Kusel
Bauernmarkt-Bilanz: Nicht nur ganz Rammelsbach ist happy
Die große Party ist vorbei, und keiner hat Grund zum Katzenjammer. Im Gegenteil: Die Rammelsbacher sind happy darüber, wie ihr zweiter Bauernmarkt gelaufen ist – noch besser als der bereits sehr erfolgreiche im vergangenen Jahr. Daraus soll nun eine kleine Folgeveranstaltung werden.
Ortsbürgermeister Thomas Danneck zeigte sich am Montag mehr als zufrieden mit dem Wochenende: „Ich wüsste nicht, was wir in der Organisation noch besser hätten machen können“, sagte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Man habe aus den Schwierigkeiten des Vorjahres gelernt – Stichwort unter anderem: der Shuttle-Service – und daraus Konsequenzen gezogen.
Wie viele Besucher am Samstag und Sonntag in Rammelsbach waren, lässt sich schwer abschätzen. „Einige haben gemeint, es sei weniger los gewesen als im Vorjahr.“ Da waren es über 60.000 Besucher gewesen. Doch Danneck ist von der Stichhaltigkeit dieser Beobachtung nicht überzeugt. „Allein wir als Gemeinde haben nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres 1000 Sitzgelegenheiten mehr aufgestellt. Dadurch hat sich das alles ein bisschen mehr verteilt.“
Zudem habe man, pflichtet ihm Philipp Gruber bei, der bei der Kreisverwaltung zuständig ist für die Europäischen Bauernmärkte, einige Engstellen speziell entlang der Bundesstraße beseitigt, die Stände anders aufbauen lassen als im Vorjahr. „Dann sieht man halt nicht so viele Menschentrauben.“
Einnahmen wie im Vorjahr
Danneck hat noch einen weiteren Beleg für seine These: „Wir haben gerade das Geld zur Kasse gebracht, das wir an unseren Ständen eingenommen haben. Es war genauso viel wie im Vorjahr“, betont er. Der genaue Betrag wird erst in ein paar Tagen feststehen, wenn das ganze Münzgeld gezählt ist – dann wissen auch die beteiligten Vereine, wie viel sie bekommen.
Das haben sie sich aber auch, folgt man Danneck, redlich verdient. „Das Engagement war ganz groß.“ Schon den Aufbau habe man dank der vielen Helfer einen Tag schneller geschafft als im vergangenen Jahr. Dabei habe man sogar noch den Anbau für das Backhaus fertigmachen können. „Am Donnerstagmittag kamen überraschend die Ziegel – eine Stunde später war alles fertig gedeckt.“
Im vergangenen Jahr hätten sich, inklusive auswärtiger Helfer, 420 Menschen beteiligt. „In diesem Jahr waren es noch mehr“, sagt Danneck und spricht davon, dass alle nach den erfolgreichen beiden Tagen glückselig gewesen seien. „Viele haben sich am Abend abgeklatscht, einige hatten Tränen in den Augen, so happy waren sie.“
Backhaus mehr nutzen
Diesen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft will Danneck unbedingt bewahren, möglichst sogar ausbauen – obwohl das zweijährige Abenteuer Bauernmarkt nun für Rammelsbach vorbei ist. „Mich haben viele angesprochen und gefragt, warum wir mit unserem Backhaus nicht mehr machen“, sagt Danneck, der dafür nun weitergehende Pläne hat: „Wir werden künftig regelmäßig ein Backhaus-Fest veranstalten.“ Dem Ortsbürgermeister schwebt dafür vor, dass nicht nur Brot gebacken wird, sondern dass es eine Art Mini-Bauernmarkt wird. „Ich will mal sehen, ob wir ein paar Anbieter finden, die da mitmachen.“
Er selbst hat seinem Kollegen Gruber bereits ein Versprechen gegeben. Gruber ist in den kommenden beiden Jahren nicht nur für die Kreisverwaltung mit dem Bauernmarkt befasst, sondern als Ortsbürgermeister von St. Julian auch dessen Gastgeber. „Ich habe Philipp versprochen, dass wir nächstes Jahr mit einem Stand zu ihm kommen und Brot backen“, kündigt Danneck an. Ein Angebot, das Gruber hocherfreut annehmen will.
St. Julian 2020 läuft
Ohnedies ist Gruber („Nach dem Bauernmarkt ist vor dem Bauernmarkt“) froh über „all die organisatorischen Erfahrungen, die wir von den Veranstaltungen in Rammelsbach und in früheren Austragungsorten des Bauernmarktes bekommen“. Denn das Projekt Bauernmarkt zu stemmen, ist eine Herkulesaufgabe für das jeweilige Dorf. Erst recht bei mehreren Ortsteilen. Nicht zuletzt deshalb hat Gruber in der vergangenen Woche eine Einwohnerversammlung nur zum Bauernmarkt angesetzt. „Seither laufen die Vorbereitungen für 2020.“
Zurück nach Rammelsbach. Auch Gruber hat durchweg positive Rückmeldungen zum Wochenende bekommen. Nicht nur von Besuchern, sondern auch von Ausstellern. Eine wichtige Voraussetzung für kommendes Jahr, denn die Anbieter sollen ja möglichst wieder mitmachen.
Dass ein solcher Zustrom zu verzeichnen war, hat aber auch etwas mit dem wunderbaren Wochenend-Wetter zu tun. „Ich hatte mich schon vor einem halben Jahr beim Gemeinderat verpflichtet, für gutes Wetter zu sorgen. Und: Es hat geklappt“, sagt Danneck strahlend.
Dass es dennoch vereinzelt Kritik gegeben hat, und zwar an den Strohballen am Ortseingang, die einen im Stroh verschwundenen Fadfahrer sowie ein sich im Heu vergnügendes Pärchen andeuten, ficht Danneck nicht sonderlich an: „Wenn das alles ist, was man zu kritisieren hat...“