Kreis Kaiserslautern „Zeitweise eingleisiger Bahnverkehr“

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Der Ausbau der Schnellbahnstrecke zwischen Paris und Mannheim (POS) geht im nächsten Jahr weiter. Schwerpunkt der Bauarbeiten wird dabei die Erneuerung der Gleise im Abschnitt zwischen Landstuhl und Kaiserslautern sein. Am Montagabend informierten Vertreter der Deutschen Bahn und des zuständigen Zweckverbands im Ramsteiner Haus des Bürgers, welche Belastungen dadurch auf die Anwohner und Fahrgäste zukommen.

ZEB – diese drei Buchstaben werden in den kommenden drei Jahren so manchen Fahrgast der Bahn beschäftigen, zumindest auf der Strecke von Landstuhl nach Kaiserslautern. Die Abkürzung steht für „zeitweise eingleisigen Bahnverkehr“. Der Streckenausbau wird spätestens vom Jahreswechsel an zu einigen Zugausfällen und Verspätungen auf der viel befahrenen Eisenbahn-Trasse zwischen Mannheim und Paris führen. Ursache für diesen Ausnahme-Zustand: Das Gleisbett wird in den nächsten drei Jahren für den Schnellverkehr aufgerüstet, der bis zu 200 Kilometer erreichen kann. „Wir müssen den Fahrgästen ganz klar ankündigen, dass es dabei zu Einschränkungen im Zugverkehr und kurzfristigen Veränderungen bei den Fahrplänen kommen wird,“ Christian Becker, Leiter für Vertrieb und Fahrplan beim Regionalbereich Südwest der DB Netz AG. „Die Alternative zu den Bauarbeiten auf jeweils einem Gleis wäre eine vollständige Sperrung der Strecke gewesen. Dann würde alles zwar viel schneller gehen, aber eine solche Lösung wäre weder für unsere Kunden im Personen- noch im Güterverkehr zumutbar gewesen.“ Bereits in diesem Jahr hat die Bahn deshalb mit den Vorbereitungen für den eingleisigen Verkehrsfluss begonnen: „Wir haben im Abschnitt zwischen Kaiserslautern und Landstuhl drei Überleitungen zwischen den beiden Gleisen eingebaut, die wir je nach Baufortschritt einsetzen werden,“ erläutert Becker. „In diesen Bereichen wird dann auf dem einen Gleis gebaut, während auf dem anderen die Räder rollen.“ Eine Herausforderung für die beauftragten Unternehmen und ihre Mitarbeiter, denn sie müssen bei vorbeifahrenden Zügen ständig ihre Arbeit unterbrechen. Eine Herausforderung aber auch für die Bahnkunden, und das bereits mit Beginn des Winter-Fahrplans: „Den bevorstehenden Fahrplan-Wechsel vom 12. auf den 13. Dezember haben wir bereits zur Vorbereitung der Bauzeit genutzt,“ berichtet Michael Heilmann, Direktor beim zuständigen „Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd“ (SPNV). Geht es zu diesem Termin noch vornehmlich um „mehr Luft“ bei den Anschlusszeiten, tritt Ende Februar 2016 dann der erste „echte Baustellen-Fahrplan“ in Kraft: „Dabei werden einige Verbindungen zusammengefasst, um die Strecke weniger zu belasten,“ kündigt Heimann an. Besondere Kopfschmerzen bereitet den Fahrplan-Machern vom SPNV derzeit noch die vorgesehene „Nachtsperrung“ des gesamten Streckenabschnitts zwischen null und vier Uhr, die sich die Bauplaner von der Bahn ausbedungen haben. „Wir brauchen diese Zeit für die Logistik auf der Baustelle“, begründet DB-Mann Becker diese Maßnahme, „auch wenn wir wissen, dass wir damit vor allem den nächtlichen Güterverkehr erheblich beeinträchtigen.“ Mit Folgen vor allem für die Berufspendler: „Viele Güterzüge, zum Beispiel für die Anlieferung bei Opel oder der BASF, sind für die Just-in-Time – Produktion eingeplant. Kommen sie wesentlicher später, stehen in den Betrieben die Bänder still. Das können wir uns einfach nicht leisten.“ Um die Folgen dieses „Sachzwangs“ für den morgendlichen Berufs- und Schulverkehr möglichst gering zu halten, tüfteln die Fahrplan-Experten an „minutengenauen Lösungen“. „Zur Zeit macht uns noch ein Pendlerzug von Kaiserslautern nach Ludwigshafen zu schaffen, der pünktlich zur Frühschicht bei der BASF eintreffen muss“, erläutert Fritz Engbarth vom SPNV. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das Problem bis zum Februar auch gelöst haben.“ Den Nachtschwärmern aus der Westpfalz, die bislang die Bahn für ihre Ausflüge nach Mannheim, Ludwigshafen und in die Vorderpfalz benutzt haben, kann Engbarth keine Hoffnung machen: „Diese Verbindungen, die nach Mitternacht noch unterwegs sind, müssen wir leider ersatzlos streichen.“ Insgesamt raten sowohl die Bahn als auch der Zweckverband ihren Kunden, in den nächsten Wochen häufiger auf die Fahrplan-Aushänge in den Bahnhöfen zu achten: „Dort werden die Änderungen so früh wie möglich angekündigt,“ beteuern beide Unternehmen. Gleiches gelte auch für die elektronischen Fahrpläne, die im Internet unter www.bahn.de und www.vrn.de nachzulesen sind. Bahnfahrern, die mit einem Smartphone ausgestattet sind, empfiehlt SPNV-Mann Engbarth die App des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar. Landrat Winfried Hirschberger, der als Vorsteher des Zweckverbands für die politische Aufsicht zuständig ist, hat sogar einen vorbeugenden Trost für die Fahrgäste parat: „Die nächsten drei Jahre bringen uns leider manche Beschwerlichkeit auf dieser Bahnstrecke. Aber hinterher profitieren alle von den schnelleren Verbindungen nach Ost und West. Das sind doch gute Aussichten!“ (mibo)

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