruppe engagiert, war von Anfang an dabei – und lernte seine Frau Terezia beim ersten Besuch in Ungarn kennen. Seither habe er nicht mehr gezählt, wie oft er dort gewesen sei. Schon einiges habe er auf den Reisen erlebt, vor allem in der Anfangszeit in den 1980er Jahren seien die Besuche im Ostblockland spannend gewesen. „Wir haben den ersten Computer nach Zalaegerszeg geschafft, damals noch einer mit Floppy-Disk“, schildert er. Richtung Osten ging’s auch mal mit einem historischen Mercedes von Otto Hartloff. Weil der Anlasser kaputt war, wollte das teure West-Auto nach der Prozedur an der Grenze partout nicht mehr anspringen – was die Insassen zum Gespött der Grenzer werden ließ. Überraschungen gab es auch bei der Genehmigung von Visa-Anträgen, die mitunter erst in letzter Minute vorlagen. Auch erinnert sich Trautmann an eine Verfügung, die der frühere Landrat Gustav Adolf Held erlassen hatte: Damals wollten offizielle Stellen in Ungarn verhindern, dass die Schüler privat in Familien unterkommen. Daraufhin wurde die Gruppe auf dem Bambergerhof untergebracht – bis der Landrat trickste: Er erließ eine Verfügung, dass das Wasser dort gesundheitsschädlich sei. Den Besuchern ermöglichte dieser Schachzug den Umzug in die Familien. Und natürlich war Trautmann auch dabei, als im Herbst 1989 der Eiserne Vorhang in Ungarn fiel. „Wir haben die volle Botschaft gesehen und die Trabbis in den Weinbergen. Das war schon beeindruckend, solch einen wichtigen Abschnitt der Zeitgeschichte miterlebt zu haben“, berichtet er. An Ungarn schätzt er unter anderem die besondere Herzlichkeit der Menschen. „Deutsche sind dort gern gesehen“, weiß er und fügt hinzu: „Nicht nur wegen der Euros.“ Der Förderverein zähle knapp 50 Mitglieder. „Wir sind weniger geworden, auch weil der Schüleraustausch seit drei Jahren nicht mehr läuft“, bedauert Trautmann. Es seien zu wenige Teilnehmer, um die Busreisen organisieren zu können. Durch die neuen Medien sei der Kontakt nach Ungarn nicht mehr so reizvoll, vermutet Trautmann. Auch sei es nicht mehr selbstverständlich, bei sich zu Hause Leute aufzunehmen, meint er. Aktuell gebe es allerdings neue Überlegungen für eine Alternative. Denkbar sei etwa eine Hospitanz von Jugendlichen in der Gastronomie, kündigt Trautmann an. Die Partnerschaft mit Zalaegerszeg fand in der Vergangenheit zudem auf kultureller und sportlicher Ebene statt. Auch zwischen Feuerwehr und Polizei gab es Kontakte. Beim Europäischen Bauernmarkt sind die Ungarn traditionell mit von der Partie. In diesem Jahr besucht eine Delegation den Bauernmarkt in Rammelsbach. Eine der treibenden Kräfte des Schüleraustauschs war Hiltrud Müller, Kunst- und Sportlehrerin am Kuseler Gymnasium und einige Jahre Vorsitzende des Freundeskreises. Vor wenigen Jahren wurde sie für ihr Engagement im deutsch-ungarischen Schüleraustausch mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz geehrt. Info Anmeldungen bis 30. Juli bei Harald Trautmann, Telefon 06383 6252, E-Mail Harald.Trautmann@myquix.de, und bei Hiltrud Müller unter 06381 2458.

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