Otterberg
Zwischen Theorie und Praxis

Dass sämtliche Lebensbedürfnisse innerhalb eines so beschränkten Areals befriedigt werden können, erinnert an die Raumvorstellung der mittelalterlichen Stadt. Hier war es so, dass Wohnen, Arbeiten und die Versorgung innerhalb der Stadtmauern wohl möglich war. Aber wo ist der Realitätsbezug für die Bürger einer westpfälzischen Kleinstadt? Man braucht bloß auf die Pendlerströme zu schauen, die täglich für den Lebensunterhalt der Menschen erforderlich sind.
Und wie steht es in der Praxis mit einer Sammelgarage auf einem viereinhalb Hektar großen Wohngebiet? Was würde ein Seniorenpaar dazu sagen, bei Schneefall und Kälte nach einem Theaterbesuch einen Fußmarsch von einem halben Kilometer antreten zu müssen? Oder was mutet man einer Mutter mit Kindern zu, die mit dem Kofferraum voller Einkäufe zur Wohnung in der verkehrsberuhigten Zone gelangen muss?
All das ist kaum realistisch. Die Gefahr ist groß, dass so das Vertrauen der Bürger in rationale Entscheidungen verloren geht.
